Rund um die 30. Minute des DFB-Pokalspiels zeigten SC-Fans auf der Südtribüne einen Banner gegen Roland Mack. Foto: Tom Weller/dpa

Mit einem deftigen Spruchband hat die organisierte Freiburger Fanszene Europa-Park-Gründer Roland Mack kritisiert. Hintergrund sind dessen Äußerungen zum Umgang mit der AfD.

Es waren am Mittwochabend rund 30 Minuten im DFB-Pokal-Achtelfinale des SC Freiburg gegen den SV Darmstadt 98 gespielt, als hinter dem Tor der Südtribüne zwei Spruchbänder mit einer deftigen Aussage ausgerollt wurden. „@Mack: Wer mit Faschisten spricht, ist Teil des Problems. Verpiss dich!“, hieß es in Rot und Schwarz auf weißem Grund. Adressat der Banner: Europa-Park-Gründer Roland Mack, der sich in der vergangenen Woche für Gespräche mit der AfD ausgesprochen hatte.

 

Dass man mit Menschen spreche, die immerhin einen hohen Anteil an Wählerstimmen ausmachten, halte er für notwendig und richtig, so Mack in einem Gespräch mit dem „Südkurier“. Dem Austausch von Argumenten sollte man offen gegenüberstehen, sagte der Unternehmer. „Wir müssen für Gespräche immer offen sein.“

Bei Teilen der Fans des SC Freiburg kamen Macks Aussagen offenbar nicht gut an. Urheber ist laut Aufdruck auf dem Banner die Gruppierung „Immer wieder Freiburg“, die sich ihrer Webseite zufolge als Teil der Ultraszene versteht.

Europa-Park ist seit mehr als 30 Jahren Partner des SC Freiburg

Dass mit Spruchbändern und Bannern Botschaften – auch und vor allem zu politischen und gesellschaftlichen Themen – von Fans nach außen getragen werden, ist Alltag in deutschen Stadion (siehe Info). Auch in Freiburg.

Doch das Spruchband vom Mittwoch hat eine besonders pikante Note. Denn der Ruster Freizeitpark, der gerade sein 50-Jähriges feierte und von Roland Mack gegründet wurde, ist seit mehr als 30 Jahren Partner und Sponsor des SC Freiburg. Seit 2021 trägt der Bundesligist seine Spiele in Liga, Europa- und DFB-Pokal im Europa-Park-Stadion aus. Im Sommer veranstaltete der Verein aus dem Breisgau zum fünften Mal seinen Fantag im Ruster Freizeitpark. Ein Affront unter Freunden also.

Roland Mack (rechts, hier bei einem früheren Stadionbesuch mit Sohn Thomas) dürfte das Lachen am Mittwochabend vergangen sein. Foto: Europa-Park

Konkret zum Banner und möglichen Konsequenzen äußerte sich der Europa-Park am Donnerstag auf Nachfrage unserer Redaktion nicht, wohl aber zu Macks Aussagen, auf die sich die Fans bezogen. „Die in der Diskussion zitierten Aussagen von Roland Mack stammen aus einer längeren Gesprächsrunde und sind aus dem Zusammenhang gerissen worden“, teilte ein Europa-Park-Sprecher mit. „Im Kern ging es ihm darum zu betonen, dass der offene Austausch generell ein wesentlicher Bestandteil unserer demokratischen Kultur ist“, so der Park-Sprecher weiter.

Das sagt Europa-Park-Gründer Roland Mack

„Kommunikation ist ein Schlüssel, Probleme zu lösen und Veränderung im positiven Sinne herbeizuführen. Man kann miteinander sprechen und dennoch unterschiedlicher Meinung sein. Ohne Dialog ist es nicht möglich, demokratische Werte zu vermitteln“, sagt Roland Mack dazu.

Protest gegen Sponsoren

Dass Fans im Stadion Sponsoren ihres Vereins kritisieren, kommt häufig vor. Anhänger von Borussia Dortmund etwa hatten gegen den BVB-Deal mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall protestiert. Auch Fan-Gruppierungen des FC Bayern München äußern sich immer wieder kritisch gegenüber Sponsoren des Vereins. Der Europa-Park wurde ebenfalls schon einmal von SCF-Fans kritisiert. 2022 hatte Geschäftsführer Michael Mack bei Twitter für einen laut der Ultra-Gruppe Corillo „wissenschaftsfeindlichen und verschwörungsideologischen Podcast“ geworben.