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St. Georgen A. Maier schließt Werk und entlässt Mitarbeiter

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Foto: Stiegler

St. Georgen - Wie seit Mitte Mai bekannt ist, befindet sich das Familienunternehmen A. Maier in der Krise. Am Donnerstag ist das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Das bedeutet nicht nur das Aus für 50 Mitarbeiter – auch das Werk im Herzen der Bergstadt wird schließen.

Das Unternehmen A. Maier schließt sein "Werk 1" in der Gewerbehallestraße. Bereits im Jahresverlauf 2020 stellt es seinen Betrieb ein: Dies bestätigt auf Anfrage Cornelius Nickert von der gleichnamigen Kanzlei, die am Sanierungsprozess beteiligt ist und das Insolvenzverfahren begleitet.

A. Maier, ein Familienunternehmen in der fünften Generation, befindet sich in einer wirtschaftlichen Krise, die durch massive Bestellrückgänge in der Automobilbranche ausgelöst wurde. Dies gab die Kanzlei Mitte Mai bekannt.

Den Insolvenzantrag hatte noch der damals scheidende Geschäftsführer Torsten Mann gestellt. Dies sei geschehen, da der dramatische Einbruch an Aufträgen schon seit Längerem deutlich gewesen sei und Mann die Insolvenz nicht habe herauszögern wollen, kommentiert Nickert. Mann habe einen "exzellenten Job gemacht". Da für die Leitung keine Nachfolge absehbar gewesen sei, habe man den jetzigen Geschäftsführer Thomas Ostkamp aus dem Netzwerk der Kanzlei rekrutiert.

Am 1. August ist das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Das bedeutet auch, dass Löhne der 200 Angestellten wieder aus eigener Kraft bezahlt werden müssen. "Wir fahren zweigleisig", erklärt Nickert. Der Geschäftsbetrieb laufe weiter und man versuche, die Firma zu verkaufen. Zugleich arbeite man an einer "temporären Eigenlösung" und suche nach Investoren. Doch in der jetzigen Situation sei die "Verhandlungsmacht schlecht". Man wolle, dass das Unternehmen wieder besser da stehe, um so, "aus einer Position der Stärke", mehr Geld von einem möglichen Investor zu bekommen.

Die Aufteilung in ein "Werk 1" in der Kernstadt und ein "Werk 2" in Peterzell sei ein "Effizienzkiller" und nicht mehr zeitgemäß. Das Werk koste einen Haufen Geld. Teilweise seien unterschiedliche Produktionsschritte auf unterschiedliche Werke verteilt. Bis Ende 2020 soll der Umzug in "Werk 2" und damit die Schließung von "Werk 1" vollständig abgeschlossen sein.

Kündigungen sollen schon im August und September erfolgen

Man brauche keine zwei Werke mehr und wolle auch Teile des Maschinenarsenals ausmustern: Weniger Mitarbeiter benötigen weniger Maschinen – insgesamt 50 Stellen sollen gestrichen werden. "Im August und September werden wir die Kündigungen aussprechen", so Nickert. "Wir müssen eine Situation schaffen, damit das Unternehmen einstiegsfähig ist für Investoren."

Nickert rechnet nicht damit, dass sich die Auftragslage in der Automobilbranche in den nächsten Jahren bessern wird. Acht von zehn Studien würden einen gleichbleibend negativen Absatzmarkt prognostizieren.

"Wir produzieren Zeiger", erklärt Nickert die Produktpalette von A. Maier. "Wir sind, was Kodak vor vier Jahren war." Ähnlich wie deren Filme, sind Zeiger in Zeiten der Digitalisierung immer weniger gefragt. Doch er glaubt, dass auch in 20 Jahren noch viele Autofahrer "den Zeiger zucken sehen" wollen. Man wolle sich nun "gesundschrumpfen", um ein attraktives Nischenprodukt anzubieten. Eine Neuausrichtung – beispielsweise die Produktion von Rahmen für digitale Displays – sei dann irgendwann Aufgabe des neuen Investors.

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