Freud und Leid liegen im Fußball eng beisammen: Während Binsdorf künftig in der Kreisliga A spielt, muss der Nachbar aus Geislingen in der Kreisliga B ran.
Hochsommerliche Temperaturen, Derby und Relegation sind drei Begriffe, die das Spiel um die Kreisliga A am Samstagnachmittag zwischen dem TSV Geislingen und der SpVgg Binsdorf treffend beschreiben. Dieses Derby, bei dem die Sportplätze der beiden Mannschaften nicht einmal acht Kilometer auseinander liegen, fand dann auch noch ausgerechnet auf dem Sportgelände in Erlaheim statt, was wahrscheinlich auch ein Grund dafür war, dass trotz über 30 Grad Celsius zahlreiche Zuschauer sich die Partie nicht entgehen lassen wollten.
Für die Spielvereinigung war es nicht das erste Relegationsspiel in den vergangenen Jahren, umso glücklicher ist deshalb auch ihr Trainer Wolfgang Koch, dass in diesem Jahr gegen Geislingen ein Sieg in dieser Höhe gelungen ist: „3:0 in der Relegation zu gewinnen ist eine Riesensache. Wir freuen uns jetzt, dass es im dritten Relegationsspiel der vergangenen Jahre – nachdem wir schon zwei verloren hatten – nun geschafft zu haben, dass Binsdorf aufsteigt.“
Starke Vorlage
Dieses Ergebnis arbeitete Binsdorf sich vor allem durch eine geschlossen gute Mannschaftsleistung heraus, bei der am Ende dann Jens Kinnemann noch etwas herausragt, da er mit gleich zwei Toren den Weg für Binsdorf ebnete. Dabei hatte er beim ersten Tor in der 52.Minute noch leichtes Spiel, da der ebenfalls gut aufgelegte Bubacarr Drammeh sich nicht zu schade war, um jeden Ball zu kämpfen und so auch beim Führungstor, als er den Ball erkämpfte, querlegte und Kinnemann nur noch einschieben musste.
Beim Entscheidungstor in der 85.Minute war es der Binsdorfer Offensivmann selbst der den Ball tief in der gegnerischen Hälfte von einem Geislinger Verteidiger abluchste und ihn einschob. Das zwischenzeitliche 2:0, das nur kurz nach dem 1:0 fiel, erzielte Sebastian Hausch per Kopf nach einem Standard.
Wechsel an der Pfeife
Diesen schnellen Doppelschlag erkennt auch Joachim Fecker, Coach des TSV Geislingen, an: „Die zweite Halbzeit war eigentlich nach zehn Minuten schon gelaufen, und wir haben auch in der Folge nichts wirklich hinbekommen.“
Kurze Zeit später folgte ein kleines Kuriosum, denn die Schiedsrichterin, die bis dahin einen sehr guten Job gemacht hatte, tauschte ihre Rolle mit einem Assistenten, was der großen Hitze geschuldet war.
Doch auch davon ließ sich Binsdorf nicht mehr beirren; zumal Geislingen kam kaum noch wirklich gefährlich vor das Gehäuse der SpVgg, was auch Fecker so sieht: „ Ein Torschuss in der zweiten Halbzeit ist zu wenig, und nach dem dritten Tor von Binsdorf war es dann sowieso gelaufen.“ Somit steigt die SpVgg Binsdorf in der zweiten Saison nach dem Abstieg, durch die Relegation zur neuen Saison wieder in eine der Kreisligen A auf.