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St. Georgen Digitale Sensoren ersetzen Parkscheibe

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Die Zeiten der Parkscheibe könnten bald vorbei sein. Foto: Björn Wylezich – stock.adobe.com

St. Georgen - Über Sensoren kontrolliert Lidl seit mehreren Monaten die Parkdauer in St. Georgen. Doch wie genau funktioniert dieses Kontrollsystem? Eine Nachfrage zeigt: Zwar braucht es keinen klassischen Parkwächter mehr, doch ganz ohne Manpower geht es nicht.

Für einigen Missmut hat im Juni die Einführung von Kontrollsystemen in der Industriestraße gesorgt. Rewe und Lidl haben den Dauerparkern den Kampf angesagt. Doch während Rewe auf die gute alte Parkscheibe setzt, greift Lidl zu einem innovativeren System: Im Boden eingelassene Sensoren kontrollieren dort die Parkdauer.

Doch wie funktioniert dieses System überhaupt? Um eine Antwort auf diese Frage zu erhalten, geht es von Neckarsulm, dem Standort der Lidl-Zentrale, über Stuttgart, bis nach Köln. Dort sitzt das PR-Büro, das für die in der Landeshauptstadt ansässige "Park and Control GmbH" Anfragen beantwortet.

Parkwächter verteilt Strafzettel

"Die Funktionsweise ist simpel", heißt es aus Köln. "Der Sensor registriert, wenn ein Fahrzeug auf einem Stellplatz abgestellt wird und misst, ob und wann die ausgeschriebene Höchstparkdauer überschritten wird." Wenn das Fahrzeug zu lange auf dem Parkplatz verweilt, meldet der Sensor den Verstoß der Cloud des Unternehmens. "Mitarbeiter von Park und Control, die die betreuten Flächen regelmäßig prüfen, können daraufhin entsprechend reagieren und gewähren zusätzlich eine Karenzzeit von weiteren zehn Minuten", so das PR-Büro weiter.

Während also die Kontrolle und Meldung digital erfolgt, muss schlussendlich der "Parkwächter" den Strafzettel verteilen. Der beträgt pauschal für die Überschreitung 30 Euro, weitere Kosten können durch die Ermittlung des Fahrzeughalters entstehen, falls das Knöllchen nicht bezahlt wird.

Während die Kosten für den Parksünder klar definiert sind und nach außen getragen werden, hält sich Lidl hinsichtlich der Investitionssummen für das Kontrollsystem bedeckt. Der Dienstleister Park and Control erklärt wiederum: "Park und Control bewirtschaftet Parkplätze im Auftrag seiner Vertragspartner, wird von diesen jedoch nicht für diese Dienstleistung vergütet und fungiert auch nicht als Pächter." Die Arbeiten für den laufenden Betrieb übernehme ebenfalls der Dienstleister. Die Kosten für Lidl laufen damit gegen Null.

Unternehmen geraten in Kritik

Und auch der Betrieb der Sensoren an sich scheint alles andere als kostenintensiv. Laut dem Überwachungsunternehmen sind die akkubetriebenen Sensoren schnell und unkompliziert installiert, können rückstandsfrei demontiert werden, und Wartungen sind in der Regel nicht nötig. "Die verarbeitete Elektronik im Inneren des Bodensensors wird von seinem sehr belastbaren Außengehäuse geschützt und hält somit hohes Gewicht als auch extreme Witterungsbedingungen aus."

Kostengünstig für das Unternehmen, einfach, effektiv – es scheint ein Modell zu sein, das sich steigender Beliebtheit erfreut. Das zumindest lassen die Zahlen vermuten: 13.500 Stellplätze betreibt Park and Control Stand September 2019 - Tendenz steigend.

Lidl wiederum, das erklärt Unternehmenssprecher Mario Köhler, setzt derzeit nur an ausgewählten Standorten auf die neue Sensorentechnik. Warum ausgerechnet St. Georgen ausgewählt wurde, beantwortet Köhler schwammig. "Die Entscheidung, welche Standorte dies betrifft, wird zentral in enger Abstimmung mit den Kollegen vor Ort getroffen."

Im öffentlichen Diskurs geraten derweil Unternehmen wie Park and Control mitunter in die Kritik. Von einer Verbraucherfalle ist die Rede, weil die Höchstparkdauer nicht immer ersichtlich wäre oder die pauschale Vertragsstrafe von 30 Euro als zu hoch angesehen wird.

Zwar wird das Kontrollsystem in St. Georgen klar und deutlich ausgeschrieben, doch auch an die Redaktion des Schwarzwälder Boten wendeten sich in den ersten Monaten seit Einführung Kunden, die das Bußgeld für unangemessen halten. Zum Vergleich: Im öffentlichen Raum regelt der Bußgeldkatalog die Kosten für die Überschreitung von Parkzeiten. 30 Euro werden zum Beispiel im Innenstadtbereich von St. Georgen erst nach mehr als drei Stunden fällig.

Ob für Lidl daher ein Imageschaden oder Einbußen mit der Einführung der Parksensoren einhergehen? Zu Umsatzzahlen gebe man grundsätzlich keine Auskunft, so Köhler. Er betont: "Erfahrungsgemäß benötigen unsere Kunden deutlich weniger als eine Stunde für ihren Einkauf."

Ihre Redaktion vor Ort St. Georgen

Nadine Klossek

Fax: 07724 94818-15

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