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St. Georgen Die Arbeit mit sich selbst lohnt sich

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Foto: pixabay Foto: Schwarzwälder Bote

Von Aileen Ginter

Viele Menschen fürchten sich in diesen kalten Wintertagen davor, krank zu werden. Oksana Ruigis, Therapeutin der Traditionellen Chinesischen Medizin, gibt Tipps, wie man Körper und Geist in diesen Ausnahmezeiten stärken kann.

St. Georgen. Das Qi muss im Fluss sein – das ist für Oksana Ruigis so sicher wie das Amen in der Kirche. Als Heilpraktikerin hat sie sich der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) verschrieben. Diese Jahrtausende alte Heillehre hat verschiedene Ansätze, wie man Körper und Geist stärken kann.

Ein wichtiger Grundpfeiler ist in der TCM die Ernährung und die Flüssigkeitsaufnahme: "Trinken, trinken, trinken", das ist, so Ruigis, essenziell. Besonders wichtig sei, gerade jetzt im Winter, dass es sich dabei vorwiegend um warme Flüssigkeiten handle. So empfiehlt die Heilpraktikerin Tee mit etwas Honig, oder auch heißes Wasser mit einem Schuss Birnensaft. "Das stärkt das Immunsystem", ist sie überzeugt. Auch Ingwertee, der für viel innere Wärme sorge, sei empfehlenswert.

Insgesamt sollten auch die Speisen eher warm sein. "Kalte Salate meidet man in der TCM im Winter eigentlich", sagt Ruigis. Stattdessen sollte man das Gemüse, aber auch das Obst, vor dem Verzehr immer etwas andünsten, etwa in einem Wok.

Als Frühstück eigne sich zum Beispiel Hirsebrei mit etwas gedünstetem Obst. Eine mit Zimt gewürzte Banane mit etwas Olivenöl oder Butter in der Pfanne anbraten und nach Belieben noch mit anderem Obst ergänzen – das ist für Ruigis ein ideales Frühstück im Winter. "Da braucht man dann auch kein Brot mehr und es gibt viel Energie", erklärt sie.

Auf viele kalte Speisen sollte im Winter verzichtet werden

Wer auf kalte Speisen, wie etwa Joghurt, nicht verzichten möchte, sollte darauf achten, dass diese wenigstens auf Zimmertemperatur heruntergekühlt sind. "Im Winter reagiert der Körper einfach anders auf kalte Sachen", erläutert die TCM-Therapeutin. Der Magen müsse die kalten Speisen nach ihrem Genuss erst einmal aufwärmen und "wird dann auch kalt", so Ruigis. Dafür müsse der Körper viel Kraft aufwenden. "Das ist unnötige Energieverschwendung."

Ansonsten empfiehlt sie im Winter Suppeneintöpfe mit saisonalem Gemüse wie Blumenkohl, Bohnen, Erbsen, Rosenkohl und Weißkohl. Denn: "Was jetzt wächst, ist am Besten, sagen die Chinesen." Gerne könnten die Speisen, so Ruigis, auch mit ein bisschen Chili, das für zusätzliche Wärme sorge, ergänzt werden.

Mäßigung ist für sie bei Milchprodukten geboten: Denn die gelten in der TCM nicht gerade als gesund, erklärt die Heilpraktikerin, ihr Rat daher: "Nicht übertreiben mit der Kuhmilch." Gleiches gelte auch für Zucker.

Auch bei übermäßigem Alkoholkonsum, der ja gerade in Zeiten von Quarantäne und häuslicher Isolation zunehmen könnte, rät sie zur Vorsicht – denn letztlich sei es mit ihm oftmals ein Teufelskreis: "Erst wärmt er, letztlich kühlt er aber aus, entwässert auch." Und: "Zunächst ist man in einer Art Euphorie, dann kann man aber oft schlecht schlafen", erklärt Ruigis.

Achten sollte man, so Ruigis, auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin C, Zink und Magnesium. Auch das Sonnenvitamin Vitamin D sei von großer Bedeutung, denn das fehle oft in der dunklen Jahreszeit.

Ihr Geheimtipp im Winter: Manuka-Honig. Denn dieser hat eine antibakterielle, antivirale und antimykotische Wirkung. Verantwortlich dafür ist das darin enthaltene Wasserstoffperoxid und der hohe Gehalt am Zuckerabbauprodukt Methylglyoxal. "Zur Prophylaxe reicht ein kleiner Teelöffel täglich", erklärt Ruigis.

Zur Stärkung des Immunsystems empfielt die Heilpraktikerin außerdem die Anwendung der Schüsslersalze 3, 7 und 6.

Durch Bewegung kann dauerhaft das Lungen-Qi gestärkt werden

Weitere empfehlenswerte Ernährungskomponenten für sie: Hagebuttentee, Nüsse, Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer und Kurkuma. Die beiden letzteren könne man sowohl zum Kochen verwenden, als auch in Tee-Form genießen, erklärt Ruigis. Kurkuma wirke immunstärkend und entzündungshemmend.

Bei Infekten der Atemwege schwört die Heilpraktikerin auf Zwiebelwickel. Dafür lässt man Zwiebeln in etwas heißem Wasser köcheln, gibt sie dann in einen Baumwollsocken und legt diesen auf den Bronchienbereich. Fixiert wird das ganze mit einem Handtuch oder etwas Folie – darauf kann dann noch eine Wärmeflasche gelegt werden. "Das ist ein super wirksames Mittel und da kann man nichts falsch machen", findet Ruigis.

Ein anderer wichtiger Grundpfeiler für einen gesunden Körper ist in der TCM die Bewegung: "Wenn du schneller läufst, atmest du anders", erklärt Ruigis. Dadurch werde das Lungen-Qi gestärkt – was sich letztlich auch positiv auf das Immunsystem auswirke.

Die Lunge steht aus Sicht der TCM in engem Zusammenhang mit unserer energetischen Mitte. Ein schwaches Lungen-Qi führt zu Infektanfälligkeit und Erkältungsneigung. Ruigis empfiehlt daher, jeden Tag mindestens eine halbe Stunde zu laufen – "am Besten im Wald, ohne Maske".

Als Yoga-Lehrerin setzt sie selbstredend auch auf die Bewegungskunst aus Fernost: Denn auch hier werde der Atem gestärkt, käme die Energie im Körper ins Fließen – und dadurch werde, so Ruigis, das Immunsystem gestärkt. Alle ungelenken oder vermeintlich unsportlichen Menschen kann sie beruhigen: "Es reichen sanfte Bewegungen".

Empfehlenswert sind für sie auch regelmäßige Kneipp-Güsse, denn auch die würden, erklärt die Heilpraktikerin, das Lungen-Qi stärken.

Übliche Behandlungsmethoden sind in der TCM auch die Akupunktur und das Schröpfen – auch hier soll das Qi im Körper zum Fließen gebracht, Energieblockaden beseitigt und somit letztlich auch die Abwehr gestärkt werden.

Yoga, die alte Philosophie aus Indien, ist für Ruigis aber noch aus einem anderen Grund äußerst gesund: "Yoga ist Meditation in Bewegung", erklärt sie. Die einfachste Meditationsübung ist für sie: "Hinsetzen, einfach einmal drei, vier Minuten auf den Atem konzentrieren – und zur Ruhe kommen." Danach "sieht die Welt oft wieder ganz anders aus".

Sich in meditative Zustände begeben und sich gute Gedanken machen – das ist für die Yoga-Lehrerin gerade auch in der jetzigen Zeit von Bedeutung.

Meditationsarbeiten und positives Denken sind jetzt besonders wichtig

Die ruhige und entschleunigte Winterzeit biete Gelegenheit zur Einkehr und Innenschau. Dazu, zur Ruhe zu kommen und über eigene Ideale nachzudenken, erklärt Ruigis. Und: "Sich mit Fantasie ein bisschen die eigene Zukunft vorstellen." Dies ließe sich, so die Heilpraktikerin, mit täglichen kleinen Meditationsübungen umsetzen.

Positiv sollte man, wenn es nach Oksana Ruigis geht, natürlich besonders in der aktuellen Zeit sein: "Man sollte immer alles im besten Lichte sehen", ist sie überzeugt. "Wenn ich meine Freundin momentan nicht treffen kann, dann rufe ich einen Freund an, den ich schon lange nicht mehr gehört habe", erklärt sie ihre innere Einstellung.

Das sei "Arbeit mit sich selbst", doch die sei es wert. Ruigis Appell: "Selbstarbeit ist immer wichtig, aber jetzt ist sie besonders gefragt."

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