Der Konflikt im Nahen Osten treibt die Preise nach oben. Auch im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb kostet Benzin vielerorts mehr als zwei Euro. Wie Autofahrer beim Tanken Geld sparen können.
Viele Autofahrer müssen derzeit beim Blick auf die Anzeigetafeln schlucken: An zahlreichen Zapfsäulen in der Region liegt der Preis für Super inzwischen über der Zwei-Euro-Marke.
Der Grund hinter den steigenden Rohölpreisen: Der Iran blockiert die Straße von Hormus, eine der wichtigsten weltweiten Routen für den Öltransport. Der Schiffsverkehr dort ist aktuell lahmgelegt.
Laut Berechnungen des ADAC sind die Kraftstoffpreise innerhalb weniger Tage deutlich gestiegen. „Im bundesweiten Durchschnitt ist Super E10 um rund 17 Cent pro Liter teurer geworden, bei Diesel waren es sogar fast 30 Cent“, sagt Holger Bach, Abteilungsleiter Verkehr und Umwelt bei ADAC Württemberg. Die Preise seien damit deutlich höher als noch am Freitag vor Beginn des Iran-Kriegs.
Immerhin: Der starke Anstieg sei inzwischen stagniert. „Die gute Nachricht ist, dass sich der Preisanstieg mittlerweile verlangsamt hat im Vergleich zu Beginn der Woche“, erklärt Bach.
Krieg im Nahen Osten treibt Ölpreis in die Höhe
Wie sich die Preise in den kommenden Wochen entwickeln, sei derzeit schwer abzuschätzen. Solange die Krise im Nahen Osten und die Blockade der Straße von Hormus anhalten, müsse man jedoch weiter mit hohen Spritpreisen rechnen, sagt der ADAC-Experte.
Grundsätzlich wird der Preis an der Zapfsäule vor allem durch die Rohölpreise bestimmt. Benzin und Diesel werden daraus hergestellt. Steigt der Ölpreis, verteuert sich meist auch der Kraftstoff. Eine weitere Rolle spielt der Wechselkurs des US-Dollars, da Rohöl weltweit in Dollar gehandelt wird.
Preissprung laut ADAC unverhältnismäßig
Ein großer Teil des Spritpreises besteht in Deutschland außerdem aus Steuern und Abgaben. Nach ADAC-Berechnungen machen sie im Schnitt rund 58 Prozent des Benzinpreises und etwa 48 Prozent bei Diesel aus.
Der Automobilclub sieht die aktuelle Entwicklung kritisch. Aus Sicht des ADAC habe die Mineralölwirtschaft den Anstieg des Rohölpreises „ohne Zeitverzug“ an den Verbraucher weitergegeben – obwohl die Tanklager noch mit günstiger eingekauftem Kraftstoff gefüllt gewesen seien. Deshalb bewerte der ADAC den aktuellen Preissprung als unverhältnismäßig.
So lässt sich beim Tanken Geld sparen
Autofahrer können dennoch versuchen, beim Tanken Geld zu sparen. Entscheidend ist dabei vor allem die Tageszeit. Laut einer Auswertung des ADAC sind die Preise abends meist am niedrigsten.
„Am günstigsten ist es in der Regel zwischen 19 und 20 Uhr“, sagt Bach. Besonders teuer sei das Tanken hingegen am Morgen zwischen 7 und 8 Uhr. Der Unterschied kann im Tagesverlauf bis zu 13 Cent pro Liter betragen.
Auch der Standort der Tankstelle spielt eine Rolle. Besonders teuer ist der Kraftstoff häufig an Schnellstraßen. „An Autobahntankstellen zahlt man im Schnitt bis zu 40 Cent pro Liter mehr als an der nächstgelegenen Tankstelle abseits der Autobahn“, sagt der ADAC-Experte. Auch in weniger einwohnerstarken Regionen kann es aufgrund der geringeren Nachfrage teils günstiger sein als in der Stadt.
So lassen sich Preise vergleichen
Wer sparen möchte, sollte außerdem die Preise vergleichen. In Deutschland müssen Tankstellen ihre Preise in Echtzeit melden, sodass Verbraucher sie leicht abrufen können.
„Gerade in Zeiten volatiler Preise wie aktuell lohnt sich ein Vergleich und das bewusste Ansteuern relativ günstiger Tankstellen“, sagt Bach. Hilfreich seien Apps, mit denen sich die Preise von Tankstellen in der Nähe vergleichen lassen.
So lässt sich beim Fahren Sprit sparen
Nicht nur beim Tanken, auch beim Fahren selbst lässt sich Geld sparen. Laut dem ADAC-Experten kann eine spritsparende Fahrweise den Verbrauch deutlich senken.
„Mit einer optimierten Fahrweise lassen sich bis zu 20 Prozent Kraftstoff sparen“, sagt Bach. Dazu gehören vor allem frühzeitiges Hochschalten und das Fahren mit niedriger Drehzahl. Außerdem empfiehlt der ADAC, vorausschauend zu fahren und unnötiges Bremsen oder Beschleunigen zu vermeiden.
Auch kleine Gewohnheiten können den Verbrauch erhöhen: Elektrische Verbraucher wie die Sitzheizung oder die Klimaanlage sollten laut ADAC nur genutzt werden, wenn sie wirklich nötig sind. Und wer im Winter mit Dachbox zur Skipiste gefahren ist, sollte diese danach möglichst schnell wieder abbauen: Auf der Autobahn kann sie den Verbrauch laut ADAC um bis zu zwei Liter pro 100 Kilometer erhöhen.