Der Kunstrasenplatz am Stadion wird bereits saniert. Foto: Cornelius Eyckeler

Marode Hallen und hohe Nachfrage: Stadt, Vereine und Schulen müssen im Verbund die Sportinfrastruktur zukunftsfähig machen.

Balingen verfügt über viele Sportstätten und noch mehr Vereine. Nur sind zahlreiche Hallen und Spielfelder nicht mehr auf dem neuesten Stand und müssen saniert werden. Mit der sogenannten Sportstättenkonzeption soll ein Masterplan entwickelt werden, der einerseits hilft, die Anlagen wieder in Schuss zu bringen, und zudem eine noch effizientere Nutzung ermöglicht.​

 

Der Gemeinderat gab im Oktober grünes Licht für eine solche Konzeption. Am Mittwoch trafen sich Vertreter, um das Projekt vorzustellen. Oberbürgermeister Dirk Abel schickte voraus, dass es sich hier um eines der großen Vorhaben in Balingen handelt und „nur im Dialog und Miteinander aller Beteiligten“ funktioniere.

45 Millionen Euro nötig

Das große Miteinander besteht aus mehreren Fraktionen. Alle Seiten sollen gehört werden und sich einbringen können. So wird ein sogenanntes Sportforum ins Leben gerufen. In diesem Forum finden sich Vertreter aus Schulen, Vereinen, Verwaltung, Gemeinderatsmitglieder sowie die Öffentlichkeit, die ebenfalls teilhaben soll.

Fachlich begleitet wird der Planungsprozess von den Büros „SpOrtconcept“, „dreigrün“ und die Bürogemeinschaft Sippel/Buff, welche ihre Expertise in der Fachplanung von Sportstätten sowie Freianlagen einbringen können.

Timo Buff von letztgenanntem Büro gab erste Einblicke in das Vorhaben. „Wir wollen alle gemeinsam ein informelles Planungskonzept auf den Weg bringen, langfristige Strategien entwickeln und somit eventuelle Fehlinvestitionen vermeiden.“

Das dürfte vor allem im Interesse der Stadtverwaltung liegen, die beim jetzigen Gebäudebestand mit Sanierungs- und Instandhaltungskosten in Höhe von rund 45 Millionen Euro rechnet und stark auf die Ausgaben schauen muss.

Bessere Absprachen nötig

Deshalb rücken die Beteiligten neben der Qualität der Sportanlagen vor allem die Effizienz der Sportinfrastruktur in den Fokus. Neben Sanierungen gehe es besonders darum, Sportstätten künftig noch effizienter zu nutzen, so Baudezernent Michael Wagner. Das Ziel ist klar: Schulen und Vereine müssen sich noch besser absprechen.

Zehn Vereine beteiligt

Deswegen sind zehn Vereinsvertreter im Sportforum vertreten – darunter die TSG Balingen Turnen und Fußball, der HBW Balingen-Weilstetten, der TSV Frommern und die SG Endingen/Erzingen/Roßwangen und weitere. Seitens der Verwaltung sitzen Bürgermeister, Amtsleiter sowie Annette Stiehle als Projektleiterin. Insgesamt sitzen 27 Personen im Sportforum.

Und die haben in den Jahren 2026 und 2027 einiges zu tun. 19 Hallen und rund 20 weitere Sportstätten muss sich das Gremium anschauen und eine solide Datengrundlage erstellen, anhand derer Synergien geschaffen werden sollen. Neben Schulhallen und Sportplätzen werden auch Freizeitanlagen wie der Aktivpark und die Skateanlage unter die Lupe genommen. Schwimmbäder, Spielplätze und die Eissporthalle sind nicht Teil der Untersuchung.

Bau einer weiteren Halle

Konkrete Umsetzungen und Planungen laufen bereits beim Kunstrasenplatz an der Bizerba-Arena sowie bei der Realschulsporthalle. Zudem planen der HBW sowie die Turner der TSG den Bau einer Halle auf dem Messegelände. Nach zahlreichen Sitzungen und einer Exkursion soll dem Gemeinderat der fertige Masterplan im Sommer 2027 zur Abstimmung vorgelegt werden. Die Öffentlichkeit kann sich bereits am Donnerstag, 29. Januar, ab 18.30 Uhr in der Stadthalle bei einer Infoveranstaltung ein Bild machen.

Am Ende sollen alle Vereine, Schulen und private Sportler als Gewinner hervorgehen. Die Herausforderung dürfte aber darin stecken, alle Interessen zu befriedigen. Dies erfordert von allen Parteien eine gewisse Flexibilität, Kompromissbereitschaft und die nötigen finanziellen Mittel in der Stadtkasse. OB Abel dürfte richtig liegen: Erfolg wird man nur im Dialog und im Miteinander haben.