Die Titelverteidigerin wird diesmal knapp geschlagen: Sportgymnastin Darja Varfolomeev belegt hinter Biathletin Franziska Preuß Rang zwei – und spricht über ihre nächste Prüfung.
Darja Varfolomeev (19) weiß, wie sich ein Sieg bei der Wahl der Sportlerinnen des Jahres anfühlt. 2024 wurde sie, nach ihrem Olympia-Triumph in Paris, auch bei der Gala des deutschen Sports in Baden-Baden mit der goldenen Trophäe ausgezeichnet. Allerdings hat die Sportgymnastin aus Fellbach-Schmiden nun schon zum zweiten Mal die Erfahrung einer höchst knappen Niederlage gemacht. 2023 verlor sie mit 1255:1276 Stimmen gegen Denise Herrmann-Wick, und auch diesmal lag eine Biathletin hauchdünn vor ihr. Weltmeisterin und Gesamtweltcup-Siegerin Franziska Preuß, die aufgrund des Weltcups im französischen Le Grand-Bornand nicht in Baden-Baden war, erhielt 1749 Stimmen, Darja Varfolomeev 1701. Unglücklich war die Athletin, die bei der WM in Rio de Janeiro fünf Titel geholt hatte, trotzdem nicht.
Frau Varfolomeev, können Sie sich über Platz zwei freuen?
Sehr sogar. Ich bin sehr, sehr glücklich, im dritten Jahr nacheinander auf dem Podium der Sportlerwahl zu stehen – da spielt der kleine Abstand keine Rolle.
Sie ärgern sich nicht?
Auf keinen Fall. Ich habe gut abgeliefert und auch 2025 mein Bestes gegeben. Alles, was nach dem Erfolg von Rio kommt, ist ohnehin nur eine Zugabe.
Kennen Sie Franziska Preuß?
Nicht persönlich. Aber sie hat diesen Sieg auf jeden Fall verdient, weil sie eine tolle Athletin ist, die alles für ihren Sport gibt. Den Gesamtweltcup zu gewinnen ist eine super Leistung, denn man darf sich keine Schwäche erlauben.
Wie würden Sie Ihre fünf WM-Titel von Rio einordnen?
(Lächelt) Ich bin sehr glücklich. Was ich dort geschafft habe, war toll – denn es ist sehr schwierig, nach einem Olympia-Jahr gleich wieder so erfolgreich zu sein.
2026 steht die Heim-WM in Frankfurt an. Werden Sie Ihre Titelsammlung dort vergrößern?
Ich denke nicht über Medaillen nach. Ich versuche, mich gut vorzubereiten und eine möglichst starke Leistung zu zeigen. Was dann letztendlich möglich ist, werden wir bei der WM sehen.
Sie sind noch einmal gewachsen.
Ja. Innerhalb eines Jahres um sechs Zentimeter.
Was bedeutet das für eine Sportgymnastin?
Es ist auf jeden Fall eine gravierende Veränderung, auch das Gewicht ist ja neu. Wir müssen einige Übungen anpassen, Drehungen und Sprünge sind nun teilweise anders. Manchmal geht es fast wieder von vorne los.
Ist es für Sie schwieriger geworden, erfolgreich zu sein?
Ja.
Sie machen gerade den Führerschein. Ist auch das eine große Herausforderung?
(Lacht) Ich bin schon etwas länger dran, aber es wird hoffentlich etwas werden. Die ersten Fahrstunden hatte ich schon, doch nun steht erst mal die Theorieprüfung an.