In einem desolaten, eigentlich nicht mehr nutzbaren Zustand befindet sich der Hartplatz des SV Niedereschach. Das Wasser läuft längst nicht mehr ab, und das Unkraut ist unübersehbar. Foto: Albert Bantle

Der Sportverein (SV) Niedereschach will nun endlich das Großprojekt Kunstrasenplatz realisieren. Die Kosten belaufen sich auf etwas mehr als 553 000 Euro.Der Verein hofft auf Zuschüsse – und setzt auf Eigenleistungen seiner Mitglieder.

Nachdem im ersten Anlauf 2016 wegen einer finanzielle Schieflage des Vereins und 2019 beim zweiten Anlauf wegen der Corona-Pandemie die Pläne wieder eingestampft worden sind, soll es im dritten Anlauf klappen.

 

Die neuen Pläne sind bereits weit gediehen. Es wurde ein geologisches Gutachten erstellt, Angebote wurden eingeholt, und mit dem Sportstättenplaner Franz Carlo Lehmann wurde das Gelände bereits besichtigt. Wegen einer Förderung wurden Gespräche mit Beatrix Vogt-Römer vom Badischen Sportbund Freiburg (BSB) und Niedereschachs Bürgermeister Martin Ragg geführt.

Schule könnte Gelände nutzen

Auch Gespräche mit Rektor Peter Singer von der an das Gustav-Strohm-Sportzentrum angrenzenden Gemeinschaftsschule Eschach-Neckar wegen einer Kooperation zwischen Schule und Verein verliefen positiv; die Schule könnte das Sportgelände mitbenutzen. Zuschüsse erhofft sich der SVN auch vom Land Baden-Württemberg. Konkrete Zusagen gibt es jedoch noch nicht.

Im Namen des Vorstands des SVN, die den Bau des Rasenplatzes, eine sichere Finanzierung vorausgesetzt, im Mai 2023 einstimmig beschlossen hat, stellte Kevin Figl das Projekt Kunstrasen 2024 bei einer Mitgliederversammlung vor. Für den SVN sei es geradezu überlebenswichtig, sagte Figl. Eines schickte er indes voraus: „Ohne unsere Vereinsmitglieder und einen sicheren Finanzierungsplan gehen wir das Projekt nicht an.“

Baubeginn für April 2024 vorgesehen

Ziel sei es, mit dem Bau im April 2024 zu beginnen und bis Mitte 2024 abzuschließen. Die Gesamtkosten inklusive Mehrwertsteuer liegen der Kalkulation zufolge bei 533 120 Euro.

Figl legte ein Rechenbeispiel vor, in dem bereits 3000 vom Verein zu leistende Arbeitsstunden einbezogen sind. Die Eigenleistungen wurden auf 20 999 Euro beziffert, der Zuschuss des südbadischen Fußballverbandes (SFBV) läge bei maximal 100 000 Euro, die Mehrwertsteuerrückerstattung würde 33 120 Euro betragen. 100 000 Euro erhofft sich der Verein durch Spenden und Patenschaften, und als Zuschuss der Gemeinde und vom Land wurden 279 000 Euro eingeplant. Als Darlehen übrig bliebe dann nur ein symbolischer Euro.

Mahnende Stimmen

Bei der Kostenkalkulation sei zudem zu beachten, dass die Einnahmen, die künftig aus der Bandenwerbung resultieren, keinerlei Berücksichtigung gefunden haben. Diese Einnahmen bezifferte Figl auf 13 000 Euro pro Jahr bei 35 bis 40 Partnern für die Bandenwerbung.

Es gab auch mahnende Stimmen und einige Enthaltungen

Zwar befürwortete die große Mehrheit der Mitglieder den Bau des Rasenplatzes, doch es gab auch mahnende Stimmen und einige Enthaltungen. Unter anderem fragte Klaus Romer, wer die 3000 Arbeitsstunden leisten soll, und Berthold Bucher bezweifelte, ob von der Gemeinde und vom Land tatsächlich 279 000 Euro als Förderung kommen werden.

Eines einte alle Redner: Eine Situation wie 2016, als der SVN finanziell in großer Schieflage war, dürfe es nicht mehr geben. Der unermüdlich für den SVN aktive Günther Herbst wies darauf hin, dass sich der Verein intern eine finanzielle Schmerzgrenze gesetzt habe und dass es noch einige Stellschrauben gebe. Dazu gehöre auch das bereits gut angelaufene Sponsoringkonzept, verbunden mit der Schaffung von Werbebanden.

Kassiererin zuversichtlich

Kassiererin Manuela Herbst, die einen soliden Kassenstand vermelden konnte, zeigte sich überzeugt, dass der SVN gemeinsam mit den 416 Mitgliedern das Großprojekt meistern kann. Sie erinnerte daran, dass der Verein in den vergangenen acht Jahren rund 100 000 Euro investiert habe, trotzdem aber schuldenfrei sei und mit einem guten Kassenstand aufwarten könne.

Um die 100 000 Euro zur Finanzierung des Projektes aus Spenden und Patenschaften zu erreichen, wurde bereits ein Spendenkonto eingerichtet. Sollte das Projekt wider Erwarten nicht umgesetzt werden können, werden die Spenden zurücküberwiesen.

Spenden

Ein Spendenkonto
wurde bereits bei der Volksbank eingerichtet. Empfänger: SV Niedereschach e. V., IBAN: DE28 6649 0000 0011 4186 00; PayPal: kassierer@sv-niedereschach.de; Verwendungszweck: Spende Kunstrasen SV Niedereschach. Bei Bedarf soll der Zusatz „Spendenbescheinigung erwünscht“ hinzufügt werden.