Oberligist FC 08 Villingen setzt am Samstag beim Ex-Zweitligisten SSV Reutlingen seine Erfolgsserie fort. Beim 1:1 (0:0) an der Kreuzeiche trifft Marcel Sökler in der Nachspielzeit.
Für die Nullachter war es das fünfte Spiel ohne Niederlage. SSV-Interimstrainer Marvin Petzschner holte in seinem zweiten Spiel als „Chef“ den vierten Punkt.
Die Personalien
08-Coach Steffen Breinlinger baute seine Startelf im Vergleich zum 2:1-Derbysieg gegen Singen auf einer Position um. Matthes Glück ersetzte Kevin Müller. Kapitän Nico Tadic fehlte weiter verletzt.
Bei Reutlingen war der Ex-Nullachter Leander Vochatzer nach seiner Sperre wieder dabei, saß aber zunächst auf der Bank. Er konnte sich den 05-Song der Reutlinger Punklegende „Sumpfpäpste“ also ganz entspannt anhören. SSV-Torjäger Konstantinos Markopoulos musste verletzt passen.
Die erste Hälfte
In den ersten zwölf Minuten blieb es im SSV-Fanblock ruhig. Damit wollten die Reutlinger Anhänger ihre Unterstützung für die Aktion „12 Minuten schweigen – für den Erhalt der Fankultur“ unterstreichen.
Schon nach zwei Minuten hatte Spielführer Angelo Rinaldi das 1:0 nach der ersten 08-Ecke auf dem Kopf, SSV-Keeper Dominik Hozlinger parierte sicher. Im Gegenzug folgte der erste Schock für Reutlingen: Tom Ruzicka blieb im Rasen hängen, verletzte sich wohl schwerer und musste auf der Trage liegend das Feld verlassen.
Nach neun Minuten tauchte der Gastgeber erstmals im Villinger Strafraum auf: Luca Plattenhardt verzog. Drei Zeigerumdrehungen später war der Protest der SSV-Fans Geschichte, es wurde an der Kreuzeiche gesungen und die Fahnen geschwenkt.
Die aufgewachten SSV-Fans sahen einen eleganten 18-Meter-Schlenzer von Nedim Pepic (18.). 08-Goalie Andrea Hoxha musste sich strecken. Beide Teams neutralisierten sich oft im Mittelfeld, wirklich gefährlich wurde es sonst – bis auf einen erneuten Versuch von Pepic (30.), den Hoxha abwehrte – selten.
Ganz stark war dann die Parade des Villinger Torwarts nach einer Direktabnahme von Willie Sauerborn (42.). Auch der eingewechselte Noah Maurer (43.) hätte Reutlingen vor der Pause – nicht unverdient – noch in Führung bringen können.
Es passte zum in den ersten 45 Minuten harmlosen Villinger Offensivspiel, dass Torjäger Marcel Sökler, der wieder hinter Fabio Pfeifhofer als „hängende Spitze“ agierte, sich teilweise die Bälle am eigenen Strafraum schnappte.
Die zweite Hälfte
Ohne personelle Veränderungen begann die zweite Hälfte. Nach 54 Minuten wechselte Coach Steffen Breinlinger aber Kevin Müller für Matthes Glück ein. Der Ex-Holzhausener sollte frischen Schwung in das Villinger Offensivspiel bringen. Stattdessen leitete Noah Maurer eine Flanke stark direkt weiter und Johannes Wally (58.) sorgte aus kurzer Entfernung für die verdiente Reutlinger Führung.
War dies der „Hallo-wach-Effekt“ der zuvor einfach zu passiven Nullachter? Für diesen sollte auch Gian-Luca Feißt (für Pfeifhofer) ab der 64. Minute sorgen. Der Youngster hätte fast gleich mit dem ersten Ballkontakt den Ausgleich markiert, war aber nach einem Patzer eines Reutlingers zu überrascht, dass der Ball bei ihm gelandet war.
Der FC 08 wurde bissiger, aktiver und bestimmte nun das Geschehen. Reutlingen kalkulierte auf Konter. Kevin Müller scheiterte alleine vor SSV-Goalie Hozlinger (71.).
Villingen – in der Schlussphase mit Fabio Liserra – drängte auf den nun nicht unverdienten Ausgleich, den in der Nachspielzeit Marcel Sökler aus kurzer Distanz mit seinem einzigen Torschuss besorgte.
Die Statistik
SSV Reutlingen: Hozlinger – Toth, Kuhn, Wally (85. Gangloff), Schmalz (68. Vochatzer), Schaal, Sauerborn, Plattenhardt, Pepic (81. Reichhardt), Ruzicka (5. Maurer/81. Hageloch), Vogler.
FC 08 Villingen: Hoxha – Krieger (81. Liserra), Busam, Rinaldi, Albrecht – Pintidis, Derflinger, Cristilli, Glück (54. Müller), Sökler – Pfeifhofer (64. Feißt). Tore: 1:0 Wally (58.), 1:1 Sökler (90. +2).
Schiedsrichter: Stefan Fimpel (Bad Wurzach).
Gelbe Karten: Schmalz, Wally/Feißt. Zuschauer: 650.