Der Kunstrasenplatz in Dotternhausen kann theoretisch von anderen Vereinen genutzt werden. Foto: Eyckeler

Die Gemeinde Dotternhausen fertigt eine Benutzungs- und Entgeltordnung an. Preise und Bedingungen sind genau festgelegt.

Auf dem Kunstrasenplatz in der Plettenbergstraße am Ortsrand trainiert und spielt hauptsächlich der SV Dotternhausen. Bei Bedarf kann der Platz, dessen Eigentümerin die Gemeinde Dotternhausen ist, auch anderen Vereinen zur Verfügung gestellt werden – natürlich in Absprache mit den heimischen Kickern. Der Gemeinderat hat nun einige Regelungen und Voraussetzungen hierfür festgelegt.

 

Klar ist: Vorrecht hat der SV Dotternhausen. Wenn dieser aber kein Training oder Spiel hat, kann der Platz auch von Dritten genutzt werden. Wobei der Begriff „Dritte“ in der jüngsten Gemeinderatssitzung diskutiert und auf das Wort „Vereine“ konkretisiert wurde. Hierzu später mehr.

Eine Benutzungs- und Entgeltordnung soll künftig genau regeln, wer wann und unter welchen Voraussetzungen den Platz nutzen darf – und natürlich: zu welchem Preis. Bei allem Willen, anderen Vereinen auszuhelfen und zu unterstützen; umsonst gibt es diese Leistung nicht, da jede Nutzung des Feldes eine Abnutzung zur Folge hat.

In Absprache mit den Beteiligten schlägt die Verwaltung folgende Tarife vor: Die Nutzung des Platzes samt den Kabinen kostet die Vereine für ein Spiel oder eine dreistündige Trainingseinheit 210 Euro ohne Flutlicht und 240 Euro mit Beleuchtung. Ohne Kabinen sind 150 beziehungsweise 180 Euro veranschlagt.

Der Kunstrasenplatz in Balingen wird aktuell gebaut. Foto: Eyckeler

„Bei längeren Trainingseinheiten erhöht sich das Entgelt pro angefangener Stunde um ein Drittel des jeweils vorstehenden Tarifs“, heißt es in einem Entwurf der Benutzungs- und Entgeltordnung. Bürgermeisterin Marion Maier: „Die anstehende Sanierung des Platzes werden wir damit natürlich nicht finanzieren können.“

Gemeinderat Mario Maurer erkundigte sich, ob das Angebot der Vermietung nur an Vereine gerichtet ist oder auch an Privatpersonen. Etwas irritiert von der Frage zeigte sich die Bürgermeisterin. „Wer soll denn privat ein Fußballfeld mieten wollen?“

Wobei diese Frage gar nicht so abwegig war, immerhin entstand eine längere Debatte darüber, an wen eine Vermietung infrage kommt. Private Fußballschulen wurden ins Gespräch gebracht oder private Gruppen, die sich zum Kicken verabreden.

Gar nichts von der Vermietung an Privatpersonen hielt Rätin Ilse Ringwald: „Ich bin gegen diese Ausweitung, im Gegenteil man sollte es noch weiter begrenzen“, sagte die Rätin und fürchte ein extremes Verkehrsaufkommen im Bereich des Sportplatzes.

Am Ende durften Ringwald und weitere Gegner dieses Vorschlags aufatmen, da die Idee der Vermietung an Dritte keine Mehrheit im Gremium fand. Also bleibt es dabei: Die Nutzung ist lediglich anderen Vereinen vorbehalten.

Die TSG Balingen ist ein potenzieller Nutzer

Ein Verein, der immer wieder genannt wurde und als möglicher Nutzer infrage kommt, ist die TSG Balingen. Die Fußballer der Eyachstadt müssen aktuell ohne ihren Platz an der Bizerba-Arena auskommen, da dieser saniert wird. Ob es hierzu kommt, hängt nun von den anstehenden Gesprächen ab.

TSG-Geschäftsführer Jonathan Annel sagte auf Nachfrage unserer Redaktion, dass man sich natürlich über das Engagement und die Unterstützung anderer benachbarter Vereine sehr freue. Gespräche aller Beteiligten dürften wohl bald geführt werden.

In Balingen rollen die Bagger bereits über das Gelände. Der Platz in Dotternhausen wird ebenfalls in diesem Jahr noch erneuert. Das Gummigranulat verschwindet, eine umweltfreundlichere Lösung wird verfüllt. Bereits seit Längerem klagen die Kicker über den Zustand des Feldes: Das Granulat verklumpt, es klebt teilweise zentimeterhoch an den Sohlen der Kickschuhe und ist nur schwer abzubekommen.

Die gute Nachricht für die Verwaltung: Die Sanierung wird lange nicht so intensiv und teuer wie in der benachbarten Kreisstadt. Rund 45 .000 Euro abzüglich Fördermittel wird die Maßnahme kosten. Im Laufe des Jahres soll der Kunstrasen das neue Granulat bekommen.