Zu einem Großeinsatz ist es am Dienstag nahe der evangelischen Kirche in Nonnenweier gekommen. Dort mussten zwei Sprengkörper entschärft werden. Foto: Kamera24

Schock in Nonnenweier: Im Zuge von Ermittlungen wurden am Dienstag in der Hauptstraße nahe der Kirche Sprengkörper gefunden. Um die Gefahr zu bannen, wurden sie vor Ort zur Detonation gebracht. Die Hintergründe sind derweil im Dunkeln.

Kurz vor 14 Uhr ertönt ein lauter Knall, der im ganzen Dorf zu hören ist. Es ist eine kontrollierte Sprengung, von der Polizei im Vorfeld angekündigt. Zuvor haben Feuerwehr und Polizei den Ort der Detonation in der Nonnenweierer Hauptstraße nahe der evangelischen Kirche weitläufig abgesperrt – niemand darf sich näher als 200 Meter nähern. Einige Anwohner, die die Straße passieren, zu ihrem Auto oder einfach nur nach Hause wollen, bleiben verdutzt stehen und fragen nach dem Grund des Tohuwabohu.

 

Doch die Einsatzkräfte vor Ort – mehrere Dutzend an der Zahl, verteilt auf verschiedene Plätze – geben sich schmallippig, auch die Pressevertreter werden ans Offenburger Polizeipräsidium verwiesen. Keine Angaben zu dem gesprengten Material und dem Grund der Sprengung. Durch die eingerichtete Gefahrenzone ist indes klar, dass es sich um ein gefährliches Manöver handelt und keine Risiken eingegangen werden sollen.

Eine größere Evakuierungsaktion ist nicht vonnöten

Zunächst hieß es am Vormittag, dass in einer Baulücke nahe der Kirche ein Sprengkörper gefunden worden sei. Wolfgang Kramer vom Polizeipräsidium Offenburg präzisierte später auf Nachfrage unserer Zeitung. Er sprach von gleich zwei kontrollierten Sprengungen – sprich zwei Funden –, die die Entschärfer des Landeskriminalamts gegen 14 Uhr und 14.30 Uhr vornahmen. Dies, so Kramer, konnte ohne große Evakuierungsaktion erfolgen.

Zudem lag der Fundort wohl nicht im Freien. Die erste Vermutung, dass bei Baggerarbeiten Kriegsmunition oder Ähnliches zutage gefördert wurde, stellte sich als falsch heraus: Es gab keine Baumaßnahme, sondern einen konzertierten Polizeieinsatz. Dieser, so Sprecher Kramer, sei seit Dienstagmorgen am Laufen gewesen – „unter anderem in Nonnenweier“. In diesem Zuge wurden die Sprengkörper aufgefunden. Hatte jemand das gefährliche Material zu Hause gehortet und die Polizei war ihm auf die Spur gekommen? Ein wahrscheinliches Szenario.

Polizei sagt nicht viel, versucht aber die Anwohner zu beruhigen

Die Sprengungen erfolgten aus Sicherheitsgründen auf dem freien Gelände in der Hauptstraße. „Weitere Details können wir noch nicht preisgeben, es ist ein laufendes Ermittlungsverfahren“, sagte Kramer. Auch am Mittwoch sei damit zu rechnen, dass es noch keine weiteren Informationen von der Polizei gebe. „Die kriminalpolizeilichen Maßnahmen sind noch nicht abgeschlossen.“

Angst müssten die Nonnenweierer aber keine haben, versichert der Beamte. „Es gibt keinerlei Anhaltspunkte, dass eine Gefahr für die Allgemeinheit besteht.“

Bürgermeister schweigt

Genauso kurz angebunden wie die Polizei zeigte sich auch Schwanaus Bürgermeister Marco Gutmann am Dienstagnachmittag auf Anfrage. „Ich bin leider zur Verschwiegenheit verpflichtet“, sagte er und verwies „für jegliche Fragen“ an das Polizeipräsidium Offenburg. Der Rathauschef, das zeigen Bilder, war bei den Sprengungen anwesend.