Wenn in einem Verein, dessen Kapital die Jugend ist, das Alter fest eingebunden wird, dann zeugt das nicht nur von guter Balance, sondern auch von großer Wertschätzung.
Dobel - So haben die Sportfreunde Dobel in der jüngst stattgefundenen Hauptversammlung den Ehrenrat, seine Befugnisse und Voraussetzungen, erstmals in ihrer Satzung festgeschrieben. Zugegeben, das Dreiergremium mit Sprecher Wilhelm König, Otto Barth und Karl-Heinz Ruff ist schon ein klein wenig länger im beratenden Amt: 17 Jahre, um genau zu sein.
Damals war im Zuge von Umstrukturierungen der Wunsch nach einem Gremium entstanden, das entlasten ebenso wie vermitteln kann. Genau die drei, die es noch heute bilden, wurden damals gefragt. Also höchste Zeit, jetzt auch schriftlich Nägel mit Köpfen zu machen. "Es könnte ja sein, andere wollen unbedingt den Posten übernehmen", schmunzelt Barth. Immerhin hat der Ehrenrat Anwesenheitsrecht in allen Vorstandssitzungen des Vereins und kann bei Streitigkeiten beratend hinzugezogen werden. Ab sofort wird außerdem alle zwei Jahre gewählt. Mit der Option unbegrenzter Wiederwahl.
Hochkarätige Referenten
Der Ehrenrat repräsentiert die Sportfreunde nicht nur bei Veranstaltungen benachbarter Vereine und übernimmt in Person von König Geburtstagsbesuche bei Vereinsjubilaren, sondern bringt sich auch durchaus handwerklich-praktisch, mindestens aber beratend bei Baumaßnahmen rund um Vereinsheim und Vereinsgelände ein, wie Barth betont. Perfekte Ergänzung: Für alles Schriftliche ist Ruff zuständig. Und hat in der Vor-Corona-Zeit mit dem Sportfreunde-Forum ein attraktives Format auf die Beine gestellt, auch nicht mehr aktive Mitglieder neu in den Verein einzubinden. Jedoch ließ die Resonanz selbst bei hochkarätigen Referenten gegen Ende zu wünschen übrig – leider. Darauf angesprochen, was sie motiviert, sagt Barth: "Die Sportfreunde sind unser Herz. Wir waren die Sportfreunde!" Und wird gleich von Ruff korrigiert: "Wir sind es immer noch!" Mit 67 Jahren ist er, gebürtiger Dobler, der Jüngste der drei. Seit der C-Jugend, erzählt er, hat er für die Sportfreunde alle Jugenden durchlaufen, kam mit 17 Jahren in die Erste Mannschaft, war Schriftführer, Schatzmeister, Vorsitzender des Spielausschusses, hat bis im Alter von 44 Jahren bei den Alten Herren gespielt – "und Dobel hat da manches Hallenturnier auch gegen nominell stärkere Mannschaften gewonnen".
Mitglied seit 1953
Barth ist heute 70 und kam mit 20 Jahren nach Dobel, bereits mit fußballerischer Karriere im Enztal. Er wurde gleich Sportfreunde-Spieler, Trainer, war einige Jahre Zweiter Vorsitzender und "habe gespielt, so lange es ging." Um genau zu sein, hat er sein letztes Alte Herren-Spiel mit 62 Jahren absolviert. "Und ab und zu", ergänzt er, "auch mal ein Spiel gemeinsam mit meinem Sohn". Womit er das wertvollste Kapital überhaupt in den Verein einbrachte: Mit Sohn Mike Nachwuchs, der heute als Zweiter Vorsitzender die Sportfreunde mit führt. Senior des Ehrenrates ist König, Ehrenvorsitzender des Vereins und 83 Jahre alt. Mitglied seit 1953 mit Einstieg in die B-Jugend, mit langer sportlicher Karriere wie Gewinn der Meisterschaft 1960, ebenso in der Verwaltung als langjähriger Schriftführer und Vorsitzender.
Freilich auch im Festausschuss
Nie haben die drei aufgehört, sich um das Wohl des Vereins zu kümmern, sei es durch regelmäßigen Besuche der Spiele der Aktiven, Ideen für eine bessere Auslastung des Vereinsheims bis hin zum offenen Auge für neue Spieler. So wie Ruff einen Berufskollegen und Mitarbeiter vor einigen Jahren für die erste Mannschaft gewinnen konnte, der diese dann buchstäblich zur Meisterschaft schoss: "Darauf bin ich schon stolz." Guten Kontakt "zu den Jungen" zu halten ist ihnen so wichtig wie ihnen bewusst ist, dass da heute "viel an wenigen hängt". Selbstredend findet sich der komplette Ehrenrat im Festausschuss für das Jubiläumsjahr 2023.