Die Wettkampfsaison 2025 ist für Hürdensprinterin Rosina Schneider aus Wiesenstetten beendet. Im Stichwort-Interview spricht die Athletin des TV Sulz mit unserer Redaktion.
Zwischen zwei Uni-Vorlesungen nimmt sich Rosina Schneider Zeit für ein Gespräch mit unserer Redaktion. Die 21-jährige Hürdensprinterin hat auf die folgenden, von unserer Redaktion vorgegebenen, Stichworte geantwortet.
2025: „Es war ein sehr aufregendes Jahr. Ich hatte viele internationale Starts und eine hohe Wettkampfbelastung. Ich würde meine Hallensaison hervorheben, die besser als draußen war. Ich hatte zum Beispiel einen tollen Wettkampf in Düsseldorf. Ich bin dankbar für die vielen Starts und das ich gesund geblieben bin.“
Europameisterschaft steht an
2026: „Da kommt mir gleich die Europameisterschaft in Birmingham (England) in den Kopf. Sandrina Sprengel (Anm. d. Redaktion: Mitbewohnerin und sehr gute Freundin) hat die Qualifikation ja schon, es wäre cool wenn wir da als WG zusammen mit Laura Raquel Müller dabei wären. Ich möchte mich da natürlich gegen die nationale Konkurrenz durchsetzen. Ende März findet die Hallen-Weltmeisterschaft in Toruń (Polen) statt. Da muss ich allerdings mal schauen, da ich doch eine recht lange ’Off-Season’ habe.“
Der Traum von LA
Olympia: „Los Angeles 2028 ist ein riesiges Ziel von mir. Wir waren im Oktober vor zwei Jahren schon mal dort. Ich will da fit sein und wieder hin. Es sind nun weniger als 1000 Tage, das geht schneller als man denkt. Ich will mich international etablieren, muss dafür aber natürlich noch viel arbeiten. Ich wäre dort dann 24, das ist ein gutes Alter für Sprinterinnen.“
TV Sulz: „Es ist immer noch mein Heimatverein, und das freut mich. Ich kriege gute Unterstützung und werde wertgeschätzt. Samstags trainiere ich dort immer mit meinem Heimtrainer. Ich habe auch Anfragen von anderen Vereinen, im November sind die Wechselfristen. Noch habe ich mich nicht entschieden. Natürlich muss man auch überlegen, wie man Geld verdient.“
Mehrere Heimaten
Heimat: „Ich diesen Begriff verbinde ich mit dem TV Sulz. Ich genieße es auch immer wieder in Wiesenstetten zu sein, auch wenn das nur noch am Wochenende möglich ist. Stuttgart ist eher grau, da tut es einfach gut Wiesen und Landschaft zu sehen. Trotzdem wurde auch Stuttgart mit den Menschen dort zu meiner Heimat. Es ist schön, mehrere Heimaten zu haben.“
Australien: „Ich hatte dort einen wunderschönen Urlaub und habe es sehr genossen. Es tat sehr gut, den Kopf nach der anstrengenden Saison frei zu kriegen. Australien hat mir geholfen, aus der Sportwelt rauszukommen. Es gibt tolle Städte und Strände, ich habe tolle Menschen kennengelernt. Eine so schöne Natur wie am ’Ayers Rock’ habe ich noch nie gesehen.“
„Vorbild“ Sandrina Sprengel
Sandrina Sprengel: „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll (lacht). Was sie bei der Weltmeisterschaft gezeigt hat, war brutal (Anm. d. Redaktion: Fünfte im Siebenkampf). Ich habe es aus Australien verfolgt, das hat von der Zeit her sehr gut gepasst. Wir haben uns seither nicht gesehen, aber natürlich viel geschrieben und telefoniert. Sie ist so gesehen auch ein kleines Vorbild für mich. Ihre Saison ging mit einem Muskelfaserriss gestartet, war am Ende der Saison bei der WM. Natürlich sehe ich sie nicht nur als Sportlerin, sondern auch als sehr gute Freundin.“
Universität: „Es läuft gut, auch wenn es im Vergleich zum Sport eher zweitrangig ist. Ich werde zum Glück immer wieder freigestellt. Es ist aber gut, einen ’Plan B’ zu haben.“
Stress: „Wenn ich im Alltag zwischen Uni und Training hin- und her hetze, ist das schon stressig. Ich habe aber gelernt, damit umzugehen. Ich denke, das ich stressresilient bin. Man ist ja auch viel unterwegs, reist, und muss auf Wettkämpfen performen.“
Ernährung ein wichtiger Punkt
Social Media: „Das ist auch ein gutes Stichwort. Es ist irgendwie auch ein Teil von mir. Ich poste vom Training oder Urlaub. Es ist auch für Sponsoren entscheidend, wie man sich da präsentiert. Ich mache es aber vor allen Dingen, weil es mir Spaß macht.“
Ernährung: „Dadurch kann man die sportliche Leistung auf jeden Fall beeinflussen. Ich habe bisher noch keinen Ernährungsberater, will das über den Winter aber mal in Angriff nehmen.“
Träume: „Eigentlich lebe ich ja schon meinen Traum. Ich bin 2021 auf das Sportinternat, als ich noch verletzt war. Nun lebe ich in einer tollen WG, wir haben alle etwas mit Sport zu tun. Natürlich nenne ich hier auch Olympia, wer würde das nicht? Auch ein Finaleinzug bei einem großen internationalen Event gehört dazu.“