Der Andalusier José Marín Fernández trainiert Basketballer in Weil am Rhein und Lörrach. Er designt eine Trikot-Kollektion mit einem symbolträchtigen Tier als Markenzeichen.
Er begann als Pizzalieferant, heute arbeitet er als Grundschullehrer im schweizerischen Riehen und trainiert die Herren und die U 18 des TV Weil sowie die U 16 beim CVJM Lörrach im Basketball. Seit José Marín Fernández im März 2020 ins Dreiländereck kam, hat sich im Leben des jungen Spaniers viel getan.
Mit seinem Label pulpería 2k für Basketballklamotten stattet er erfolgreiche Sportler und Mannschaften, vorwiegend in seiner Heimat Spanien, aus. Sein Markenzeichen, der Tintenfisch (spanisch: pulpo) ist aber auch auf den Trikots der Weiler Basketballer zu sehen und – geht es nach ihm – vielleicht bald auch bei anderen Mannschaften im deutschsprachigen Raum.
Mitten in der Corona-Krise kam er ins Dreiländereck
2020 – mitten in der Corona-Krise – kam José Marín Fernández mit seiner deutschen Freundin ins Dreiländereck. Sie hatte nach dem Abschluss ihres Studiums in Valencia eine Stelle in einer Tierarztpraxis in Lörrach an.
Was tun? Wegen der coronabedingten Schließungen gab es zunächst nicht viele Möglichkeiten für den jungen Mann aus der Stadt Osuna in der Provinz Sevilla, sich in der neuen Stadt einzubringen.
Der studierte Grundschullehrer und lizenzierte Trainer mit einem Masterabschluss in Spanisch als Fremdsprache fing bei einem Pizzaservice an. Er arbeitete in einer Kita in Kandern und ist seit kurzem als Lehrer für eine Vorschulklasse im schweizerischen Riehen verantwortlich.
Er lernte Deutsch. Ein Bekannter machte ihn auf die Möglichkeit eines kostenlosen Integrationskurses aufmerksam. Eine Riesenchance, dachte sich Marín Fernández. Er hängte sich richtig rein, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet und schloss den Kurs auf dem Sprachniveau B1 mit Bestnote ab. 40 Leute seien sie im Kurs gewesen, „acht davon wollten wirklich lernen“, berichtet er.
In Spanien hatte José Marín Fernández 26 Jahre Basketball gespielt, zuletzt in der dritten Mannschaft beim Club Real Betis Sevilla. Dort trainierte er auch mit der zweiten Herrenmannschaft, musste sich aber – auch wegen seiner Größe, 180 Meter – eingestehen, dass er kein Basketball-Profi werden würde.
Neustart im Basketball in der neuen Heimat
Im Rahmen seines Engagements in dem Club hatte er eine Trainer- sowie eine Schiedsrichterausbildung durchlaufen und dort bereits jüngere Basketballer trainiert.
Ein Leben ohne Basketball ist für ihn nicht denkbar.
Im Grütt in Lörrach traf er auf Gleichgesinnte. Über sie fand er später den Weg zum Basketball im Verein beim CVJM in Lörrach und beim TV Weil in Weil am Rhein.
Eigene Kleidermarke am Markt platziert
Dass der Neu-Lörracher nun aber auch seine eigene Basketball-Kleidungsmarke geschaffen und erfolgreich am Markt platziert hat, kam so: Während der Corona-Pandemie traf er sich mit Freunden aus Spanien zum virtuellen Basketballspiel NBA 2K.
Er wurde beauftragt, ein Trikot und ein Maskottchen für die virtuelle Mannschaft zu entwerfen. Auf den „Pulpo“, den Tintenfisch, als Markenzeichen kam er, weil der Mannschaftskapitän den Spitznamen „Pulpo“ trägt. Von dem Namen des virtuellen Basketball-Teams „Pulpo y Companía“ (Pulpo und Company) leitet sich auch der Markenname seiner Basketball-Bekleidung her: La Pulpería 2k.
Der Trainer stattet Profispieler aus
Mittlerweile gibt es die Basketballklamotten mit dem wehrhaften Tierchen auch in der realen Welt – in Fernández’ Webshop, aber auch auf Basketballfeldern dies- und jenseits der Pyrenäen. Er stattet die Basketballer Antonio Burgos und Sergio Cecilia, die in der zweiten spanischen Liga spielen, die Teams La Celeste und Osuna Basket sowie die aus Uruguay stammende Basketballerin Camila Kirschenbaum, die mal in Spanien, mal in Italien spielt, mit Sportkleidung aus.
In der Schweiz, Deutschland und Spanien, aber auch in den USA, seien die Teile sehr gefragt, berichtet er.
„Das Geheimnis liegt in der Verteidigung“
Seit José „Pepe“ Marín Fernández zu Saisonbeginn das Training beim TV Weil übernommen hat, befinden sich die Herren 1, die aktuell in der Bezirksliga spielen, im Aufwind. Hätten sie in der vergangenen Saison nur zwei Spiele gewonnen, seien es nun schon neun. Zehn gewonnene Spiele wären sein Ziel, bei dreien, die noch zu spielen sind.
Auch die Spielerzahlen steigen: Bei den Herren, aber auch in seinen beiden Jugendmannschaften, der U16 beim TV Weil und die U18m3 in Lörrach. Dass er so zum Erfolg „seiner“ Sportart im Dreiländereck beitragen kann, freut den Andalusier. Mit seiner deutschen Freundin, derentwegen er einst ins Dreiländereck kam, ist er seit einigen Jahren verheiratet.
Viele Arme und immer eine Verteidigungsstrategie
Was ist sein Tipp für erfolgreiches Basketball? „Das Geheimnis liegt in der Verteidigung“, ist Marín Fernández überzeugt. Ohne eine solche könne man im Basketball keinen Erfolg haben.
Sein Maskottchen, der Tintenfisch, stehe mit seinen Eigenschaften genau dafür: Er habe viele Arme, er könne an schwierigste Situationen anpassen und auf sie reagieren, und er verteidige sich standhaft.