Dass Hartplätze nicht mehr zeitgemäß sind, ist kein Geheimnis. Diese Erkenntnis führte beim SV Niedereschach zum Projekt „Kunstrasen“. Dabei wird ein besonderes Material verwendet.
Knapp fünf Monate nach Baustart hat der Anteil der Farbe Grün auf dem Sportplatz in Niedereschach nun Oberhand.
Was einst der Horror für jeden technisch versierten Spieler war, wird in Zukunft nun der lang ersehnte Ausweichplatz beim SV Niedereschach (SVN). Doch war es das wert, und wie regelmäßig soll dieser neue Kunstrasen genutzt werden?
„Trainiert wird ab sofort auf dem Kunstrasen, die Spiele werden weiterhin auf dem normalen Rasen stattfinden“, so Moritz Storz, Spieler des SV Niedereschach. Der Grund hierfür sei simpel, die ebenfalls sanierte Tribüne, die auf der Seite des Rasens steht, soll weiterhin benutzt werden und der Platz für Menschen sein, die keine Stunden am Stück stehen können.
Durch die Trainingseinheiten auf dem neuen Kunstrasen bleibt der Hauptplatz unter der Woche verschont und ist in bester Verfassung für das Wochenende, was in den vergangenen Jahren nicht immer der Fall war.
Sollte es im Laufe der Saison aufgrund der Witterungsverhältnisse jedoch nicht möglich sein, den Rasen zu nutzen, kann man nun ohne Bedenken auf den Nebenplatz wechseln. Genau so hat man es auch vor, berichtet Anton Huber, Spieler des SV Niedereschach.
Der SVN als Vorreiter
Besonders ist der Kunstrasenplatz dadurch, dass der Verein als einer der ersten Vereine von einer neuen Regel Gebrauch macht.
Seit Oktober 2023 ist es aufgrund von Umweltverschmutzung in Form von Mikroplastik nicht mehr zulässig, Granulat als Grundlage des Kunstrasens zu benutzen. Ab 2031, so steht es in den EU-Regularien, wird der Verkauf von Gummigranulat endgültig eingestellt. Bestehende Kunstrasen dürfen zwar weiterhin mit dem, als krebserregend geltenden Mikroplastik befüllt werden, ihnen bleibt jedoch verwehrt abgenutztes Granulat durch Neues zu ersetzen.
Es benötigt also Alternativen, eine Möglichkeit ist beispielsweise die Nutzung eines holzigen Teils der Maispflanze. Der SV Niedereschach hat sich für eine andere Variante entschieden: Kork. Dieser gilt als gesundheitlich unbedenklich, langlebig und damit als perfekte Grundlage für einen Kunstrasen.
Der richtige Schritt
Nicht nur die Spieler, die sich aufgrund des sinkenden Verletzungsrisikos auf den neuen Platz freuen, sondern auch die treuen Fans sowie viele andere Menschen im Ort sind begeistert von dem Projekt. Über 60 000 Euro kamen bislang durch Spenden zusammen, was eine beachtliche Summe ist und den Verein besonders freut. Jeder aus und um den Verein ist optimistisch, dass der Kunstrasen der richtige Schritt für den Verein war.
Das erste offizielle Spiel soll bald folgen, ein genauer Termin steht noch nicht fest, da um den Platz herum noch einige Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden müssen. Lange wird es aber nicht mehr dauern, bis der Slogan des Vereins greift: „SVN goes green“.