Ganz schön marode: die Sportanlage auf dem Rosenfelscampus Foto: Ainoa Rohrbach Nacarino

Die Stadt Lörrach plant, die Sportanlage auf dem Rosenfelscampus grundlegend zu sanieren. Denn diese ist in einem maroden Zustand. Kosten: 840.000 Euro.

Die Anlage ist zweifelsohne eine zentrale Sportstätte für Lörracher Schulen und Vereine. Allein 3000 Schüler des Campus nutzen sie. Sie habe trotz der starken Beanspruchung länger als absehbar gehalten, war in der Ausschusssitzung zu erfahren. Nun aber sei eine Sanierung unumgänglich: Das Ganze sei marode.

 

Dabei wird nicht nur „oberirdisch“ gebaut: Die Maßnahme umfasst neben der Erneuerung der stark beschädigten Sportflächen gleichzeitig die Sanierung der unter dem Spielfeld verlaufenden Entwässerungs- und Kanalisationsleitungen.

Genutzt von Schülern und Vereinen

Genutzt wird die Sportstätte von Schülern des Hans-Thoma-Gymnasiums, des Hebelgymnasiums und der Theodor-Heuss-Realschule – sowie von SC Haagen, TuS Lörrach-Stetten und dem FC Hauingen. Daher sei die Auslastung der Anlage besonders hoch.

Anlage aus dem Jahr 1985

Die Sportanlage umfasst ein Kunstrasen-Fußballfeld, eine dreispurige Kunststofflaufbahn mit Leichtathletikanlagen sowie ein Beachvolleyballfeld. Die Anlage wurde 1985 errichtet und zuletzt im Jahr 2003 saniert. Aufgrund der intensiven Nutzung sind die Sportflächen inzwischen stark verschlissen, so die Bilanz von Miriam Mehlin vom zuständigen Fachbereich. Sowohl der Kunstrasen als auch die Tartanflächen weisen erhebliche Schäden auf, die die Nutzung einschränkten und die Sicherheit der Sportler beeinträchtigten. „Die Außenanlage musste sogar gesperrt werden, das ist ein einziger Flickenteppich.“

Pragmatisches Vorgehen durch doppelte Sanierung

Im Rahmen der Sanierung werden rund 3.200 Quadratmeter Kunststoffbelag sowie rund 2.900 Quadratmeter Kunstrasen erneuert. Auf Nachfrage aus dem Ausschuss wurde bestätigt, dass es sich dabei um Sondermüll handele, der aber recycelt werde. Indes: Auch beim Neubau gebe es keine technischen Alternativen. „Bei der intensiven Nutzung käme man mit einem pflegeintensiven Rasenplatz keinesfalls hin“, ergänzte Robert Schäfer, Leiter des Fachbereichs Hochbau. Des weiteren seien Reparaturen an Randeinfassungen, der Weitsprunganlage und der Kugelstoßanlage vorgesehen.

Leitungen sind beschädigt

Im Zuge der Planungen wurden auch die Entwässerungsleitungen und Schächte untersucht. Dabei zeigte sich, dass Teile der unter dem Spielfeld verlaufenden Leitungen beschädigt sind und saniert beziehungsweise erneuert werden müssen. Die Stadt Lörrach will deshalb die Chance nutzen, die Sanierung der Sportflächen mit den notwendigen Kanalbauarbeiten zu bündeln.

Blick auf die Sportanlage

Die Dringlichkeit der Maßnahme ergebe sich nicht nur aus dem baulichen Zustand der Anlage, sondern auch aus ihrer hohen Bedeutung für Bildung, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Sport ist ein zentraler Bestandteil schulischer Bildung und fördert neben körperlicher Fitness auch Teamfähigkeit, Disziplin und soziale Kompetenzen.“ Darüber hinaus seien Sportanlagen wichtige Orte der Begegnung und Integration. Da es in unmittelbarer Umgebung keine gleichwertigen Ausweichflächen gebe , sei die Sanierung für Schulen, Vereine und die Stadtgesellschaft von großer Bedeutung.

840.000 Euro Kosten

Die Kosten für die Sanierung der Sportanlage belaufen sich nach aktueller Kostenberechnung auf insgesamt rund 840. 000 Euro brutto inklusive Baupreissteigerung. Bereits im Haushalt 2025 wurden 30.000 Euro für die Planung bereitgestellt, weitere 810.000 Euro stehen im Haushalt 2026 zur Verfügung. Für die Maßnahme wurde zudem eine Sportstättenförderung des Regierungspräsidiums Freiburg in Höhe von 168.000 Euro bewilligt. Ein weiterer Förderantrag beim Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung befindet sich derzeit noch in Bearbeitung.

Fertigstellung im Sommer 2027

Der Baubeginn ist für September 2026 vorgesehen, die Fertigstellung soll im Sommer 2027 erfolgen. Die Gesamtbauzeit betrage voraussichtlich rund acht Monate. „Wir haben einen Puffer eingeplant, und im Winter wird die Sportfläche ja zum Glück nicht genutzt“, erläuterte Mehlin. Die Ausschreibung ist für das zweite Quartal 2026 geplant, die Vergabe im dritten Quartal. Während der Bauzeit werde die Stadt die Beeinträchtigungen für den Schulbetrieb so gering wie möglich halten. Die Arbeiten finden überwiegend innerhalb der eingefriedeten Sportflächen statt.

Parallel dazu steht die Stadt bereits in engem Austausch mit den Schulleitungen, um praktikable Ausweichmöglichkeiten für den Sportunterricht während der Bauphase sicherzustellen.

Investition in Zukunft und die Jugend

„Mit der Sanierung der Sportanlage am Rosenfelscampus investieren wir gezielt in die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen, in den Vereinssport und in die Lebensqualität in Lörrach. Wir schaffen sichere, moderne und verlässliche Rahmenbedingungen für Bewegung, Begegnung und Gemeinschaft – und sichern damit einen zentralen Ort des sportlichen und sozialen Miteinanders langfristig“, unterstrich Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic.

Die vorgestellte Planung bekam im Ausschuss eine Gegenstimme und zwei Enthaltungen.