Aldi möchte auf dem ehemaligen AHG-Gelände bauen. (Symbolfoto) Foto: dpa

Kommunales: Discounter-Gigant möchte auf dem AHG-Gelände bauen / Gemeinderat soll Weichen stellen

Seit Monaten schwirren die Gerüchte schon in der Stadt umher, nun ist die Katze aus dem Sack: Aldi möchte auf dem ehemaligen AHG-Gelände bauen. Details hierzu wurden nun bereits bekannt.

 

St. Georgen. Lange Zeit wurde es dementiert oder zumindest nicht kommentiert – bis jetzt. Nach Monaten des Rätselratens, Antworten der Verantwortlichen, in denen "hätte" und "könnte" dominierten, steht nun fest: St. Georgen soll einen neuen Aldi-Markt direkt an der Bundesstraße erhalten. Der Discounter-Gigant möchte dem ehemaligen AHG-Areal neues Leben einhauchen.

Jetzt, wo die Pläne an die Öffentlichkeit gelangen, zeigt sich, wie lange bereits im Hintergrund daran gearbeitet wurde. In einer Beschlussvorlage, die dem Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwoch, 1. Juli, vorgelegt werden soll, werden zahlreiche Details bekannt gegeben.

Baurecht muss geändert werden

Demnach wurde ein Plan für eine Neubebauung des Grundstücks vorbereitet, die dem Gremium in besagter Sitzung vorgestellt werden soll. Dieser sieht vor, dass der alte Markt in der Industriestraße geschlossen wird und Aldi sein Geschäft an die B 33 verlegt.

Bislang befinden sich auf dem angesprochenen Grundstück die Gebäude des ehemaligen Autohauses Bäsch sowie die Avia-Tankstelle. Letztere, das bestätigten die Eigentümer in der Vergangenheit bereits gegenüber dem Schwarzwälder Boten, soll bestehen bleiben. Diesbezüglich bestünden "langfristige Mietverträge", erklärte die Baywa AG im Oktober 2019.

Um die rechtliche Grundlage für die Vergrößerung des Discounters zu schaffen, muss derweil ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden, da das Areal bislang in keinem Geltungsbereich liegt. "Der Bebauungsplan soll dann absprachegemäß vom Bauträger auf dessen Kosten erstellt werden", heißt es hierzu in der Vorlage. Danach warten weitere kommunalrechtliche Schritte, ehe Aldi loslegen kann.

Nachdem sich die Stadt St. Georgen zuletzt im Zuge der Diskussion rund um die Ansiedlung eines DM in der Industriestraße dafür ausgesprochen hatte, dort lediglich bestehende Märkte zu unterstützen, will man nun auch dafür sorgen, dass im alten Aldi-Markt kein neuer Discounter einzieht. Laut Beschlussvorlage wolle man in einem Durchführungsvertrag, der für die weiteren Planungen nötig wäre, festhalten, dass das bestehende Baurecht am früheren Standort entsprechend geändert wird.

Auf Nachfrage unserer Zeitung zeigt sich Michael Rieger mit den nun bekannt gewordenen Plänen zufrieden. Der Bürgermeister hat schon in der Vergangenheit keinen Hehl daraus gemacht, dass die Stadt ein großes Interesse daran hat, im Hinblick auf einen Nachfolger für das Autohaus mitzureden. Die Fläche sei städtebaulich "sehr interessant", habe sich allerdings "langsam aber stetig zu einer Brache entwickelt, wie wir sie an dieser Stelle nicht wünschen".

Rieger: Außenwirkung der Stadt verbessert sich

Laut Rieger habe der Discounter generell nach Möglichkeiten gesucht, innerhalb der Stadt zu wachsen. "Wir haben dann dem Grundstückseigentümer von dem Interesse erzählt", sagt er. "Und so kam das eine zum anderen."

Während in der Nachbargemeinde Königsfeld die gewünschte Ansiedlung von Aldi hohe Wellen schlägt und Bürgerproteste mit sich bringt, sieht Rieger die Situation in der Bergstadt entspannter. "Es wird sein wie immer: Es wird Befürworter geben und Leute, die weniger begeistert sind", räumt er ein. Das sei allerdings ganz normal. "Aber zu bedenken ist: Aldi ist meines Wissens seit circa 35 Jahren in St. Georgen und Aldi soll auch in St. Georgen bleiben."

Mit dem neuen Standort rücke der Markt näher an die Innenstadt, zudem verbessere er die Situation an der Kreuzung, an der bereits die EGT und PE in einen Neubau investiert haben, so der Bürgermeister: "Innerhalb kürzester Zeit entsteht eine ganz andere Situation, nämlich eine wesentlich bessere, entlang der B 33, wo täglich viele Verkehrsteilnehmer einen Eindruck der Stadt bekommen."