Emil Hubert trainierte im Garten auf 18 Meter und zuhause im Hausgang auf etwa fünf Meter Entfernung. Fotos: BSV Foto: Schwarzwälder Bote

Bogenschießen: Vier Kaderathleten aus dem Schwarzwald stellen während der Zeit des Lockdowns ihre Kreativität unter Beweis

(mk). Bereits ein Jahr ist es her, dass sich die Kaderschützen des Bogensportclubs Schömberg auf ihren Start bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Hof gefreut haben, der coronabedingt kurzfristig abgesagt wurde.

Für Emil Hubert, Malina Gottmann sowie die für Geschwister Amelie und Philipp Kunzmann wäre es in der Halle die erste Teilnahme bei dieser Großveranstaltung gewesen. Ambitioniertes Bogenschießen mit dem olympischen Bogen ist Leistungs-sport, da erfolgreiches Schießen von vielen Faktoren abhängt. Insbesondere Kraft, Technik, Ausdauer und mentale Stärke müssen trainiert sein. Nach Monaten des Lockdowns konnten die vier Kaderschützen des Württembergischen Schützenverbands (WSV) bis November unter erschwerten Bedingungen mit ihrem Trainer Ralf Stoll trainieren.

Dann wurden erneut Sporthallen und Plätze für den Übungsbetrieb geschlossen, so dass ein Training auf Wettkampfdistanz und unter Anleitung der Trainer bis jetzt nicht möglich ist. Bogentraining im "Homeoffice" ist auch ein logistisches Problem, zumal der Sicherheitsaspekt nicht außer Acht gelassen werden darf.

Kreativität ist gefragt. Emil Hubert trainierte mit seinem Bogen im Garten auf 18 Meter. "Ich schieße zuhause im Hausgang auf etwa fünf Meter Entfernung. Wenn schönes Wetter ist, kann ich sogar im Garten auf rund acht Meter Entfernung schießen", sagt Amelie Kunzmann, die mit ihrem Bruder Philipp zusammen trainiert.

Malina Gottmann hatte derweil keine Möglichkeit mit dem aufgebauten Bogen zu trainieren. "Im Lockdown hatte ich leider keine Möglichkeit zu schießen, deshalb habe ich ausschließlich Kraft, Ausdauertraining und Theraband-Übungen gemacht", berichtet sie.

Fast tägliches Training durch Laufen, Radfahren, Krafttraining oder Ausgleichsportarten war und ist für alle Athleten wichtig. "Mit Hanteln und Theraband für den Rücken", nennt Emil Hubert sein Trainingspensum. Insbesondere das wöchentliche Onlinetraining und der Austausch mit den anderen Kadersportlern des Verbands ist ein wichtiger Bestandteil des Zusammenhalts in der Pandemie.

Erst seit wenigen Wochen konnten die Schützen alleine ohne Unterweisung des Trainers den Bogenplatz nutzen und für sich auf ihre jeweilige Wettkampfentfernung bis zu 60 Meter trainieren. "Zwischenzeitlich darf ich wieder auf dem Bogenplatz auf meine Wettkampfentfernung trainieren. Ich freue mich schon auf die kommenden Wettkämpfe, wie Landesmeisterschaften und Deutsche", meint Philipp Kunzmann. Auch Malina Gottmann freut sich, wenn sie wieder schießen kann. "Egal ob auf kurze Distanz oder auf 60 Meter."

Die vier Schömberger sehnen dem Tag entgegen, wenn sie vielleicht schon in naher Zukunft unter Pandemiebedingungen mit Trainer Ralf Stoll auf den Bogenplatz können. Das Zusammensein mit den Kameraden oder das monatliche Kaderwochenende mit den Landestrainern Antje Hoffmann und Silvio Mejer an der Sportschule in Ruit, den jungen Bogenschützen des BSC Schömberg fehlt zurzeit ein großes Stück Alltag.

Jetzt freuen sie sich auf die nächsten Wettkämpfe und hoffen, dass sie sich über die Landesmeisterschaften für die nächsten deutschen Meisterschaften der Bogenschützen qualifizieren können.

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