Falsche Ecke: Der Torwart konnte diesen Ball beim Elfmeterturnier am Freitagabend nicht halten. Machte aber nichts, denn ein Sieger wurde wegen des Gewitters nicht mehr ermittelt. Foto: Kirschbaum

Trotz Gewitter und stellenweise Starkregen war das Sportwochenende des Sportvereins Hartheim alles andere als ein Schlag ins Wasser.

Meßstetten-Hartheim - Mit dem Elfmeter-Schießen hat das Sportwochenende des Sportvereins Hartheim (SVH) begonnen – mit 28 Mannschaften: reine Frauenteams, reine Männerteams und gemischte Mannschaften. Ehrensache, dass alle Hartheimer Vereine eine Mannschaft gemeldet haben – manche sogar mehrere. Fantasievolle Spielpaarungen waren darunter, etwa "Schlauchis Weiber" gegen "Dynamo Tresen" und "Stiftung Wadentest" gegen "Bockstark". Ein tolles Bild bot sich den zahlreichen Zuschauern und Schlachtenbummlern und alle Elfmeterschützen wollten die Preise gewinnen.

Doch es kam anders. Das plötzliche starke Gewitter mit grellen Blitzen machte alle vorangegangenen Torschüsse und glänzenden Torwartparaden zu Nichte. Aus Sicherheitsgründen entschied sich der Sportverein, die Veranstaltung abzubrechen, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. Die stieg im kleinen Festzelt von Stunde zu Stunde, und bald gab es kaum mehr ein Durchkommen. Vielen Gästen blieb nichts anderes übrig, als den Heimweg früher anzutreten als ursprünglich gewollt.

Die Räder rollen für Kinder in Uganda

Am Samstagmorgen um 11 Uhr starteten dann die ersten Radfahrer für einen guten Zweck und gingen wahlweise auf die zehn oder 20 Kilometer lange Strecke. Beate Mauch hatte die Premiere der Benefizaktion als Leiterin der Radsportgruppe ins Leben gerufen. Streckenposten versorgten die Teilnehmer mit Obst und Getränken und das Startgeld in Höhe von fünf Euro kam ebenso wie der Erlös aus dem Kaffee- und Kuchenverkauf direkt einem Projekt in Uganda zugute, wo die "Sister of St. Francis" eine Schule erbauen wollen.

Warum gerade dieses Spendenziel? Beate Mauchs Arbeitskollegin Luca Hanzek aus Meßstetten hat eine Cousine, die in Uganda seit fünf Jahren als Ordensschwester wirkt. Zwar ist dort eine allgemeine Schulpflicht gesetzlich verankert, aber vielen Kindern und Jugendlichen bleibt die Möglichkeit einer guten Schulbildung verwehrt, weil die Schulwege oft zu weit sind und viele Kinder durch harte Feldarbeit zum Lebensunterhalt der Familie beitragen müssen.

Keine Chance auf menschenwürdiges Leben

Derzeit läuft an der Schule "St. Francis" in Uganda ein Programm, in dem sieben Lehrkräfte in mehreren Gruppen 100 Kindern und 70 Erwachsenen das Lesen und Schreiben beibringen. Die Schwesterngemeinschaft unterstützt auch die Armen, die kaum eine Chance auf ein menschenwürdiges Leben haben. Wie und warum kam Luca Hanzek, in Kroatien geboren, nach Meßstetten? Ihr Onkel Dragan Hanzek hat 47 Jahre in Meßstetten gewohnt und arbeitete dort unter anderem viele Jahre bei der damaligen Firma Göla. Als Luca Handceks Mann Milan in Kroatien arbeitslos wurde, kam die Familie mit zwei Kindern nach Meßstetten, wo sie nun schon seit acht Jahren leben.

43 Radler haben am Samstag an der Fahrradtour teilgenommen, die zwar auch der Regen unterbrochen hat, was viele Radler aber nicht störte – sie gingen wieder auf die Strecke. Neben dem Startgeld kam durch zusätzliche Spenden und den Verkauf von selbstgebackenem Kuchen eine beträchtliche Spendensumme zusammen.

Solaranlage ergänzt Heizöl-Heizung

Am Sonntag schließlich hatten alle Interessierten Gelegenheit, sich das Ergebnis der Renovierung des Sportheims im zweiten Bauabschnitt anzuschauen. Die neue Theke, die helle Decke und die Wände, der neue Boden und die geschmackvolle Einrichtung kamen bei den Besuchern sehr gut an. Mit diesem Umbau hat der Sportverein Hartheim in die Zukunft investiert und mit der Solaranlage auf dem Dach die Heizöl-Heizung merklich entlastet. Einziger Wermutstropfen an diesem Wochenende: In einer torreichen Begegnung zwischen dem Gastgeber SGM 2 und Strassberg 2 nahmen die Gäste die drei Punkte mit an die Schmeie.