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St. Georgen Corona-Fälle im Lorenzhaus steigen

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Im Lorenzhaus in St. Georgen gibt es weitere Corona-Fälle. Foto: Käfer

St. Georgen - Im Lorenzhaus sind weitere Corona-Fälle aufgetreten – sowohl unter Bewohnern als auch Angestellten. Auf manche Ergebnisse wird derweil noch immer gewartet. Für die Evangelische Altenhilfe bedeutet das vor allem eine enorme Planungsunsicherheit.

Markus Schrieder ist am Donnerstagnachmittag auskunftsfreudig. Keine Augenwischerei, nur die reinen Fakten. Der Geschäftsführer der Evangelischen Altenhilfe, der seit Montag mit ersten Corona-Fällen zu kämpfen hat, setzt auf Transparenz. "Heute ist es so, dass wir im Haus drei Bewohner haben, die positiv getestet wurden und uns sind ebenfalls derzeit vier Mitarbeiter bekannt", erklärt er.

Dass einige Corona-Fälle im Lorenzhaus aufgetreten sind, ließ auch die am Donnerstagmorgen vom Gesundheitsamt veröffentlichte Statistik erahnen: In nur einem Tag erhöhte sich die Zahl der Infizierten der Bergstadt von sechs auf 13 Personen.

Nachdem am Montag ein erster Fall im Lorenzhaus bekannt geworden war, wurden laut Schrieder fünf Mitarbeiter sofort vorsorglich isoliert. Darüber hinaus wurden alle 23 Angestellten, die auf der Station tätig sind, noch am selben Tag getestet. Allerdings seien bislang lediglich sieben Ergebnisse bekannt – vier positive, drei negative.

Testsituation ist "völlig undurchsichtig"

Durch die derzeitige Situation – auch drei Tage nach dem ersten Vorfall kommen Schrieder keine bösen Worte über die Lippen – herrsche für die Evangelische Altenhilfe nun eine enorme Unsicherheit im Hinblick auf die Organisation. "Das hindert mich natürlich derzeit, konstruktiv weiter zu planen." Die Testsituation beschreibt er selbst als "völlig undurchsichtig".

Da die Ergebnisse lange auf sich warten lassen, geht der Alltag bis dahin im Altersheim seinen gewohnten Gang. Angesichts erster Erkenntnisse, wer infiziert ist und wer nicht, sagt er: "Das ist wie Russisch Roulette. Einer hustet und hat es nicht. Der nächste hat keine Symptome und ist positiv."

Dennoch bleibt entgegen dieser Feststellung den Angestellten nicht mehr übrig, als weiterhin zur Arbeit zu kommen. Wer positiv getestet, in direktem Kontakt mit Corona-Patienten stand oder Symptome zeigt, bleibt zuhause. "Mehr können wir derzeit einfach nicht machen", räumt Schrieder ein.

Bewohner müssen auf ihren Zimmern bleiben

Auf Seiten der Bewohner wurden derweil keine Massentests gemacht. Das sei nicht üblich, so Schrieder. In Puncto Isolation gelten die selben Regeln wie am Montag: Alle Bewohner müssen auf ihren Zimmern bleiben.

Neben den zwei Patienten, die ins Klinikum kamen (wir berichteten), wurden fünf weitere Bewohner getestet, die Symptome zeigten. Das Ergebnis: dreimal positiv, zweimal negativ. Rechnet man die drei positiven, sich im Haus befindlichen Bewohner mit den vier Mitarbeitern zusammen, sind im Lorenzhaus also sieben Fälle bestätigt.

Neben der Entscheidung, wer zur Arbeit kommen kann und wer nicht, ist auch die Schutzkleidung im August-Springer-Weg derzeit ein Thema. Bereits am Montag merkte Schrieder an, dass die Schutzmasken auf Dauer nicht ausreichen würden. Nun aber folgen gute Nachrichten: Es hätten sich hierfür "einige Quellen" aufgetan, so der Geschäftsführer.

Basteln schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe

"Ansonsten basteln wir uns Visiere aus Fahrradhelmen." Was im ersten Moment wie ein Witz klingt, ist Schrieders voller Ernst. Die alten Halterungen werden demnach mit einer laminierten Folie versehen, sodass für die Angestellten ein Visierschutz entsteht. "Das ist eine richtig gute Geschichte", meint Schrieder. "Wir werden da einfach kreativ." Bei allem Ernst der Lage schlage man so zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Angestellten sind geschützt und der Spaßfaktor in sonst eher schweren Zeiten steigt beim Basteln.

Damit sich die Situation nicht weiter verschärft, hat sich Schrieder in Absprache mit dem Gesundheitsamt dazu entschlossen, keine weiteren Menschen im Lorenzhaus aufzunehmen. "Das können wir in der derzeitigen Situation nicht verantworten", sagt er hinsichtlich möglicher weiterer Ansteckungen.

Weiterhin problematisch stellt sich die Situation der isolierten Bewohner dar. Unter Hochdruck arbeite die Evangelische Altenhilfe daran, diesen zumindest kleine Freuden zu machen. "Wir versuchen, was wir können, um ihnen irgendwie das Leben bunter zu machen", erklärt Schrieder.

Doch auch hier redet er nichts schön. Man könne nur ein Stück weit ersetzen, was sonst die Besucher bieten. "Es bleibt eine traurige Situation für die Bewohner."

Ihre Redaktion vor Ort St. Georgen

Nadine Klossek

Fax: 07724 94818-15

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