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St. Georgen Die Empore gleicht einer Werkstatt

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Jede dieser Pfeifen wird gereinigt und überprüft – eine Arbeit von beachtlichem Umfang. Fotos: Schultheiß Foto: Schwarzwälder Bote

Eine große Baustelle ist derzeit die Orgel in der evangelischen Lorenzkirche. Das Instrument wird einer Generalüberholung unterzogen. Auch das Klangbild wird im Zuge der Maßnahmen verändert.

St. Georgen. Die Orgelempore in der Lorenzkirche ist normalerweise das Refugium des Kirchenmusikers und Organisten Jochen Kiene und der Sänger der Kantorei. Doch derzeit ist an Musizieren hier nicht zu denken. Ein Gerüst steht vor der großen Orgel und die Empore gleicht einer Werkstatt. Überall Geräte, Werkzeug und jede Menge Orgelpfeifen, die bereits ausgebaut wurden und nun fein säuberlich zwischengelagert werden.

Die große Orgel wurde 1968 von der Firma Weigle in Leinfelden-Echterdingen gebaut. Nun läuft eine umfassende Reinigung, Instandsetzung und Umgestaltung des Instruments. Seit einigen Tagen haben die Orgelbauer der Firma Mühleisen aus Leonberg hier ihren Arbeitsplatz. Geschäftig sausen Christoph Dörr und Peter Weimer auf der Empore umher, klettern in das Innere der Orgel, machen sich an dem mächtigen Instrument zu schaffen und nehmen Pfeife um Pfeife unter die Lupe. Und derer sind es eine ganze Menge. Denn die Orgel verfügt über 3888 Pfeifen – wenn denn die Erbauer vor mehr als 50 Jahren richtig gezählt haben.

Im Vordergrund der Arbeiten stehen zunächst die Reinigung der Orgel und die Reparatur von Teilen, die in die Jahre gekommen sind. In den Pfeifen, so erklären die Orgelbauer, hat sich im Laufe der Jahre jede Menge Staub abgelagert. Jede Pfeife muss gereinigt werden, eine Arbeit von beträchtlichem Umfang. Und da es auch bei einer Orgel Verschleißteile gibt, die irgendwann an das Ende ihrer Lebensdauer gelangen, müssen diese repariert oder ersetzt werden. Wie beispielsweise die Blasebälge, welche die Orgelpfeifen mit Wind versorgen.

Die Pfeifen, bei denen es lediglich einer Reinigung bedarf, werden vor Ort in der Kirche wieder auf Vordermann gebracht. Jene, bei denen umfangreichere Maßnahmen erforderlich sind, werden in die Werkstatt am Sitz der Firma Mühleisen in Leonberg transportiert, um dann nach gründlicher Bearbeitung wieder in die Bergstadt zurückzukehren.

Doch es wird nicht nur gereinigt und repariert. Durch eine Neu-Intonierung des Instruments wird sich auch der Klang verändern, um so künftig besser den heutigen Erfordernissen zu entsprechen. Insbesondere soll das Klangbild nach Abschluss der Arbeiten voluminöser und weniger obertönig sein. Die Orgel soll damit noch besser ihrem Anspruch als universelles Instrument gerecht werden, auf welchem Musik aus allen Stilepochen gespielt werden kann, also barocke Musik ebenso wie solche aus der romantischen Epoche.

Derzeit verfügt das Instrument über 46 Register. Im Zuge der Arbeiten sollen gleich die technischen Voraussetzungen für eine Erweiterung der Orgel um ein 47. Register geschaffen werden. Die Orgel soll nämlich um eine sogenannte "vox coelestis" bereichert werden, eine schwebende und berührende Klangfarbe.

Dieses zusätzliche Register kann allerdings erst eingebaut werden, wenn die hierfür erforderlichen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. "Vielleicht finden sich ja noch ein paar Spender", meinten die Orgelbauer. Sie werden jetzt jedenfalls erst einmal die Voraussetzungen schaffen, dass ein Einbau zu gegebener Zeit dann problemlos erfolgen kann.

Eine weitere Neuerung ist eine neue Setzeranlage. Hier können tausende von Registerkombinationen im Voraus eingespeichert werden. So kann der Organist vor einem Gottesdienst oder einem Konzert bereits sämtliche Klangkombinationen abspeichern und diese dann auf Knopfdruck abrufen. Die bisherige alte Anlage ermöglichte dies nur in sehr begrenztem Umfang.

Die umfangreichen Arbeiten werden sich voraussichtlich bis in den Mai hinziehen. Wenn alles nach Plan läuft, soll die große Orgel zu Pfingsten wieder in voller Pracht erklingen. Bis dahin müssen sich Kirchenmusiker und Gottesdienstbesucher mit einem kleinen Behelfsinstrument begnügen.

Auf rund 185 000 Euro sind die Kosten für die Orgelsanierung veranschlagt. Etwa die Hälfte erbringt die evangelische Landeskirche durch Zuschüsse. Die andere Hälfte muss die evangelische Kirchengemeinde selbst aufbringen und ist hierfür weiterhin auf Spenden angewiesen.

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