Lucas Ansah-Peprah, Owen Ansah, Marvin Schulte und Deniz Almas (von links) nach dem Vorlauf bei der WM in Tokio Foto: Michael Kappeler/dpa

Zum ersten Mal seit 2015 erreicht die deutsche 4x100-Meter-Staffel ein WM-Finale – auch dank Startläufer Deniz Almas. Im Endlauf wird das DLV-Team Fünfter.

Vor einer Fernsehkamera zu stehen macht Deniz Almas sichtlich Spaß. Erst im August war der Sprinter aus Altburg Interviewpartner der „Sportschau“, nachdem er in Dresden deutscher Vizemeister wurde – und machte dabei einen sehr sympathischen Eindruck neben Owen Ansah, der ihm mit weniger als einem Wimpernschlag Vorsprung den Titel wegschnappte. Nun war es ZDF-Moderatorin Maral Bazargani, die ihn bei der Leichtathletik-WM in Tokio nach dem souveränen Vorlauf befragte. „Ein bisschen schneller geht aber immer noch“, lachte der 28-Jährige in die Kamera.

 

WM-Start war unsicher

Mit sechs Sprintern war der DLV nach Japan geflogen, nur vier von ihnen standen im Vorlauf auf der Tartanbahn. Ob Almas dabei sein würde, galt im Vorfeld als unsicher. Auch sein erster Trainer – Günther Henne von der LG Calw – wagte keine Prognose, drückte seinem früheren Schützling aber die Daumen. Und das schien zu helfen: Zusammen mit dem deutschen Meister Owen Ansah (Hamburger SV), Lucas Ansah-Peprah (Hamburger SV) und Marvin Schulte (ASV Köln) stand der seit diesem Jahr für die LG Olympia Dortmund laufende Calwer im deutschen Aufgebot.

Kein volles Risiko

Wenig überraschend stellte Bundestrainer David Corell Almas als Startläufer auf. Schon bei der deutschen Meisterschaft in Dresden begeisterte er mit seinem Turbo-Start und wurde erst auf den letzten Metern noch von Owen Ansah abgefangen. Und genau diese Qualität zeigte Almas auch in Tokio. Dank dem guten Start musste das DLV-Team bei allen drei Stabwechseln kein volles Risiko gehen. Dass es am Ende mit 38,12 Sekunden dennoch eine neue Saisonbestleistung wurde, lag aber auch an Owen Ansah, der auf der ungewohnten dritten Position lief. Nur Olympia-Sieger Kanada (37,85 Sekunden) und Titelfavorit USA (37,98) waren im Vorlauf noch schneller. Den zweiten Titelfavoriten Jamaika (38,52) ließ Deutschland hinter sich. Die Jamaikaner hatten zu große Probleme bei der letzten Stabübergabe. Zum ersten Mal seit 2015 hatte sich die deutsche 4x100-Meter-Staffel damit für ein WM-Finale qualifiziert.

Probleme beim Aufwärmen

Das WM-Finale erlebte Almas allerdings nur als Zuschauern. Er hatte Probleme beim Aufwärmen und wurde durch Julian Wagner (TV Wattenscheid) ersetzt. Im Dauerregen von Tokio kam das deutsche Quartett mit 38,29 Sekunden nicht ganz an seine Vorlauf-Zeit heran und wurde Fünfter hinter den USA (37,29), Kanada (37,55), den Niederlanden (37,81; neuer Landesrekord) und Ghana (37,93). Deutschland bereitete vor allem der zweite Stabwechsel Probleme: Marvin Schulte benötigte drei Anläufe, um den Stab in Owen Ansahs Hand zu drücken.

Almas selbst hatten die zwei Wettkampftage im gut gefüllten Olympiastadion von Tokio viel Spaß gemacht. „Die Stimmung war super. Die habe ich aufgesogen“, freute sich der Calwer und sagte über seine Team-Kollegen: „Wir alle haben einen Super-Job gemacht.“