Sprayer am Werk: Das Treppenhaus des Parkhauses ist nicht wiederzuerkennen. Foto: Weisser

Was dabei herauskommt, wenn 18 Graffiti-Künstler zwei Tage lang Farbe aus annähernd 800 Dosen an Betonwände sprayen, kann man im Rottweiler Parkhaus am Kriegsdamm bewundern.

Parkhäuser mit großen Betonflächen vermitteln in der Regel triste Eindrücke. An den Wänden finden sich höchstens mal Schmierereien- oft wirken Parkhäuser in Städten eher schmuddelig.

 

All dies trifft nicht auf das Rottweiler Parkhaus am Kriegsdamm zu. Das Gebäude war bisher im Innenbereich teilweise schon recht bunt. Seit dem Sommer 2019 zieren abwechslungsreiche künstlerische Bemalungen die Betonwände im Parkbereich. Damals hatten internationale Künstler aus der Graffiti–Szene einen Teil der Flächen gestaltet.

Von erster Aktion 2019 begeistert

Die Aktion war von Michael Grimm und Robert Hak gemeinsam auf die Beine gestellt worden. Grimm hatte die Graffiti-Kunst erstmals in einem Parkhaus in Stuttgart gesehen. Die Verantwortlichen der Parkhausbetreiberfirma waren so begeistert, dass sie nunmehr eine Fortsetzung der Arbeiten anregten. Hak – er verfügt über die entsprechenden Kontakte in der Szene – konnte für den zweiten Einsatz 18 Künstler und Künstlerinnen aus ganz Deutschland gewinnen.

Crew-Meeting der Sprayer

Das sei ein „Crew-Meeting“ befreundeter Graffiti- Sprayer, diese würden sich alle gut kennen, erzählte der Rottweiler Designer. Unterstützt wurde Hak vom freischaffenden Künstler Tobias Küspert (Sprayername: Nase 96), dessen Wurzeln in der Region liegen. Küspert ist in Villingen-Schwenningen geboren und arbeitet seit vielen Jahren in Hamburg. Beim Projekt am Wochenende stand das Treppenhaus zur Höllgasse hin im Mittelpunkt. Zehn Personen gingen dort zu Werke. Diese durften sich im mehrstöckigen Treppenhaus künstlerisch ausleben. „Es gab von Seiten des Parkhauses keine Vorgaben, das gefällt den Künstlern“, betonte Hak.

Auch Michael Grimm schaute vorbei und zeigte sich von den Arbeiten der Sprayer begeistert. Ein Parkhaus sei zwar keine Wohlfühloase, die ansprechende Gestaltung der Wände mit Graffiti-Kunst trüge jedoch dazu bei, dass das Parkhaus gut angenommen werde und „raus aus der Schmuddelecke“ komme, deutete der Kunstfreund und Weinhändler an.

Vier bis acht Stunden für ein Werk

Zwischen vier bis acht Stunden würden die Künstler für ein größeres Werk benötigen, ließ Hak wissen. Am Samstagnachmittag wurde mit der Arbeit begonnen, am Sonntag ging es weiter. Neben der Bemalung des Treppenhauses wurde die Auffahrt bunt gestaltet. Zudem erfolgten Restarbeiten an den im Jahr 2019 noch nicht fertiggestellten Projekten.