Fabian Wohlgemuth kann mit dem VfB auf ein sehr erfolgreiches erstes Halbjahr der laufenden Bundesliga-Saison zurückblicken. Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Mit welchen Ansprüchen geht der VfB in die zweite Saisonhälfte? Der Stuttgarter Sportchef äußert sich zur Zielsetzung des Tabellendritten.

Kaum eine Frage mussten die Verantwortlichen des VfB Stuttgart in den vergangenen Wochen so oft beantworten wie die nach dem Saisonziel. Ist es angesichts des Höhenflugs und Platz drei in der Fußball-Bundesliga nicht an der Zeit, auch die eigenen Ansprüche öffentlich nach oben zu korrigieren? Die Antwort war und ist stets dieselbe: Nein, eine sorgenfreie Saison ohne Blicke nach unten soll es nach wie vor sein.

 

Das bekräftigt zum Jahreswechsel auch nochmals der Sportdirektor im Gespräch mit unserer Redaktion. „Wir werden unser Ziel weiterhin nicht verändern“, sagt Fabian Wohlgemuth. Die weitgehende Planungssicherheit für die Bundesliga sei mit Blick auf die jüngere Vergangenheit – zweimal spielte der VfB zuletzt bis ganz zum Schluss gegen den Abstieg – ein Wert für sich. Konkrete Tabellenregionen oder gar die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb werden daher weiterhin nicht als Messlatte ausgegeben.

Die Marktwerte vieler VfB-Profis sind in die Höhe geschossen

Dass es aber zum jetzigen Zeitpunkt kein übergeordnetes Ziel geben würde, bedeutet das mitnichten. Wohlgemuth definiert das Ganze weniger über Platzierungen, sondern eher über die gezeigten Leistungen. Die sollen sich bei jedem Spieler aus dem Kader so oft wie nur möglich am oberen Limit bewegen: „Ziel ist im Übrigen immer, den Einzelnen und die gesamte Gruppe dauerhaft in der Nähe der persönlichen Leistungsgrenze spielen zu lassen“, so der Sportdirektor. Das habe die Mannschaft im Verbund mit dem Trainerteam bislang „unglaublich gut“ hinbekommen.

Diese Entwicklungsschritte haben längst auch konkrete Folgen in finanzieller Hinsicht. Die Marktwerte etlicher Stuttgarter Spieler sind im Verlauf der Hinrunde geradezu in die Höhe geschossen, was sich an zwei Offensivkräften beispielhaft aufzeigen lässt: Mittelfeldspieler Enzo Millot verbesserte sich dem Portal transfermarkt.de zufolge im vergangenen halben Jahr von 7 auf 25 Millionen Euro, Flügelstürmer Chris Führich von 4 auf 17.

Das sind natürlich zunächst einmal nur virtuelle Beträge, die aber doch einen klaren Fingerzeig geben: Sollte es im Fall Millot oder Führich – ihre Verträge laufen 2025 aus – zum Saisonende statt einer vorzeitigen Vertragsverlängerung einen sportlich schmerzlichen Abgang geben, wäre dieser für den VfB immerhin mit einer voraussichtlich stattlichen finanziellen Kompensation verbunden. Jedenfalls mit einer höheren, wie sie noch im vergangenen Sommer im Raum gestanden hätte.

Das alles ist derzeit noch Zukunftsmusik. Der Fokus des VfB liegt darauf, nach der Winterpause gut aus den Startlöchern zu kommen und die bisher starken Leistungen konstant zu bestätigen. Das fordert auch Wohlgemuth: „Genau an dieser Stelle weiter stabil zu bleiben, ist unser Anspruch. Wofür das am Ende dann tabellarisch reicht, werden wir sehen.“ Klar ist aber auch: Spielen die Stuttgarter weiterhin annähernd auf dem bisherigen Niveau, spricht sehr viel für eine gute Abschlussplatzierung im Mai.