Am Dienstag feiert die neue Version des Sportwagenklassikers Weltpremiere. Vor der Präsentation befeuert der Konzern das Rätselraten um das Erscheinungsbild des 911.
Es ist einer der bekanntesten Codes der Welt. Die Zahlenfolge 911 steht für den Sportwagenklassiker schlechthin. Und diese Porsche-Ikone versetzt ihre große Fangemeinde immer dann noch einige Umdrehungen mehr in Aufregung, wenn sich eine neue Version des Fahrzeugs ankündigt. Wie aktuell. Am kommenden Dienstag präsentiert der Zuffenhäuser Autobauer nämlich die nun mehr neunte Generation des Neunelfers.
PR so reduziert wie der Neunelfer selbst
Was hätte man im Vorfeld dieses Ereignisses für ein großes PR-Tamtam veranstalten, die Werbetrommel im Donnerschlagstil rühren können. Doch die Marketingstrategen von Porsche sind zu einem anderen Ergebnis gekommen. So unaufdringlich, puristisch und reduziert der Porsche 911 seit Jahrzehnten vorfährt, so wird er auch beworben.
Porsche macht es diesmal besonders spannend: Lediglich eine kleine Notiz findet sich zum neuen Vorzeigemodell auf der Internetseite des Unternehmens. Gerade einmal drei Sätze sind es, die dort auf die Weltpremiere am 14. April hinweisen. Von einem „fahrspaßorientierten Sportwagen“ ist die Rede und von einem Video, das anlässlich der Premiere um 16 Uhr ausgestrahlt wird. Darin sollen Prominente mit Bezug zur Autoszene ihre Eindrücke schildern, die sie auf einer Testfahrt über Bergstraßen auf Teneriffa im neuen Neunelfer gemacht haben.
Die Promi-Probanden hätten zuvor nicht gewusst, was auf sie zukommt, sagt der für die 911-Reihe zuständige Porsche-Pressesprecher Oliver Hilger, der in diesem Zusammenhang den Begriff „Blind Date“ wählt. Am Dienstag bekommt dann auch die potenzielle Kundschaft den aufgefrischten Klassiker zu sehen. „Bis dahin wird sicher noch viel über den neuen 911 spekuliert“, sagt Oliver Hilger. Und das geschieht zum Beispiel in den vom interessierten Publikum genutzten Sportwagen-Blogs, wo die Vermutungen durch die traditionell spärliche Informationspolitik von Porsche hinsichtlich neuer Modelle nur noch mehr befeuert wird.
Der von Porsche bewusst freigehaltene Raum für Spekulation wird auch in den einschlägigen Foren eifrig genutzt. Dort hat sich die Einschätzung mittlerweile verfestigt, das es sich beim neuen Neunelfer um ein Verbrennermodell im zeitlosen Touring-Design handeln wird – also um eine klassische 911er-Silhouette. Darauf deutet das einzige bisher von Porsche veröffentlichte Foto hin, auf dem der Neunelfer verhüllt zu sehen ist. Ein für die Rennstrecken-Optik typischer Heckflügel zeichnet sich darauf nicht ab.
Noch das Werk von Michael Mauer
Das Erscheinungsbild des neuen Neunelfers ist noch das Werk von Michael Mauer. Der langjährige Porsche-Chefdesigner ist mittlerweile aus dem VW-Konzern ausgeschieden, aufgrund des Vorlaufs bis zur Serienreife zeichnet er noch für aktuelle und nachfolgende Modelle verantwortlich.
1963 entsteht der Porsche-Mythos
Der Mythos 911 wurde vom Gründerenkel Ferdinand Alexander (F.A.) Porsche erschaffen, der das Urmodell kreierte, das im Jahre 1964 in den Verkauf kam. Seitdem ist dieser Sportwagen der größten Schatz des Hauses, der immer wieder neu interpretiert wird, ohne dabei seine Charakteristik zu verlieren. In dieser Tradition steht auch der neue Neunelfer, der am kommenden Dienstag enthüllt wird.