Über die Schwenninger Geschichtswoche informierten Harald Maier (von links), Hans Joachim Sproß, Barbara Bouyer, Annemarie Conradt-Mach und Hans Martin Weber. Foto: Jochen Schwillo

Mit einem vielfältigen Programm startet der Heimatverein in die vierte Schwenninger Geschichtswoche, die vom 9. bis 16. Mai stattfindet.

Sie bietet erneut zahlreiche Einblicke in die lange Historie der Stadt am Neckarursprung. Alle Veranstaltungen sind bei freiem Eintritt zugänglich.

 

Die Referenten beleuchten in Führungen und Vorträgen unterschiedlichste Facetten der lokalen Vergangenheit. Gleich zum Auftakt widmet sich Annemarie Conradt‑Mach am Samstag, 9. Mai, 18 Uhr, im Haus Ob dem Brückle 14 dem Thema „Schwenningen im Königreich Württemberg“.

Sie beschäftigt sich mit der jahrhundertelangen Zugehörigkeit des Ortes zum württembergischen Herrschaftsgebiet und kritisiert, dass Schwenningen in vielen historischen Darstellungen kaum vorkommt, obwohl der Ort bereits Mitte des 15. Jahrhunderts an die Grafen von Württemberg verkauft wurde.

Die Sportstätten

Die Geschichtswoche wird bereits um 17.30 Uhr mit einem kleinen Empfang eröffnet. Am Sonntag, 10. Mai, führt Stadtführer Hans Joachim Sproß um 10.30 Uhr vom BSV‑Heim aus über die Sportstätten am Bauchenberg, darunter das Hilben‑Stadion, das Gustav‑Strohm‑Stadion, die Kunsteisbahn mit Curlinghalle und die Reitsportanlage.

Eine Familiengeschichte

Ebenfalls am Sonntag findet ab 18 Uhr im Haus Ob dem Brückle ein zweisprachiges Zeitzeugengespräch statt. Unter dem Titel „Heimatgeschichte International – geboren im Februar 1945 in Schwenningen“ berichten Marie‑Hélène Lantreibecq und ihr Sohn Pascal von ihrer Familiengeschichte. Florian Kemmelmeier und Jutta Arendt ordnen die Erinnerungen historisch ein und erläutern die Situation ausländischer Frauen im Schwenninger Krankenhaus während der letzten Kriegsmonate. Das Gespräch wird auf Deutsch und Französisch mit Übersetzung durchgeführt.

Das Gesundheitswesen

Am Montag, 11. Mai, lädt Stadtführer Rudolf Reim um 17 Uhr an der Neckarhalle zu einem Rundgang „Auf den Spuren der Zeit“ ein. Um 19.30 Uhr spricht Stadtführerin Barbara Bouyer im Haus Ob dem Brückle über das historische Gesundheitswesen in Schwenningen. Anhand von Grabfunden Auf der Lehr erläutert sie typische Erkrankungen der mittelalterlichen Bevölkerung und vergleicht die Befunde mit denen im benachbarten Villingen.

Am Dienstag, 12. Mai, 17 Uhr, führt der Vizevorsitzende des Schwenninger Heimatvereins, Hans‑Martin Weber, vom Alamannen‑Friedhof bis zum Muslenplatz. Um 19.30 Uhr schlüpft Barbara Bouyer im Uhrenindustriemuseum in die Rolle der Arbeiterin „Berta“ und schildert das Leben der Fabrikarbeiterinnen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts.

Die Uhrenstraße

Am Mittwoch, 13. Mai, beginnt um 17 Uhr ein Rundgang mit Stadtführerin Cora Worms zur Schwenninger Uhrenstraße. Dabei geht es um die Geschichte der einst größten Uhrenstadt der Welt sowie um bekannte Fabrikanten und Künstler. Ab 19.30 Uhr spricht Peter Grassmann vom Villinger Franziskanermuseum im Haus Ob dem Brückle über die Kelten auf der Baar und stellt aktuelle Forschungsergebnisse vor.

Am Donnerstag, 14. Mai, bietet Hans‑Martin Weber ab 10 Uhr eine archäologische Spurensuche von der Möglingshöhe bis zum Moos an. Dabei werden Keltengräber und jungsteinzeitliche Siedlungsplätze besucht. Um 14 Uhr folgt eine Familien‑ und Kinderführung mit Weber und Jutta Arendt, begleitet vom Leiterwägele. Anschließend gibt es einen Besuch im Hansjakob‑Stüble, wo Olaf Jungmann in seiner Rolle als Jacques Mehlsack auftritt.

Am Freitag, 15. Mai, führt Stadtführer und Architekt Harald Maier um 17 Uhr rund um das Landesgartenschaugelände und erläutert Kunst und Architektur im Gebiet. Zum Abschluss der Geschichtswoche spricht am Samstag, 16. Mai, im Haus Ob dem Brückle die Vorsitzende des Heimatvereins, Annemarie Conradt‑Mach, über den großen Streik in der Schwarzwälder Uhrenindustrie im Jahr 1907.