Für Kinder und für Erwachsene gilt: Bewegung ist gesund. Foto: TSV Calw

Fünf Kilo haben die Deutschen im Durchschnitt während der Corona-Pandemie zugenommen. Der Grund: Bewegungsmangel, vor allem während des Lockdowns. Das kann fatale Folgen haben.

Calw - "Die Leute haben sich noch weniger bewegt als sonst. Dazu hat auch die Arbeit im Homeoffice beigetragen", sagt Sebastian Hess, Vorstandsmitglied des TSV Calw. Hauptberuflich ist der Sportwissenschaftler als selbstständiger Gesundheitsmanager und Systemischer Business Coach tätig. Und kennt noch mehr Zahlen. Im Durchschnitt sitze die Deutschen zwischen zehn und elf Stunden am Tag, sechs bis acht Stunden Schlaf kommen hinzu. Für Sport bleibt da nicht viel Zeit.

Was Bewegungsmangel aus den Menschen macht, zeigen unzählige Studien. Clemens Alex, Sportlicher Leiter des TSV-Sportzentrums, nennt Herz- und Kreislaufkrankheiten sowie Erkrankungen des Bewegungsapparats. Hess: "Nach einer Statistik der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben weltweit jährlich fünf Millionen Menschen in Folge des Bewegungsmangels."

DNA eines Sportvereins

Wen jetzt die meisten Corona-Regeln wegfallen, ist für die beiden Fitness-Experten gerade im Frühjahr die richtige Zeit, sich wieder mehr zu bewegen und die Pfunde purzeln zu lassen. Das Konzept ruht auf drei Säulen: Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit. Für Alex ist Bewegung die DNA eines Sportvereins. Und in Verbindung mit dem Sportzentrum lässt sich ein ganzheitliches Konzept anbieten. Das reicht von klein bis groß, von der Gruppe mit den "Windelflitzern" im Krabbelalter bis hin zum 90-Jährigen mit Rollator, der regelmäßig zum Training kommt. Leistungs- und Freizeitsport gehören genauso dazu wie der Reha-Sport.

"Es geht uns darum, Freude an der Bewegung spürbar zu machen", sagt Alex. Dabei kann die Motivation, Sport zu treiben, recht unterschiedlich sein. "Manche verfolgen ein großes Ziel. Sie trainieren, um an einem Marathon teilnehmen zu können. Andere wieder werden durch den sozialen Aspekt in der Gruppe motiviert", so Hess. Gerade diese Menschen gilt es nach Corona "aus dem Schneckenhaus zu holen". Da darf dann auch das Schwätzchen und die Geselligkeit nach dem Training dazugehören.

Strukturiertes Angebot

Kinder und Jugendliche haben infolge der Schulschließungen während der Pandemie besonders stark gelitten. Denn dadurch ist auch der Sportunterricht ausgefallen. Schülern will der TSV deshalb ein strukturiertes Sportangebot in den Pfingst- und Sommerferien machen. In der Kindersportschule (KiSS) des TSV bilden Schwimmkurse einen besonderen Schwerpunkt.

Doch auch die Senioren kommen nicht zu kurz. So wird im Haus auf dem Wimberg seit kurzem Reha-Sport angeboten. Viele Bewohner können das Heim nur noch schwer oder gar nicht mehr verlassen. Alex: "Deshalb bringen wir den Sport zu den Menschen." An der Kursen nehmen auch dementiell Erkrankte teil.