Ein sanierungsbedürftiger Fußballplatz, ein neues Förderprogramm und nur wenig Zeit: Ein überraschender Antrag erwischte die Oberndorfer Verwaltung und den Gemeinderat kalt.
Für eine Sanierung des Allwetterplatzes in der Friedrich-List-Straße auf dem Lindenhof soll die Stadt Oberndorf Interesse am neuen Förderprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ des Bundes bekunden, so der Antrag von SÖW-Stadtrat Sven Pfanzelt. Die Stadt sieht aber noch Klärungsbedarf – zumal offenbar auch ein anderer Sportverein darauf hofft, zum Zug zu kommen.
Dass es das Bundesprogramm zur Sanierung und Modernisierung von Sportstätten – in einer ersten Tranche stehen 333 Millionen Euro bereit – geben wird, war erst einige Tage vorher publiziert worden. Die Stadtverwaltung hatte bis dato noch keine Kenntnis davon erlangt, war von Bürgermeister Matthias Winter bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag zu hören.
Gesamtkosten könnten sechsstellig sein
Er signalisierte Bereitschaft, das Förderprogramm prüfen und alle nötigen Informationen für die nächste Verwaltungsausschuss-Sitzung zusammenstellen zu lassen. Der Antrag von Pfanzelt, gleich Nägel mit Köpfen zu machen, ging der Stadtverwaltung aber zu weit.
Schließlich müsste man dann die Beträge für die Restfinanzierung der Maßnahmen im städtischen Haushalt 2026 abbilden. Denn eine Kofinanzierung durch die Stadt – bei diesem Förderprogramm mindestens 55 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben – ist Voraussetzung.
Zu den Kosten für die Sanierung auf dem Lindenhof meinte Pfanzelt, diese könnten schätzungsweise etwa 250 000 Euro umfassen. „Eine Viertelmillion für einen Fußballplatz?“, entfuhr Robert Jackl (FWV) dabei.
Eile sei deshalb geboten, weil Kommunen ihr Interesse ab 10. November und bis spätestens 15. Januar bekunden müssten, so Pfanzelt. Im Februar werde dann vom Haushaltsausschuss des Bundestags entschieden, wer zum Zug komme. „Die Zeit ist knapp. Der Gemeinderat sollte die Stadt jetzt beauftragen“, erklärte Pfanzelt, warum er jetzt über seinen Antrag abstimmen lassen wolle. Man steige ja gerade erst in die Haushaltsplanungen für 2026 ein, fand er, dass es früh genug sei, um eine Kofinanzierung noch einzupreisen.
Antrag abgelehnt
„Unsere Strategie auf dem Lindenhof war eine andere“, meinte Bürgermeister Winter. Er gab zu bedenken, dass man die Lebensdauer des sicherlich sanierungsbedürftigen Sportplatzes gerade erst durch einige Reparaturen dieses Jahr verlängert habe.
Wenn man nun beschließe, eine Förderung für den Sportplatz auf dem Lindenhof zu beantragen, fahre man gegebenenfalls auch anderen Vereinen in die Parade, hieß es im Gremium. Denn FWV-Stadtrat Jens Glatthaar hatte angedeutet, dass der Beffendorfer Sportverein ebenfalls Bedarf habe.
Pfanzelt beharrte letztlich auf seinem Antrag, die Stadt mit der Interessensbekundung, die Voraussetzung für die Zulassung zu einem späteren Antragsverfahren ist, zu beauftragen. Letztlich wurde dieser bei sechs Ja-Stimmen mehrheitlich abgelehnt.