Im „Eli“ werden jährlich rund 2000 Kinder geboren (Symbolfoto). Foto: Pixabay

Die Anzahl der Geburten im Lörracher St. Elisabethen-Krankenhaus hat entgegen dem bundesweiten Trend deutlich zugenommen. Diese Entwicklung, sagt Chefarzt Dr. Michael Bohlmann, spiegele die Qualität des hiesigen Klinik-Angebots wider.

Während die Zahl der Klinikgeburten in Deutschland um 2,85 Prozent abgenommen habe, sei sie am „Eli“ im vergangenen Jahr um 4,8 Prozent gestiegen, sagt Bohlmann.

 

Das Leistungsspektrum

Die geburtshilflichen Kennzahlen seien ein Beleg für die Stärke des Zentrums für „Gynäkologie & Geburtshilfe“ am Elisabethen-Krankenhaus. Das medizinische Spektrum biete nicht nur bei Hochrisikoschwangerschaften Vorteile: Die räumliche Nähe von Schwangerenstation, Kreißsaal, Kaiserschnitt-Operationssaal, Neugeborenen-Intensivstation und Mutter-Kind-Station gewährleiste medizinische Versorgung auf dem Niveau eines „Perinatalzentrums Level I“, das bedeute: Für alle werdenden Mütter und ihre Neugeborenen werde ein Maß an Sicherheit vorgehalten, das mit Universitätskliniken vergleichbar sei, so Bohlmann im Gespräch mit unserer Zeitung: „Wir sind breit aufgestellt und verfügen über die entsprechende personelle und strukturelle Ausstattung.“

Die Schweizer Konkurrenz

Zwar mache sich die Konkurrenz der schweizerischen Kliniklandschaft auch in Lörrach bemerkbar – indes ebnet ein Wechsel ins Nachbarland nicht automatisch den Weg zu beruflicher Zufriedenheit.

Im St. Elisabethen-Krankenhaus befindet sich unter anderem das Zentrum für Gynäkologie und Geburtshilfe Foto: Bernhard Konrad

So seien etwa drei in die Schweiz gewechselte Ärzte allesamt zurückgekehrt. Würden neben dem Verdienst die unterschiedlichen Rahmenbedingungen – etwa zu leistende Arbeitsstunden und Urlaubsanspruch – angemessen berücksichtigt, sei insbesondere bei den Assistenzärzten der Gehaltsunterschied geringer, als gemeinhin angenommen, so Bohlmann.

Die Spontangeburten

Im Zentrum für Gynäkologie und Geburtshilfe werden jährlich rund 4000 stationäre Patientinnen behandelt, circa 2000 Kinder geboren und etwa 2500 operative Eingriffe durchgeführt, informiert die Homepage der Kreis-Kliniken.

Erhöht habe sich im Eli die Rate der Spontangeburten, das heißt: der „normalen“ Geburten, die in der Regel innerhalb von zwei Wochen vor oder nach dem errechneten Geburtstermin stattfinden. Die Wehen setzen bei Spontangeburten meist selbstständig, ohne weitere Unterstützung, ein. Die steigende Rate von 58 Prozent im Jahr 2013 auf 64 Prozent im Jahr 2024 deute auf „eine qualitativ hochwertige Geburtshilfe hin“, erklärt Bohlmann: Sie spiegele die Fokussierung auf natürliche Prozesse und die Vermeidung unnötiger Eingriffe wider. Wobei, dies betont der Chefarzt, bei entsprechender Notwendigkeit das gesamte Instrumentarium operativer Möglichkeiten genutzt werde.

Die Kaiserschnitt-Rate

In der gleichen Zeitspanne habe die Kaiserschnitt-Rate von 32,5 auf 30,5 Prozent abgenommen. Auch dies sei ein Hinweis auf eine patientenorientierte Geburtshilfe, der die Bestrebungen einer Klinik deutlich mache, Frauen eine möglichst natürliche Geburtserfahrung zu bieten. Für eine Klinik der geburtshilflichen Maximalversorgung, in der auch die vergleichsweise häufig per Kaiserschnitt entbundenen Risikoschwangerschaften betreut werden, sei diese Zahl bemerkenswert niedrig, so Bohlmann. Wichtig sei: „Die niedrige Rate geht nicht auf Kosten der Sicherheit. Kaiserschnittgeburten sind in bestimmten Fällen unverzichtbar. Entscheidend ist, dass die Eingriffe dort vorgenommen werden, wo sie notwendig und medizinisch indiziert sind.“

Sicherheit geht vor

Die Anzahl der vaginal-operativen Geburten sei zwischen den Jahren 2013 und 2024 von 9,3 auf 5,7 Prozent gesunken. Diese Rate zeige an, wie häufig Geburtshilfemaßnahmen wie etwa die Verwendung von Saugglocke oder Geburtszange eingesetzt werden müssen, um vaginale Geburten zu unterstützen.

Die Senkung dieser Kennzahl sei ebenfalls positiv zu bewerten, weil sie auf eine möglichst interventionsarme Geburtshilfe bei hoher Betreuungsqualität hindeute, so Bohlmann. Aber auch hier gelte, dass diese Entwicklung nie auf Kosten der Sicherheit gehe.

Die Info-Abende

Informationen rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett erhalten Interessenten unter anderem an den Info-Abenden. Diese finden jeden letzten Dienstag im Monat um 19 Uhr im großen Saal des „Eli“ statt. Still-Informationsabende finden immer am zweiten Dienstag im Monat um 19 Uhr statt.