Eine kuriose Diskussion war das um die Neugestaltung der Sport- und Freizeitanlage Bueloch unterhalb der Grundschule: Anträge sausten wie Luftballons durch den Raum.
Protokoller Tobias Böttner hatte seine liebe Mühe mit dem Erfassen der Meinungen und dem Zählen der Stimmen, bis das Ergebnis feststand.
In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats stellte die Stadtverwaltung die Entwurfsplanung des Büros „Freiraumplanung Sigmund“ zur Diskussion – Bauamtsleiter Claus Fecker allerdings nur einen der zwei Entwürfe im Bild vor. Der Grund: Der Technische Ausschuss hatte sich im April bereits einstimmig für diese Variante entschieden – mit einer kleinen Ergänzung aus Variante zwei, nämlich einer Wegverbindung zwischen der Max-Eyth-Straße und dem Gelände der Sport- und Freizeitanlage Bueloch unterhalb der Grundschule im Wohngebiet.
„Der Charme besteht darin, dass es 60 Prozent Zuschuss aus dem Förderprogramm „Soziale Stadt“ des Bundes gibt, erklärte Bürgermeister Frank Schroft mit Blick auf die Kosten von 615 000 Euro, die zudem um 55 000 Euro unter der Summe liegen, die im Haushalt 2025 dafür vorgesehen sind. Zudem habe das Gelände „integrativen Charakter“, denn viele Kinder und Jugendliche aus dem Wohngebiet vor den Toren der Kernstadt hätten nicht die Möglichkeit, zu anderen Sportgeländen zu kommen.
Plötzlich kommen Zweifel auf
Matthias Schwarz, Fraktionschef der Freien Wählervereinigung (FWV), hegte allerdings plötzlich Zweifel, ob der geplante Skatepark frequentiert werde, und schlug vor, eine Alternative dafür zu prüfen. „Man kann es auch begrünen, aber dann freut sich der Bauhof über mehr Pflegeeinsatz“, so Schroft.
Oliver Rentschler „erschreckten“ die Kosten, und er wies auf Folgekosten für Pflege, Erhalt und Winterdienst hin. „Aus unserer Sicht ist eine Skateanlage aus der Zeit gefallen“, so der Fraktionschef der Bürgerliste. Er und sein Fraktionskollege Alfred Sauter sprachen sich stattdessen für einen weiteren Basketball-Korb aus. Ballspiele würden eher gespielt. Für Heiterkeit sorgte Rentschlers Aussage „Wir haben riesiges Vertrauen in die Verwaltung“, daher sei die Bürgerliste bereit, dem Entwurf schon jetzt zuzustimmen „mit der Maßgabe, etwas Anderes zu bauen als einen Skatepark“.
Einzig CDU-Chef Ernst Berger erklärte: „Wir sind mit der Planung einverstanden. Es ist jetzt Zeit, das Ding umzusetzen.“ Schließlich muss, soll die Förderung fließen, bis zum 30. April 2028 alles fertig und abgerechnet sein.
Wind auf die Mühlen der Skatepark-Skeptiker
Jürgen Marienfeld (FWV) stimmte zu: „Erfahrungsgemäß wird es eher teurer, je länger wir waren.“ Ihm hätten Kinder und Jugendliche gesagt, sie wünschten sich einen Skatepark. Ina Kästle-Müllers Hinweis, Basketball sei sehr beliebt – die FWV-Stadträtin ist Schulsozialarbeiterin – war jedoch wieder Wind auf die Mühlen der Skatepark-Skeptiker. Da konnten Claus Fecker und Frank Schroft noch so sehr darauf hinweisen, dass eine Umplanung die Entscheidung und damit den Bau erneut verzögern würde.
Jürgen Clesle (FWV) kam dann noch mit den Tribünen-Stufen an, die im Entwurf nicht mehr vorgesehen sind. Sie seien doch prima, um Spiele auf dem Sportplatz zu verfolgen. Peter Leibold (CDU) gab zu bedenken, dass Kinder, die keinen Skatepark hätten, einen solchen auch nicht nutzten – erst einmal müsse er ja da sein.
Alfred Sauter startet eine Kettenreaktion
Alfred Sauter veranlasste die Diskussion schließlich, einen Antrag zu stellen: den Skatepark zu Gunsten einer weiteren Basketballfläche zu streichen. Matthias Schwarz beantragte eine Neuplanung und Jürgen Clesle das Weiterverfolgen der ursprünglichen Planung mit einem Skateplatz abseits des Kleinspielfeldes. Tobias Böttner zählte ganz genau: Schwarz’ Antrag, der als der weitreichendste zuerst zur Abstimmung stand, erntete je zwölf Ja- und Nein-Stimmen bei einer Enthaltung – und fiel damit ebenso durch wie jener von Jürgen Clese, bei dem sieben Ja- den Kürzeren zogen gegenüber 18 Nein-Stimmen.
Bis Oktober 2026 soll alles fertig sein
Das Ja zum Beschlussvorschlag der Stadt fiel schließlich deutlich aus: 16 Räte und der Bürgermeister waren dafür, acht dagegen. Nun soll „Freiraumplanung Sigmund“ bis Mitte November den Ausführungsplan vorlegen, wobei das Jugendforum bei den Details eingebunden werden soll. Nach der Vergabe im Februar sollen die Bauarbeiten von März bis Oktober 2026 dauern.