Der Verkehr auf der B 415 lief am Montag noch zäher als üblich. Tempo-30-Kritiker sehen sich bestärkt, doch es gibt Gegenwind.
Gute Nerven brauchten am Montagmorgen alle, die aus dem Schuttertal nach Lahr fahren wollten. Aufgrund des Streiks der SWEG fielen zahlreiche Busse aus, die Menschen setzten auf den eigenen Pkw, um zur Arbeit zu kommen oder die Kinder zur Schule zu bringen. Das Ergebnis: Die Straßen waren noch voller als üblich, teilweise staute sich der Verkehr zu Stoßzeiten von Reichenbach bis nach Seelbach hinein.
Viele Betroffene äußerten im Internet ihren Unmut, denn sie sehen den Streik nicht als (Haupt-)Ursache für den zähfließenden Verkehr. Einmal mehr beschwerten sie sich über die Einführung von Tempo 30 auf der B 415. „Einfach mal etwas rausbringen, aber nicht an die Konsequenzen denken“, beklagt sich ein Mitglied der Facebook-Gruppe „Du bist aus Lahr, wenn...“. Andere indes hielten dagegen: „War beim letzten Streik auch schon so. Damals war noch Tempo 40“, schreibt ein Nutzer. Seiner Meinung nach sei die Ursache für den stockenden Verkehr die „schlechte Ampelschaltung in der Stadt“.
Deutlich wurde: Die Kritik an Tempo 30 bleibt, die Petition auf der Plattform change.org, die vom 19-jährigen Reichenbacher Arsenio Teles da Silva ins Leben gerufen wurde, hat mehr als 7100 Unterschriften. Es mehren sich jedoch auch Stimmen, die die neue Regelung gut heißen. So gibt es inzwischen eine Bewegung, die Tempo 30 in Lahr, also auch auf der B 415 in Kuhbach und Reichenbach, aktiv befürwortet. Ebenfalls auf change.org wurde die Petition „Ja zu Tempo 30 – Für mehr Sicherheit und Lebensqualität in Lahr“ gestartet. Die Begründung: Die reduzierte Geschwindigkeit erhöhe die Sicherheit, sorge für weniger Lärm, sei umweltfreundlicher und erhöhe die Attraktivität der Stadt. Der Zuspruch für die Petition hält sich derweil noch in Grenzen. Bis Redaktionsschluss am Montag hatten 16 Menschen unterzeichnet.
Noch bis Mittwoch müssen sich Pendler auf viel Verkehr einstellen. Solange dauert der SWEG-Streik noch an. Auch am Freitag wird allerdings viel Geduld nötig sein. Wie das beauftragte Straßenbauunternehmen Joos mitteilt, werden zwischen 9 und 15 Uhr Sanierungsarbeiten am Fahrbahnbelag der Reichenbacher Hauptstraße vorgenommen. Dafür wird die Straße halbseitig gesperrt, eine Ampelregelung ist vorgesehen. Die Durchfahrt werde jederzeit möglich, jedoch durch die Arbeiten erschwert sein, heißt es in der Ankündigung.