Kinder müssen zu Fuß weiter / Kontrollautomat schluckt Karte / Mutter ärgert sich
Von Dieter Vaas
St. Georgen-Brigach. "Eigentlich haben wir es sehr schön, die Kinder steigen vor dem Haus in den Bus und steigen direkt vor der Schule wieder aus", sagt Antje Wiedemann. Allerdings gibt es auf dem Rückweg immer wieder Ärger.
Darüber weiß auch eine Mutter von vier Kindern aus dem Zinken in Brigach einiges zu berichten. Eine Tochter besucht die Grundschulförderklasse an der Robert-Gerwig-Schule. Sie ist also noch nicht ganz schulreif und darf bereits um die Mittagszeit wieder nach Hause. Eine passende Busverbindung von der Innenstadt aus ist vorhanden.
Allerdings hält der Bus der Südbadenbus GmbH (SBG) gegen 12.15 Uhr in der Mattenstraße vor dem ehemaligen Feuerwehrhaus und lässt hier die Brigacher Fahrgäste aussteigen. Die nächsten Ziele sind Oberkirnach und Unterkirnach. Wenig später kommt ein Anschlussbus der SBG, der nach Schönwald fährt. Mit diesem können Fahrgäste bis zum Gasthaus "Engel" kommen. Dies spart rund 600 Meter Fußweg.
Doch der Anschluss klappt nicht immer. Fast schon regelmäßig vergessen Fahrer die Haltestelle und biegen erst gar nicht von der Landesstraße ab. Dies war auch vergangenen Mittwoch so. Manchmal kommen die Kinder wenig später mit dem Stadtbus an, der anschließend den Ginsterweg hoch fährt. Auf diesen sollte der SBG-Bus nach Schönwald eigentlich warten, was aber ebenfalls nicht immer der Fall ist.
Verbindung klappt nicht zuverlässig
Da die Busverbindung nicht immer zuversichtlich klappt, holen zwei Familien ihre Sprösslinge regelmäßig an der Haltestelle in der Ortsmitte ab. Die anderen müssen der Landesstraße entlang 600 Meter zusätzlich zu Fuß zurück legen. Im Winter kommt es dabei vor, dass der Gehweg nicht geräumt ist und nur die Straße bleibt. Vom "Engel" aus hat der große Teil der Kinder nochmals die gleiche Distanz zurückzulegen.
Die Mutter aus dem Zinken hat sich bei der Stadtverwaltung, beim Busunternehmer und der SBG beschwert. Geändert hat sich nichts. Sie erfuhr lediglich, dass die Schuld bei Aushilfsfahrern liege.
Viertklässler deckenProblem auf
Aber es gibt noch einen weiteren Grund für Beschwerden. Immer wieder kamen Kinder ohne Buskarte nach Hause. Diese sehen wie Scheckkarten aus. Auf ihnen steht unter anderem der Name, eine Schülernummer und die Bildungseinrichtung. Die Fahrt von Brigach in die Bergstadt und wieder zurück kostet 7,90 Euro im Monat. Geht eine Buskarte verloren, werden zehn Euro für den Ersatz fällig. In der Zwischenzeit benötigen die Kinder eine Bescheinigung ihrer Schule oder sie müssen für jede Fahrt extra bezahlen.
Das kann sich summieren. Bei der Familie aus dem Zinken fehlte bereits die fünfte Karte, als die Mutter einen Grund erfuhr. Viertklässler hatten beobachtet, dass der Kontrollautomat in einem Bus Karten einzog, aber nicht mehr ausspuckte. Daraufhin versuchte die Frau nach eigener Aussage einen Tag lang erfolglos, den Busunternehmer zu erreichen. Schließlich rief sie bei der SBG in Villingen an. Bei der nächsten Fahrt könne sie die Karte in Empfang nehmen, erfuhr sie. Allerdings führte diese nach Mönchweiler. Die Brigach-Tour bediente ein anderer Bus. Schließlich brachte ein Fahrer doch noch ein Dutzend geschluckter Schülerfahrkarten mit. Der Vater des Mädchens konnte sich die seiner Tochter aussuchen.