Eishockey, Tennis, Basketball, Handball: Zunächst bis zum 31. August sind in Deutschland keine Großveranstaltungen erlaubt – das trifft viele Sportarten hart. Foto: Montage: von Gottschalck

Sport in der Coronakrise: Was kann noch wie stattfinden? Ein Blick auf Handball, Eishockey, Basketball und Tennis.

Die Politik war deutlich: Bis zum 31. August dürfen in Deutschland keine Großveranstaltungen stattfinden. Viele Sportarten trifft das bis ins Mark. Nicht nur den Profi-Fußball.

Das am Mittwoch beschlossene Verbot von Großveranstaltungen bis mindestens Ende August hat weitreichenden Folgen für den Sport – vor allem außerhalb des millionenschweren Profi-Fußballs. Saison-Abbrüche, Geisterspiele und Verschiebungen werden in den Verbänden heiß diskutiert – endgültige Entscheidungen sind bisher kaum gefallen. Ein Überblick:  

Handball

Die Vereine der Handball-Bundesliga wollen über einen Abbruch der Saison abstimmen. Das ist das Ergebnis einer Videoschalte am Donnerstag mit allen Vereinen der beiden obersten Spielklassen. Die Abstimmung soll in den nächsten Tagen erfolgen. Erforderlich ist eine Dreiviertel-Mehrheit. Entweder wird die Saison beendet, oder die Vereine entscheiden sich für eine alternative Lösung. Ob es bei einem Abbruch Meister sowie Ab- und Aufsteiger gibt, entscheidet allein das Präsidium der Handball-Bundesliga GmbH (HBL). In dieser Frage haben die Vereine kein Mitspracherecht. "Wir hoffen, dass wir schon bei der nächsten Schalte am kommenden Montag oder Dienstag das Ergebnis haben", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann.

Die Europäische Handball-Föderation hat derweil das Final Four der Champions League in Köln erneut verschoben. Die ursprünglich im Mai angesetzte und zuletzt in den August verschobene Endrunde soll nun am 28./29. Dezember stattfinden.

Eishockey

Die Verlängerung des Verbots von Großveranstaltungen hat auch das deutsche Eishockey alarmiert. Die aktuelle Saison ist zwar bereits abgebrochen, doch auch die neue Spielzeit könnte vom Verbot von Großveranstaltungen betroffen sein. In der Deutschen Eishockey Liga ist der Saisonstart für den 18. September geplant. Sollte der Auftakt mit Zuschauern nicht möglich sein, würde der Saisonstart sehr wahrscheinlich verschoben. Die finanziellen Folgen wären zu groß. 

Basketball

Die Basketball-Bundesliga erwägt im Falle einer Fortsetzung der seit Mitte März unterbrochenen Saison Spiele an nur wenigen Orten. Wegen der Folgen der Corona-Krise sei eine Durchführung des regulären Spielplans "mit Reisen quer durch die Republik" nicht denkbar. "Man würde sich dann wohl einen Ort im Norden, einen in der Mitte und einen im Süden Deutschlands suchen", sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz. Dass die Spiele ohne Zuschauer stattfinden müssten, sei klar. Wegen der Coronavirus-Pandemie kann auch das in Köln geplante Final Four der Euroleague nicht wie geplant am 22. und 24. Mai stattfinden.

 Tennis

Eigentlich sollte ab Mitte Juli in Hamburg wieder gespielt werden. Doch durch das Verbot von Zuschauern ist der Termin nicht haltbar. Die Veranstalter prüfen nun eine Verlegung in den September. Auch das Stuttgarter Herren-Tennisturnier wird noch nicht komplett abgesagt. Es sollen weitere Gespräche mit der Profiorganisation ATP geführt und die Situation neu bewertet werden. Ein Turnier ohne Zuschauer gelte in der Coronavirus-Krise eher nicht als Option, wie ein Sprecher sagte. Das Turnier war ursprünglich für den 8. bis 14. Juni geplant. Auch für das Rasenevent in Berlin war nach der Absage des Turniers vom 15. bis 21. Juni ein Nachholtermin Ende Juli oder im August in Erwägung gezogen worden. Doch beide Events dürften nun wohl erst 2021 stattfinden.

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