Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Sport Coronavirus: Wie gehen Sportvereine mit Situation um?

Von
Foto: Schwarzwälder Bote

Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern sollten in Baden-Württemberg wegen der steigenden Zahl von Coronavirus-Infektionen abgesagt werden, dies sagt Landesgesundheitsminister Manne Lucha. Wie gehen Sportvereine aus dem Kreis damit um?

Fußball in Südbaden

"Nachdem das Ministerium für Soziales und Integration von Baden-Württemberg sowie das Robert Koch-Institut die Infektionsgefahr durch das Coronavirus für der Bevölkerung in Deutschland derzeit als mäßig einschätzen, besteht aktuell keine Veranlassung, den Spielbetrieb ruhen zu lassen. Daher finden bis auf Weiteres alle Spiele und Turniere wie geplant statt", heißt es seit dem 4. März auf der Homepage des Südbadischen Fußballverbandes (SBFV). Hat sich an dieser Einschätzung etwas verändert? "Nein. Wir gehen also davon aus, dass am Wochenende alle Spiele stattfinden", sagte Thorsten Kratzner, der stellvertretende Geschäftsführer und Sprecher des SBFV am Dienstag. Kratzner stellte aber klar, dass sich die Lage jederzeit ändern könnte. "Deshalb gibt es auch am Mittwoch weitere Beratungen."

Zudem würden weiter die Empfehlungen gelten, die auf der SBFV-Homepage veröffentlicht sind. "Dessen ungeachtet appellieren wir an alle Aktiven und Zuschauer, den Empfehlungen des Sozialministeriums von Baden-Württemberg Folge zu leisten, also insbesondere Maßnahmen zum Infektionsschutz – wie zum Beispiel Handhygiene und Abstand halten – zu ergreifen. Dementsprechend sollte vorerst auf den Hand- shake vor, während und nach dem Spiel verzichtet werden", heißt es dort. Im Falle von Fieber oder eines Atemwegsinfekts solle auf den Besuch oder der Teilnahme an Fußballveranstaltungen (Turniere, Spiele, Trainings) verzichtet und stattdessen ein Arzt aufgesucht werden.

FC 08 Villingen

Dagegen wurde das für Dienstag angesetzte Oberliga-Nachholspiel zwischen den Stuttgarter Kickers und dem FSV Bissingen abgesagt. Und was bedeutet dies für das für Samstag (15.30 Uhr) geplante Heimspiel des FC 08 Villingen gegen den SV Linx? "Wir gehen bisher davon aus, dass die Partie wie geplant stattfindet. So bereiten wir uns auch vor", erwartet Arash Yahyaijan, dass das Derby keine 1000 Zuschauer in die MS Technologie-Arena locken wird. Der Sportvorsitzende des FC 08 fand es "komisch", dass die Kickers-Partie abgesagt wurde, aber der VfB Stuttgart einen Tag zuvor vor gut 54 000 Zuschauern gegen Bielefeld spielen konnte. Auch deshalb wünscht sich Yahyaijan eine einheitliche Regelung für die Oberliga. "Es kann doch nicht sein, dass ein Team vor Zuschauern spielt, ein anderes Spiel ohne Fans stattfindet und eine andere Partie ganz abgesagt wird. Mir wäre es da lieber, man würde den kompletten Oberliga-Spieltag absagen." Es sei einfach eine schwierige Situation für alle Beteiligten. "Natürlich wäre es auch ein großes finanzielles Problem, wenn wir Heimspiele ohne Zuschauer austragen müssten."

Fußball in Württemberg

Unterdessen fordert der Württembergische Fußballverband (WFV) – auch für die Fußball-Oberliga zuständig – alle Vereine auf, "aktiv zu prüfen, ob es Spieler in ihren Mannschaften gibt, die aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind. "Wir appellieren an das Verantwortungsbewusstsein der Vereine, diese Spieler – unabhängig von Symptomen – nicht einzusetzen, weder bei Spielen noch im Trainingsbetrieb." Zudem sei es selbstverständlich, dass im Fall eines Spielers mit diagnostizierter Corona-Infektion der Staffelleiter zu informieren ist, der dann das betreffende Spiel verlegt. In Sachen Oberliga-Spiele am kommenden Wochenende ist noch keine Entscheidung gefallen. Am Mittwoch tagt aber die Spielkommission der Oberliga. "Danach wissen wir mehr", sagte Heiner Baumeister, der WFV-Abteilungsleiter Kommunikation, am Dienstag unserer Zeitung.

Volleyball TV Villingen

Die Volleyball-Abteilung des TV Villingen wurde am vergangenen Wochenende mit der Thematik direkt konfrontiert (wir haben berichtet). Die Villinger Verantwortlichen sagten das Oberliga-Spiel der Frauen gegen Ettlingen vorsorglich ab, da sich zwei Spielerinnen in den Fastnachtsferien zum Skifahren in Südtirol aufgehalten hatten. "Beide Spielerinnen waren seit einigen Tagen bereits aus dem Trainingsbetrieb draußen und besuchten auch nicht mehr den Schulunterricht", berichtet Sven Kieninger, der Geschäftsführer des TV Villingen.

Doch wie geht es nun mit dem Spielbetrieb in der Regionalliga weiter? Am Wochenende haben die Villinger Mädels gleich zwei Heimspiele. "Im Moment gehen wir davon aus, dass diese stattfinden, aber das kann sich stündlich ändern", betont Sven Kieninger, der Geschäftsführer des TV Villingen. "Wir halten uns strikt an die Vorgaben des Landes und des Verbandes."

Panthers Schwenningen

Die wiha Panthers Schwenningen wünschen sich am Samstag zum vorentscheidenden Spiel um den Play-off-Einzug gegen den Direktkonkurrenten Nürnberg in der Deutenberghalle mehr als 1000 Zuschauer. Die Panthers-Verantwortlichen sind seit Tagen mit der 2. Basketball Bundesliga beim Thema "Coronavirus" im engen Dialog. Die beiden Geschäftsführer – Frank Singer und Alen Velcic – sowie Geschäftsstellenleiter Holger Rohde gehen fest davon aus, "dass es im deutschen Basketball zeitnah eine Linie gibt, ob und unter welchen Bedingungen Spiele stattfinden können". Neun der 17 ProA-Teams kommen aus Nordrhein-Westfalen und Baden Württemberg, also aus Bundesländern, die mit am stärksten vom Virus betroffen sind.

Alen Velcic wirkt trotz des großen sportlichen Erfolgs in diesen Wochen sehr nachdenklich: "Es ist unglaublich, was für eine Entwicklung weltweit dieser Virus genommen hat. Da wird der Sport unwichtig." Seit Wochen trifft der Coach für seine Mannschaft Vorsichtsmaßnahmen. Auf Auswärtsreisen werden so zum Beispiel keine Raststätten mehr angefahren. Große Mengen an Desinfektionsmitteln sind im Training und im Spiel immer dabei.

Handball Südbaden

Klar, dass auch der Südbadische Handballverband (SHV) die Situation ganz genau beobachtet. "Stand Dienstag wird am Wochenende gespielt. Klar ist aber auch, dass wir uns an alle Vorschriften halten. Die Lage kann sich ja schnell ändern", verweist Ansgar Huck, einer der SHV-Vizepräsidenten, auf die Entscheidungsgewalt der Ämter. Auch Stephan Lermer, der Handball-Abteilungsleiter des TV St. Georgen, geht bisher davon aus, dass das Landesliga-Heimspiel am Samstag gegen Gutach stattfindet. "Man muss aber eben abwarten, wie sich alles entwickelt. Wir sind vom Gesamtverein angehalten, vor der Halle eine Desinfektionsmöglichkeit für die Fans zu ermöglichen."

Radsport

Übrigens – nicht anstecken lässt sich das Rad-Kontinentalcup-Team "Lotto Kern-Haus" um den Schwenninger Jan Hugger vom Chaos durch das Coronavirus. Auch wenn Frühjahrsklassiker wie zum Beispiel Mailand-San Remo abgesagt werden, mussten verfallen die Fahrer nicht in Panik. Ihre eigene SARS-CoV-2-Erfahrung beschränkt sich bislang glücklicherweise nur auf überdurchschnittliche Nutzung an Desinfektionsmittel. "Mitte April haben wir einige Rennen in Italien. Da hoffen wir schon, dass diese stattfinden werden", schaut Jan Hugger nach vorne.

Deutsche Eishockey Liga

Die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) hat am Dienstagabend entschieden, die Saison in der DEL aufgrund des Coronavirus sofort zu beenden. Dies gilt auch für die DEL 2. "Dass wir die Entscheidung so treffen müssen, tut uns für alle Clubs, Partner und insbesondere Fans in ganz Deutschland unheimlich leid", sagt DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke. Schwenningens Coach Niklas Sundblad hält sich heraus: "Ich bin kein Mediziner und erlaube mir kein Urteil über diesbezügliche Maßnahmen der DEL."

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.