Großes Interesse: Im Rathaus gibt es kaum mehr ein Durchkommen, als es um die Sportplätze geht. Foto: Rainer Bombardi

Wegen ihres Antrags auf städtische Fördermittel zum Umbau von zwei Rasenplätzen in zwei Kunstrasenplätze waren zahlreiche Bürger bei der Sitzung des Gemeinderats dabei.

Der Sitzungssaal platzte aus allen Nähten als Bürgermeister Patrick Haas die Vorsitzenden Daniel Schwarz vom SV Mundelfingen, Karl Fritschi vom FC Hüfingen und Reinhard Albicker vom FC Hausen vor Wald das Wort erteilte, um den Bedarf an zwei Kunstrasenplätzen auf städtischer Gemarkung zu erläutern.

 

In der Folge begründeten sie ihren Antrag auf jeweils 400 000 Euro in den Jahren 2026 und 2027 mit diversen Argumenten, die sich aus Sicht der Vereine hinsichtlich einer erfolgreichen Zukunft auch in Bezug auf die Nachwuchsarbeit ergeben würden. Der Schulterschluss der Vereine machte sichtlichen Eindruck beim Gemeinderat, der spontan grünes Licht für den Bau eines Kunstrasenplatzes auf dem Sportgelände des SV Mundelfingen im Jahr 2026 gab.

FC Hüfingen will auch

Nicht so einfach macht er es sich angesichts weiterer 400 000 Euro für einen weiteren Platz für den FC Hüfingen. Um eine Entscheidung für einen zweiten Platz fällen zu können, forderte der Rat die Stadtverwaltung auf, bis zur nächsten Sitzung im September einen Beschlussvorschlag auszuarbeiten, der die angespannte Haushaltslage, sowie alle sportlichen, strukturellen und gesellschaftlichen Aspekte berücksichtigt. „Im Prinzip müssten wir den Antrag auch nur noch abnicken“, sagte Markus Leichenauer (CDU) in einem Plädoyer für die Kunstrasenplätze. Er begrüßte den Verzicht des FC Hausen vor Wald auf einen eigenen Kunstrasenplatz, der als kleinster der Vereine in Zukunft die Kunstrasenplätze mitnutzen kann.

Leichenauer befürwortete den Antrag auch aus sportlicher Sicht wegen des Wunsches, zu den Klubs in der Region konkurrenzfähig zu bleiben. Indes plädiert er in Bezug auf den Kunstrasenplatz für den FC Hüfingen für eine zeitliche Streckung unter Vorbehalt der Haushaltslage. „Es ist unbestritten, dass Kunstrasenplätze die Zukunft sind und die Vereine hinsichtlich Förderung des Nachwuchses und der Integration eine tolle Arbeit machen“, sagte Kerstin Skodell (SPD) und sicherte zu, dass die Fraktion grundsätzlich hinter einem Projekt steht, deren gesellschaftliche und sportliche Bedeutung offensichtlich sei.

„Wir wollen hinsichtlich der städtischen Finanzen und unserer Verantwortung für andere Vereine und Bürger gegenüber nicht festgezurrt werden“, ergänzte sie im Hinblick auf eine wiederholte Investition in 2027. „Die Situation der Vereine ist uns bewusst, genauso aber das immer schwierigere finanzielle Umfeld “, sagte Fraktionssprecher Michael Steinemann (Freies Forum). Er verwies auf weitere teure Projekte, welche die Stadtkasse in nächster Zeit belasten.

Blick auf den Haushalt

„Mit der Zustimmung für einen zweiten Platz zur Gefährdung der Liquidität beizutragen, wäre unverantwortlich“, so Steinemann weiter. Philip Wills (Liste unabhängiger Bürger) rückte mit Blick auf drei Rasenplätze in Hüfingen die Haushaltslage in den Fokus. „Mit einem kann ich mich abfinden, einem zweiten stimme ich nicht zu“, sagte er und appellierte diesbezüglich die Zusammenarbeit mit Nachbarvereinen zu suchen. „Jede Zusage für einen zweiten Platzumbau wäre mit Blick auf die unsichere Haushaltslage nicht solide“, ergänzte Reinhard Isak (SPD).

„Der Rasenplatz in Mundelfingen ist an seiner Belastungsgrenze angekommen“, plädierte Egon Bäurer von der CDU für einen möglichst raschen Umbau. Kerstin Skodell gab zu bedenken, dass ein zusätzlicher Kunstrasenplatz in Hüfingen, vor allem im Winterhalbjahr, während der Doppelnutzung der Turnhalle am Aquari, für den TuS eine riesige Entlastung wäre.

Martin Bausch (Freies Forum) appellierte aufgrund des geplanten Verzichts auf eine Einzäunung des Platzes in Mundelfingen, alle versicherungstechnischen Fragen nochmal genau zu klären.