Fasnet: "Dinner für 100" kommt beim Publikum bestens an / "Närrisches vor und auf dem Tisch"

Da kann niemand meckern: Das "Dinner für 100", in Kooperation von Narrenzunft und Puppen- und Theaterbühne veranstaltet, war wieder sehr gelungen.

 

St.Georgen. Der Abend war bereits im Vorfeld ausverkauft, was die Verantwortlichen sicher freuen dürfte, denn der Aufwand, der betrieben wurde, war schon sehr beachtlich. Den Gästen wurde allerlei "Närrisches vor und auf dem Tisch", so die Ankündigung vorab, nicht nur versprochen, sondern dann auch reichlich geboten. Vor Beginn des offiziellen Programms wurden die Besucher mit einem Glas Sekt willkommen geheißen.

Die Stimmung im närrischen Volk war jetzt schon super und sie sollte sich im Verlauf des Abends noch weiter steigern. Zunftmeisterin Alexandra Pies erinnerte in ihrer Begrüßung an die Anfänge der Idee, bei der Saalfasnet mal neue Wege zu gehen. Heraus kam dann das "Dinner für 100", nunmehr bereits zum fünften Mal veranstaltet – und das mit großem Erfolg.

Sieben Gänge serviert

Zwischen den einzelnen Programmpunkten des Abends servierten Mitglieder der Narrenzunft insgesamt sieben Gänge, von Brotsuppe über Leberkäs-Gulasch und Maultaschen, bis hin zur Schwarzwälder Kirschtorte in der Tasse. Durch das Programm führten Annalena und Rainer Weiß, der zugleich auch für das Männerballett des Vereins zuständig ist.

Mit Elan startete die Jugendgruppe der Narrenzunft den Unterhaltungsteil und durfte die Bühne nicht ohne Zugabe verlassen. Tilli Eulenspiegel, alias Maren Schwarz, hielt den Narren, aber auch der Gesellschaft allgemein, den Spiegel vor und ließ so richtig Dampf ab: "Das Zauberwort heißt Toleranz". Sie prangerte die ewigen Herumkrittler an der Bergstadt-Fasnet genauso an wie diejenigen, die sich beim letzten "Blosarsch-Guggenmusikfest" in Peterzell über Lärmbelästigung beschwerten. Kinder sollten das Fasnet-Feiern wieder lernen und:. "Mir präsentiere unsere Heimat, und des isch kei Käs!" Toleranz sei überall in der Gesellschaft wichtig, so etwa auch gegenüber Schwulen und Lesben. Dafür stehe die Narrenzunft aktiv ein, so Tilli in ihrer begeistert aufgenommenen Büttenrede.

Nach dem gemeinsam und mit Inbrunst gesungenen Fohrebobbele-Lied präsentierten sich die "G.-Town-Bobbelez" mit einem Showtanz. Es ging nun Schlag auf Schlag. Kaum war der nächste Gang des närrischen Dinners verzehrt, folgte ein weiterer Höhepunkten im Programm. Rainer Weiß, Armin Pies und Eric Sprich nahmen als "Condomo Revival" mit ihrer ganz eigenen Version des "Kriminal-Tango" die Lokalpolitik aufs Korn: "Wir bauen eine U-Bahn mitten in St.Georgen". Aber auch Selbst-Ironie war angesagt. In ihrem Lied "Ich brauche Deo" setzten sie sich mit der Hitze und den entsprechenden Leiden im Sommer auseinander.

Polonaise durch den Saal

Nun machten sich die Narren zu einer Polonaise quer durch den Saal auf. In dieses Stimmungshoch hinein, betrat mit Jochen Kitiratschky ein streitbarer Peterzeller Bürgerwehrler die Bütt. Überrascht, überhaupt eingeladen worden zu sein, brachte er die ein oder andere unbequeme Wahrheit ans Licht. Der Peterzeller im allgemeinen necke nun mal liebend gern den St.Georgener.

Jüngstes Beispiel seien die Frotzeleien zwischen den beiden Fußballvereinen. Alles sei aber nicht wirklich böse gemeint und man sei doch schließlich in der Fasnet vereint.

Richtig klasse war auch der Kino-Sketch. Das Ganze war schauspielerisch hochklassig, denn die Handlung wurde ausschließlich pantomimisch vorgetragen. Seit nunmehr zwanzig Jahren treten die "Sahneschnittsche" gemeinsam auf. Carolin Sprich, Susanne Dilger und Annette Kienzler begeisterten die Narren im Saal mit ihren bitterbösen Liedern. Da wurden etwa die Männer veräppelt, die AfD wegen ihrer Aussagen zum Klimawandel hart rangenommen und die arme SPD sowie AKK (Annegret Kramp-Karrenbauer) gehänselt. Die spitzfindigen, lustigen und durchaus auch nachdenklichen Texte, alle aus der Feder von Susi Dilger, kamen super an und sorgten für anhaltenden Beifall.

Großes Finale

Nach einem letzten, mit tollen Lichteffekten begleiteten, leicht erotisch angehauchten Tanz des Männerballetts, wurden zum Ende eines wunderbaren "Dinner für 100" nochmals alle Akteure zum großen Finale auf die Bühne gebeten.

Die Narren sind sich in ihrem Urteil einig: Das war ein sehr unterhaltsamer Abend, der nach einer Wiederholung im nächsten Jahr ruft.