Die jungen talentierten Musikerinnen und Musiker, die der Verein „Spitzenklänge“ betreut, sind auf den Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ gut vorbereitet. Das hat ihr Konzert im Lautlinger Stauffenbergschloss gezeigt.
Das Programm des „Spitzenklänge“-Konzerts, durch das die stellvertretende Vereinsvorsitzende Renate Musat führte, begann mit einer melodischen Gavotte und einer tänzerischen Musette des Spätromantikers August Nölck, gespielt von Abeline Kleimann am Violoncello und Roxie Eppler am Klavier.
Anschließend entführten die beiden ihr Publikum in entzückender Manier in einen musikalischen Zoo mit hüpfenden Kängurus und emsigen Ameisen – die beiden Stücke stammen aus einem Werk des zeitgenössischen polnischen Komponisten und Violinpädagogen Antoni Cofalik. Den Schlusspunkt des Auftritts von Kleimann und Eppler setzte der leichtfüßige und dezent jazzige „Roadrunner“ des Schweizers Daniel Hellbach.
Manege frei für Zirkusklänge
Einen zart gezupften „Niederländischen Tanz“ von Hans Neusidler, einem Komponisten und Lautenisten des 16. Jahrhunderts, gab Gitarristin Alexandra Burnowska zum Besten. Danach hieß es „Manege frei“: Jürg Kindle gab eine bunte, abwechslungsreiche Zirkusvorstellung mit dem rasanten „Schlusstanz der Artisten“ als Höhepunkt.
Als vorzügliche Flötistin erwies sich Lusielle Kleimann im „Allegro“ des Konzerts für Flöte und Orchester D-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart – sie artikulierte sauber, verlieh der Heiterkeit des Stücks vollendeten Ausdruck und nutzte in der Kadenz die Gelegenheit, Virtuosität zu demonstrieren. Den Orchesterpart spielte ihr Lehrer Albrecht Bieber auf dem Klavier.
Der Abend im Gebirge ist stimmungsvoll und ausdrucksstark
Ausdrucks- und stimmungsvolle Tonmalerei bot der „Soir dans les Montagnes“, auf Deutsch: „Abend im Gebirge“, des französischen Komponisten Eugène Bozza. Im „Allegro“ von Antonin Dvoraks Sonate in G-Dur legten die Schwestern Caroline und Annika Neuscheler an Violine und Klavier Ausdruckskraft und Vollendung im Zusammenspiel an den Tag; auch die rhythmisch reizvolle, herb-frische „Sonatine“ des zeitgenössischen Komponisten Harald Genzmer meisterten sie mit Bravour. Zupackend und elegant zugleich interpretierte danach Bennet Wenzel auf der Klarinette das „Finale“ der „Three Miniatures“ von Jonathan FeBland, zu der seine Lehrerin Eri Nakamura-Holtmann die Klavierbegleitung beisteuerte.
Aus der Gegenwart ging es dann zurück in die Frühklassik des 18. Jahrhunderts: Im „Allegro“ des Zweiten Darmstädter Konzerts in B-Dur von Carl Stamitz glänzte Wenzel mit einwandfreier Phrasierung.
Lied ohne Worte
Wunderschön kantabel gestaltete er danach ein „Lied“ des Kroaten Emil Cossetto, rhythmisch und schwungvoll einen „Csárdás“ desselben Komponisten. Felix Mendelssohns „Lied ohne Worte“, op. 100, für Violoncello und Klavier stimmten Finja Eggert am Cello, und Viktoria Häußler an – das Cello „sang“ die ergreifende Melodie, die das Klavier mit einem kunstvoll gewebten orchestralen Klangteppich unterlegte. Bohuslav Martinus letztes Werk, die „Variationen über ein slowakisches Thema“ für Cello und Klavier, waren zugleich das letzte Werk des Nachmittags - eines, das mit seinen rhythmischen Finessen beträchtliche Anforderungen an die jungen Musikerinnen stellte. Sie wurden ihnen vollauf gerecht und dafür am Ende mit großem Applaus belohnt.
Fazit: Es war eine Freude, den Jugendlichen beim Musizieren zuzuhören und zu erleben, mit welcher Begeisterung sie bei der Sache sind. Der Wettbewerb kann kommen.