Die Ortsvorsteherin von Burladingen-Hausen, Corinna Egle, vor dem abgesperrten Bereich in der Turn- und Festhalle. Sie macht sich vor allem Sorgen um die Schulkinder. Foto: Rapthel-Kieser

In Burladingen-Hausen findet der Schul- und Vereinssport seit Monaten nur noch in einem Teil der Halle statt. Der Rest ist mit rot-weißem Flatterband abgesperrt.

In Sachen Ortschaftsrat und Mittelanmeldung ist die Ortsvorsteherin von Burladingen-Hausen ja schon ein alter Hase. Bevor sie Rathauschefin der Killertalgemeinde wurde, war sie schon viele Jahre im Ortschaftsrat.

 

„Ich glaube da haben wir die Grundsanierung der Hausener Turn- und Festhalle eigentlich immer auf der Wunschliste der Mittelanmeldungen für den städtischen Haushalt gehabt“, erinnert sie sich. Aber was Hallensanierungen angeht, da gibt es seit dem Hochwasser vor einigen Jahren, durch das die Halle in Stetten unter Holstein unbrauchbar wurde und deren Sanierung eingeschoben werden musste, quasi einen Stau. Die Hausener Halle kam bisher nicht zum Zuge.

Der Boden hat einen kapitalen Wasserschaden

Jetzt muss aber dringend investiert werden. Denn: Der Boden hat einen kapitalen Wasserschaden. Da ist, so vermutet es der Mitarbeiter vom Bauamt, Timo Fischer, vom rückwärtigen Teil des Gebäudes, Wasser von unten in das Gebäude eingedrungen.

Die Hausener Halle steht etwas tiefer als die Nachbarschaft in ihrem Rücken. Von da ist Wasser eingedrungen. Foto: Rapthel-Kieser

Tatsächlich gibt es hinter der Halle eine relativ steile Wand aus runden Betonsteinen und mit Gras überwachsen. Wenn es stark regnet, so Corinna Egle, dann könne man regelrecht sehen, wie das Wasser dort runter schießt. Und der Bereich zwischen Betonsteinwand und hinterer Hallenwand, diese Bodenplatte die darunter liegt, unter der hat sich das Wasser wohl seinen Weg gebahnt.

Zuerst gemerkt hat es Fronmeister Siggi Girra, dem am Hallenboden eine Veränderung aufgefallen war und der dann eine für Pfosten vorgesehene Rundung öffnete. Beim tiefen Blick in den Untergrund sah er: Dort steht das Wasser.

Sorgen um die Kinder

Hallenboden wie ein kleines Nagelbrett. Für den Sportunterricht und die Vereine eigentlich nicht mehr zu gebrauchen. Foto: Rapthel-Kieser

Corinna Egle informierte die Stadtverwaltung und man entschloss sich, da der Boden an einigen Stellen wie mit kleinen Nägeln die durchdrücken, aufgequollen ist, den Bereich per Pfosten und Flatterband abzusperren. „Ich habe mir Sorgen um die Kinder gemacht, wenn Sie da drauf treten. Der Boden ist da ganz bröckelig“, sagt Egle zur Stolpergefahr. Dass die Pfosten im Sportunterricht auch nicht so ohne sind, ist ihr bewusst, aber da hofft sie ganz auf die Sportlehrerinnen und deren wachsames Auge. Aber nicht nur für die ist die Lage misslich. Schließlich sind auch einige Sportvereine regelmäßig in der Halle. Nicht nur die von Hausen, auch der TSV Burladingen nutzt die Turn- und Festhalle für seine Gruppen. Und: „Alle fragen ständig nach mehr Hallenstunden und ich habe keine übrig“, sagt Egle.

Seit Jahren still gelegt, die Duschräume in der Hausener Turn- und Festhalle. Die Wasserhähne lassen sich nicht mehr zudrehen. Foto: Rapthel-Kieser

Das Wasser läuft und läuft

Daran, dass die Duschen und Sanitärräume seit Jahren außer Betrieb sind, haben sich die Sportler schon gewöhnt. Sie duschen nach dem Schwitzen halt zu Hause. „Bloß nicht aufdrehen“, kommentiert die Ortsvorsteherin beim Rundgang die stillgelegten Wasserhähne in den Duschen. „Das geht dann nicht mehr zu und das Wasser läuft in einer Tour“, berichtet sie.

Gepflegt sieht anders aus: Die Decke über den stillgelegten Duschen in der Hausener Turn- und Festhalle. Foto: Rapthel-Kieser

Der Blick zur Decke verrät auch eher Unappetitliches, aber da keiner dort mehr duscht, ist es wohl vollends egal, wie es obenrum aussieht. Und obwohl keiner mehr den Wasserhahn der Duschen aufdreht: Jetzt hat die Halle ihren Wasserschaden am anderen Ende.

„Der Hallenboden muss jetzt gemacht werden“

Der junge Sachbearbeiter vom Bauamt, Timo Fischer, Nachfolger von Torsten Bung, hat sich schon gekümmert. Er  weiß, dass das Wasser auch die Prallschutzwände am Ende der Halle hochgezogen ist und hat veranlasst, dass die Stadt  Angebote einholt, um den Schaden zu beheben. Mit dem Aufbaggern hinter der Halle und dem Verlegen einer ordentlichen Dränage  wird es inklusive neuem Hallenboden alles in allem wohl rund 110.000 bis 120.000 Euro kosten, den Belag auf ganzer Länge wieder sporttauglich zu kriegen. Wenn die Halle dann irgendwann kernsaniert wird, müsste man den neuen Boden schützend abdecken und   dafür Sorge tragen, dass er unter den Arbeiten nicht leidet. „Ist ungewöhnlich und eine merkwürdige  Reihenfolge – aber es geht“, sagt Fischer zuversichtlich. Und Corinna Egle lässt keinen Zweifel: „Der Hallenboden muss jetzt gemacht werden“.