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St. Georgen Beerdigungen in Corona-Zeiten: Pfarrer erzählt

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Foto: Evgeniya – stock.adobe.com

St. Georgen - Die Corona-Pandemie ist eine Zeit voller Herausforderungen. Der Soziale Kontakt ist eingeschränkt und auch Abschiednehmen von Verstorbenen ist nicht einfach. Pfarrer Harald Dörflinger berichtet von seinen Erfahrungen bei Beerdigungen.

Abstand halten, Maske tragen und ein Singverbot. Dies sind nur Beispiele dafür, woran sich die Teilnehmer einer Trauerfeier halten müssen. Während der vergangenen Zeit mussten Trauernde oft Kompromisse akzeptieren, wenn es darum ging, ihre Liebsten zu verabschieden.

Auch für Harald Dörflinger, Pfarrer der katholischen Seelsorgeeinheit St. Georgen-Tennenbronn, war dies nicht gerade einfach. Im Gespräch mit unserer Zeitung erinnert er sich an die Anfangszeit der Krise zurück, als nur zehn Personen an der Beerdigung teilnehmen durften und oftmals nicht einmal die ganze Familie dabeisein konnte.

Anfangs mit sehr viel Leid verbunden

Auch Weihwasser hätte nicht mehr von allen gegeben werden können, und alles sei eine große Gratwanderung gewesen, meinte Dörflinger. Oft sei es sehr schwierig, einschätzen zu können, wer riskante Symptome zeigt und somit ausgeschlossen werden müsste.

Dies war anfangs sehr mit Leid verbunden. "Wie soll ich denn jemandem sagen: Du darfst hier nicht teilnehmen?" Dieses Zurückweisen sei schwer zu akzeptieren gewesen, betonte er. Auch im Trauergespräch mit einzelnen Personen sei es viel härter, mit Maske und Abstand eine persönliche Beziehung aufzubauen

Nach den ersten Lockerungen sei dies zum Glück wieder etwas angenehmer geworden und alle Familienmitglieder hätten wieder zusammen an der Trauerfeier teilnehmen können. Dörflinger ist überzeugt davon, dass das Ritual des Abschiednehmens enorm wichtig für die Seele und Psyche des Menschen ist. Und wenn dies nicht so ausführlich stattfinden konnte, war das auch für ihn selbst schwer mitanzusehen. Er habe noch nie vorher eine vergleichbare Herausforderung erlebt und hofft auch, dass das so bleibt.

Doch die vergangene Zeit hatte nicht nur negative Auswirkungen: Überraschend für ihn war, dass er auch positive Erfahrungen aus der Krise für sich mitnehmen konnte.

Man hätte deutlich spüren können, dass etwas fehlt, erzählt er. "In der Zeit wurde so richtig klar, wie wichtig Alltägliches sein kann und man wird quasi dazu gezwungen, darüber nachzudenken, was wirklich relevant ist". Dieser Gedanke hätte sich im Bewusstsein deutlich verschärft, was Dörflinger als wichtigen Gedanken für die Kirche wahrnimmt.

Er wünscht sich, bald wieder Wege zu finden, um den Menschen Seelsorge und Beistand geben zu können. "Ich erhoffe mir, dass die Menschen sich wieder ohne Bedenken begegnen können, dass die Trauergemeinde wieder größer werden darf, dass alle zusammen in die Kirche kommen dürfen und dass wir alle gemeinsam singen können", meinte er.

Wann dies wieder der Fall sein wird, ist angesichts der steigenden Zahlen noch ungewiss.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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