Im Casino der Kreissparkasse in Calw wurden Leistungsprämien für sportliche Erfolge und Auszeichnungen für besondere Leistungen beim Sportabzeichen verliehen.
Die Ehrungen bildeten eine interessante Symbiose aus Breiten- und Leistungssport, zumal einige Sportabzeichen-Wiederholer als Funktionäre, Trainer oder Betreuer im Hintergrund als Wegbereiter für den Spitzensport mitarbeiten.
Sportkreispräsident Matthias Leyn startete mit einem Dankeschön an den Gastgeber, vertreten durch Ralph Günthner, in den Ehrungsabend für herausragende sportliche Leistungen. Er rief das Sportabzeichen-Macher-Duo Wilhelm Schuurmann und Karin Weik ans Rednerpult und hob das langjährige Engagement von Schuurmann und der neuen Sportabzeichen-Referentin Karin Weik hervor.
Sportabzeichen
Hermann Weik hatte mit 22 Jahren mit den Sportabzeichen begonnen – nun konnte der langjährige Althengstetter Fußballer und zwischendurch Leiter der Breitensportabteilung im Alter von 72 Jahren eine Ehrung für das 50. Sportabzeichen in Empfang nehmen. „Außergewöhnlich, er hat über so einem langen Zeitraum nicht ein Jahr verpasst“, lobte Wilhelm Schuurmann. Nur fünf weniger hat sein langjähriger Weggefährte Eberhard Schäfer. Carola Hargutt (TV Calmbach), Ewald Kappler- Steinhauser (VfL Ostelsheim), Werner Schmid (Sportfreunde Emmingen) und Michael Raich (TSV Calw) wurden für das 40. Sportzeichen geehrt.
Margarete Burkhardt vom TSV Wildbad führte eine fünfköpfige Riege bestehend aus Heike Gann (SV Althengstett), Margit Hüllemann (TSV Calw) und Jutta Wolf (VfL Nagold) mit 30 maliger Teilnahme an, zu der sich mit Rainer Wahl vom TV 1900 Conweiler noch ein männlicher Teilnehmer gesellte. Auf 25 Male kann Wolfhard Binder vom SV Althengstett blicken. Die beiden Jüngsten im Ehrungsfeld waren Katrin Jung von den Sportfreunden Emmingen und Simone Lehmann (TSV Altensteig – beide ebenfalls 25 Male).
Lokale Spitzensportler
Die diesjährige Vergabe von Leistungsprämien zeigte Disziplinen und Sportarten auf, die abseits von Fußball, Handball oder Tennis Athleten aus dem Sportkreis in die ganze Welt geführt haben. So präsentierten Matthias Leyn und Vizepräsident Ralph Günthner im Wechsel mit umfassenden sportlichen Beschreibungen unter anderen das Inline-Alpin-Duo Lya und Luna Schwarz vom VfL Nagold mit Erfolgen in Lettland, Tschechien und Italien.
Den 15-jährigen Gewichtheber Jan Bormann (vom Weightlifting & Fitness Club Nagold) mit einer Bestleistung von über 200 Kilogramm und der internationalen Premiere bei der Europameisterschaft in Madrid (Spanien). Gleb Stepanzow und Jannis Saha sind für die Sportfreunde Neusatz (Badminton) und die Schachfreunden Bad Herrenalb aktiv. Die Kombination daraus heißt „Chessminton“ und besteht aus zwei fünfminütigen Schnellschachpartien und zwei Sätzen Badminton auf elf Punkte. Sein Talent beim Badminton hat Gleb Stepanzov auf Platz vier der deutschen Jugend-Rangliste und mit der Jugendnationalmannschaft bis nach Malmö (Schweden) geführt.
Ina Häcker vom TSV Wildberg begann mit elf Jahren mit Karate, und gehört seit 2022 dem Bundeskader an, mit dem sie an der EM in Prag teilnahm. Sportsoldat und Bogenschütze Jonathan Vetter von den Sportfreunde Gechingen nahm an Welt-Cups in Kolumbien, China, Türkei und in Las Vegas teil sowie an der Weltmeisterschaft in Korea und ist laut Jürgen Zizmann mit seiner persönlichen Bestleistung auf Rang 14 der Weltrangliste geklettert. Sein Vereinskollege Wolfgang Neumann durfte 2024 als Deutscher Meister im Feld und Vizemeister in der Halle seine größten Erfolge mit dem Compoundbogen feiern.
Stark vertreten war das Tanzsportzentrum Calw. Einmal durch das Duo Giulia Merico/Viktoria Perevoznak, das unter anderem an der EM in Belgien am Start war, dann durch Noah Berg und Helene Rexer, Robert Adam und Pauline Böhringer sowie die Profi-Tänzer Zsofia Garbe/ Domenico Franzo. Das Paar ist amtierender deutscher Meister (Showdance Latein). Es erreichte das Halbfinale der EM in Leipzig und das Viertelfinale bei der WM in Budapest.
Der 91-jährige Giuseppe Tonoli von den Boule-Freunden Stammheim, der ursprünglich aus Italien stammt, hat das goldene Sportabzeichen mit 78 Punkten erreicht. „Das ist das beste Ergebnis, das in unserem Verein je erzielt wurde“, betonte der Boule-Freunde-Vorsitzende Alfred Stanscheit. „Bis ins Jahr 2020 fuhr er noch jedes Jahr für zwei Monate nach Italien, um da große Turnier zu spielen“, so Ralph Günthner.
Weiter ging es mit Annika Kurz von der Skizunft Calmbach. Die junge Langläuferin steht seit dem vierten Lebensjahr auf den Skiern. Sie wurde mehrfach schwäbische Meisterin, kann Top-Platzierungen im Deutschlandpokal aufweisen, wurde Vizemeisterin bei der Deutschen Rollski-Berglaufmeisterschaften in Seebach und kann als Krönung auf einen sechsten Platz mit der SZ Frauenstaffel bei der DM blicken. Dass sie nicht nur im Langlauf spitze ist, bewies Annika Kurz mit einem zweiten Platz beim Halbmarathon in Karlsruhe in der Klasse weibliche Jugend.