Villingen kann auch Nachspielzeit. Marcel Sökler steht dort, wo ein Torjäger stehen muss. Das 1:1 in Reutlingen hat viele Gewinner, dazu zählt auch Marvin Petzschner.
Oberliga: Die nur 650 Zuschauer an der Kreuzeiche warteten bei Eiseskälte gespannt auf den Anpfiff: Wird es wieder – wie im Hinspiel beim 4:3 der Nullachter nach einem 0:3-Rückstand – ein Fußball-Spektakel? Wird Marvin Petzschner auch sein zweites Spiel als SSV-Interimscoach gewinnen? Oder wird der FC 08 seine Erfolgsserie – Villingen war seit vier Spielen ungeschlagen – in Reutlingen fortsetzen?
Marcel Sökler
Als Schiedsrichter Stefan Fimpel den Rückrundenauftakt zwischen den Nullfünfern und den Nullachtern am Samstag um 16.34 Uhr abpfeift, ist klar: Villingen hat das vierte Spiel in Folge zwar nicht gewonnen, aber seine Serie fortgesetzt. Dank dem Last-Minute-Treffer von Marcel Sökler (90. +2) sind die Nullachter nun seit fünf Spielen unbesiegt.
Aber auch Marvin Petzschner darf sich als Gewinner fühlen. Seine Reutlinger waren rund eine Stunde das bessere Team, hatten nach der 1:0-Führung durch Johannes Wally (58.) aber keinen Konter zum möglichen 2:0 – und damit wohl in einem insgesamt chancenarmen ersten Rückrundenspiel der Entscheidung – genutzt.
„Am Ende haben wir uns den Punkt verdient“, betont 08-Coach Steffen Breinlinger. Dies sah der Reutlinger Spieler Yannick Toth etwas anders: „Wir hätten aufgrund unserer Chancen den Sieg verdient gehabt. Aber Sökler ist eben ein guter Stürmer.“
Andrea Hoxha
In der Tat: Reutlingen war in der ersten Stunde das aktivere Team, ließ in der Defensive kaum etwas zu und hatte durch Nedim Pepic (18., 30.), Willie Sauerborn (42.) und Noah Maurer (43.) gute Chancen. Die Nullachter konnten sich bei Goalie Andrea Hoxha bedanken, dass es beim Gang in die Kabine 0:0 hieß. Nur ein Abschluss – ein Kopfball von Angelo Rinaldi (2.) – sprang in der ersten Hälfte heraus. „Wir haben da keine Lösungen gefunden“, sah Breinlinger einen in der Offensive schwachen Start der Nullachter.
Gian-Luca Feißt
Dies änderte sich erst nach der zu diesem Zeitpunkt verdienten Reutlinger Führung durch Johannes Wally. Übrigens hatte Noah Maurer, der in der fünften Minute für den verletzten Tom Ruzicka gekommen war und nach 81 Minuten wieder vom Platz musste, die Vorlage gegeben. In der letzten halben Stunde übernahm der FC 08 die Initiative, spielte vermehrt über die Flügel und wechselte oft auf ein 4:4:2-System mit zwei echten Stürmern.
Dazu brachten die eingewechselten Kevin Müller und Gian-Luca Feißt, der ganz stark das 1:1 durch den neunten Saisontreffer von Marcel Sökler vorbereitete, neuen Schwung. „Gian-Luca hat das echt gut gemacht“, gab es für den Youngster von Breinlinger ein Sonderlob.
Am Ende war es an einem kalten Nachmittag ein leistungsgerechtes Unentschieden, da die Villinger vor und nach dem Ausgleich weitere Chancen – so durch Müller (71.) hatten. Aber ein Spektakel war es an diesem Samstag an der Kreuzeiche nicht.
Statistik
SSV Reutlingen: Hozlinger – Toth, Kuhn, Wally (85. Gangloff), Schmalz (68. Vochatzer), Schaal, Sauerborn, Plattenhardt, Pepic (81. Reichhardt), Ruzicka (5. Maurer/81. Hageloch), Vogler.
FC 08 Villingen: Hoxha – Krieger (81. Liserra), Busam, Rinaldi, Albrecht – Pintidis, Derflinger, Cristilli, Glück (54. Müller), Sökler – Pfeifhofer (64. Feißt). Tore: 1:0 Wally (58.), 1:1 Sökler (90. +2).
Schiedsrichter: Stefan Fimpel (Bad Wurzach).
Gelbe Karten: Schmalz, Wally/Feißt. Zuschauer: 650.