Bürgermeister Frank Schroft (vorne links) hängt die Fraktionschefs Matthias Schwarz (rechts) und Oliver Rentschler (hinten links) glatt ab – da hat sogar Kameramann Eddy Güler Mühe, mitzuhalten. Foto: Karina Eyrich

Die Idee zu einem Sportzentrum Geißbühl war mehr als 50 Jahre alt – nun ist der Traum der sporttreibenden Vereine und der Schüler der Gesamtstadt Meßstetten wahr geworden: Das erweiterte und runderneuerte Trainings- und Spiel-Areal der früheren Kaserne ist ein Paradies für Athleten geworden.

„Der Weg bis hierher war lang und manchmal auch steinig“, da hatte Patricia Bodmer, Vorstandssprecherin des TSV Meßstetten, wohl recht, als sie vom langen Weg bis zur Eröffnung des Sportzentrums Geißbühl am Donnerstagabend sprach. „Doch auch aus Steinen, die uns in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen“ – Bürgermeister Frank Schroft blieb in diesem Bild und erinnerte an die „ersten Überlegungen für ein neues Stadion in den 1970er-Jahren“.

 

Vier Bürgermeister und unzählige Gemeinderäte hätten sich seither für das „Vorzeigeprojekt“ engagiert. Doch nach heftiger Kritik der Bürgerinitiative im Gebiet Wildenstein sei das Projekt mit Gesamtkosten von 7,6 Millionen D-Mark nicht weiterverfolgt worden.

Die Kinder und Jugendlichen der Gesamtstadt Meßstetten jubeln: Sie haben endlich ein großes Sportstadion mit allem Drum und Dran. Foto: Eyrich

Inzwischen gehört das Areal auf dem früheren Gelände der Zollernalb-Kaserne, wo einst Bundeswehrsoldaten trainierten, der Stadt – und „das Projekt nahm volle Fahrt auf“, freute sich Schroft.

Die jungen Kicker vom Großen Heuberg legten gleich los auf dem neuen Kunstrasenplatz. Foto: Eyrich

Das Ergebnis kann sich weit über die Grenzen Meßstettens hinaus mal wieder sehen lassen“, rief Bodmer den zahlreichen Gästen aus allen Generationen zu, und der geschäftsführende Schulleiter Steffen Strohhäcker, Rektor der Realschule, setzte noch einen drauf: „Es ist in der Umgebung einzigartig! Meßstetten erhält ein Alleinstellungsmerkmal – gerade im Bezug auf den Schulsport.“

Bundesjugendspiele haben wieder eine Heimat

Dass dieser in Meßstetten, wo alle Schulleiter der Kernstadt studierte Sportlehrer seien, groß geschrieben werde, betonte Strohhäcker ausdrücklich und kündigte an, dass die Austragung von Bundesjugendspielen künftig wieder fester Bestandteil des Schuljahresprogramms sein werde. Zumal gerade in Zeiten von Computerspielen und Smartphones „Sport und Bewegung, Erleben und Spielen essenziell“ seien.

Strahlte: Patricia Bodmer, Vorstandssprecherin des TSV Meßstetten, sprach für alle sporttreibenden Vereine in der Gesamtstadt Meßstetten. Foto: Eyrich

Ihn wie Patricia Bodmer, die für alle sporttreibenden Vereine der Gesamtstadt sprach, freute es besonders, dass „die Stadt, allen voran Bürgermeister Schroft, rechtzeitig die Schulen und Vereine bei der Planung ins Boot geholt haben, so dass wir hier für unseren Anspruch und gemessen an der Einwohnerzahl eine perfekte Trainings- und Wettkampfstätte für die nächsten Jahrzehnte aufzuweisen haben“.

Danke und gratulierte im Namen der sportlichen Schulleiter: Steffen Strohhäcker, Rektor der Realschule Meßstetten Foto: Eyrich

Dass ein Sportzentrum Geißbühl „schon frühzeitig gegenüber der Eichhalde“ – dem einstigen Fußballplatz am Eingang zur Kernstadt, im Wohngebiet, „favorisiert wurde“, machte die Vereinssprecherin strahlen. Die alte Kasernensportanlage sei „nicht ideal“ gewesen. „Besonders im Laufsport mussten wir Kompromisse eingehen, weil die Nutzung von Spikes nicht erlaubt war.“ Doch diese Zeit der Kompromisse habe die Vereine auch „zusammengeschweißt und uns gezeigt, was wir gemeinsam erreichen können, wenn wir uns nicht entmutigen lassen“. Die Jahre des Wartens hätten sich gelohnt, so Bodmer. „Die moderne Anlage bietet uns nun die Bedingungen, die wir brauchen, um unsere sportlichen Ziele zu erreichen und unsere Nachwuchstalente bestmöglich zu fördern.“

Dank für Verständnis und Geduld der Vereine

Pfarrer Safi Powath macht alle mit Weihwasser nass – Matthias Frankenberg und Frank Schroft (von rechts) nehmen’s mit Humor. Nur Volker Bitzer, Pressesprecher der Stadt, kam dank seiner wertvollen Kamera ungeschoren davon. Foto: Eyrich

Bodmer, Strohhäcker und Schroft dankten allen, die an der Verwirklichung des Traumes mitgearbeitet hätten: dem Gemeinderat, der die Mittel – 2,3 Millionen Euro sind in das Projekt geflossen – freigegeben und das Bebauungsplanverfahren durchgezogen habe, dem Stadtbauamt mit seinem Leiter Claus Fecker an der Spitze, dem Planungsbüro Sigmund aus Grafenberg, das auch für das gelungene Sport- und Freizeitgelände Blumersberg verantwortlich zeichnet, der Firma Garten-Moser aus Reutlingen, die zum Angebotspreis von 1,92 Millionen Euro die Anlage errichtet hatte, dem Landratsamt des Zollernalbkreises als Genehmigungsbehörde – „und allen Vereinen für ihre Geduld und ihr Verständnis“, wie Schroft betonte, der auch seinen Vorgängern und früheren Gemeinderäten für ihr Durchhaltevermögen dankte.

Ein weiter Sprung ist der Stadt Meßstetten mit dem Bau der Sportanlage Geißbühl gelungen. Foto: Eyrich

Der Erste Landesbeamte Matthias Frankenberg wertete die Anlage als Zeichen dafür, was man erreichen könne, „wenn man dran bleibt“: Die Anlage sei „wichtig für reges Vereinsleben und eine vielfältige Schullandschaft“, wie Meßstetten sie habe.

Die Kinder machten Luftsprünge vor Freude. Foto: Eyrich

Steffen Strohhäcker äußerte nur noch einen Wunsch und signalisierte augenzwinkernd, für „konstruktive Gespräche“ offen zu sein: „einen Geißbühl-Sportbus“, um das Training dort besser in den Schulunterricht integrieren zu können.

„Sport lehrt Gemeinschaft – Verlieren und Gewinnen“

Die Pfarrer Reinhold Schuttkowski und Safi Powath (von links) segneten das Sportzentrum. Foto: Eyrich

Danach hatten der evangelische Pfarrer Reinhold Schuttkowski und sein katholischer Amtsbruder Safi Powath das Wort, beteten mit allen Gästen für verletzungsfreien Sport und fairen Wettkampf und segneten die Anlage. Die Werte einer Gesellschaft seien die selben wie die des Sports, so Schuttkowski. „Man lernt Gewinnen und Verlieren, man erlebt Gemeinschaft!“

Der Schultes erweist sich als echter Renner

Obwohl auch „ein bisschen Weihwasser von oben“ kam, verkniff es sich Pfarrer Safi nicht, die Ehrengäste auch mit etwas Weihwasser aus seinem Fläschchen nass zu spritzen.

Die Fußballerinnen des SV Unterdigisheim fühlen sich auf dem neuen Kunstrasenplatz sichtlich wohl. Foto: Eyrich

Was tut Mann dann? Weglaufen: Bürgermeister Frank Schroft sprintete – trotz der schicken Schuhe – den Fraktionsvorsitzenden Matthias Schwarz von der Freien Wählervereinigung, Doris Vivas von der Frauenliste und Oliver Rentschler von der Bürgerliste davon auf der nagelneuen Laufbahn. Hin zu den Schul- und Vereinsvertretern, denen die Kommunalpolitiker symbolisch ein Staffelholz übergaben. Die Botschaft: Das Sportzentrum Geißbühl ist jetzt Eigentum aller, die in der Gesamtstadt Sport treiben.

Das Werferfeld wird noch ein paar Tage geschont

Nur das Werferfeld wurde am Donnerstag noch nicht bespielt – der Rasen darum herum braucht noch ein paar Tage, um Kraft zu tanken. Foto: Eyrich

Die ließen sich nicht zweimal bitten und eroberten Kunstrasenplatz, Laufbahn, Sprunggrube und Zuschauertribüne. Nur beim Werferfeld ist noch ein bisschen Vorsicht geboten – der Rasen darum herum muss noch Kraft tanken.