Der Bau der Hermann-Hesse-Bahn zog sich länger als gedacht. (Archivbild) Foto: Karl Ulrich Schneider

Die Spitzenkandidaten für den Landtag aus dem Kreis Calw diskutierten in Altensteig. Dabei kam die Sprache auch auf Mobilität und Verkehr.

Die Hesse-Bahn ist gerade fertiggestellt, aber Bauzeit und Kostensteigerung sind noch gut in Erinnerung.

 

„Die exorbitanten Kostenexplosionen kritisiere ich immer wieder vehement“, sagte Daniela Steinrode von der SPD bei einer Podiumsdiskussion in Altensteig mit den anderen Spitzenkandidaten des Kreises Calw zum Landtag. So hätte etwa das Regierungspräsidium (RP) immer wieder für Verzögerungen gesorgt.

„Es kann nicht sein, dass ein Verfahren monatelang, jahrelang in einem RP oder bei einer anderen Behörde liegt“, sagte auch Fynn Rubehn von den Grünen. Behörden müssten Fristen gesetzt bekommen. Den Frust über die „Gutachteritis“, wie es ein Kommunalpolitiker laut Moderatoren kritisiert habe, teile er. Immer weiter zu prüfen, bis das erste Gutachten schon wieder obsolet sei – das sei „bürokratischer Unsinn“.

In Altensteig diskutierten beim Jugend-, Missions- und Sozialwerk Fynn Rubehn (von links) von den Grünen,Miguel Klauß (AfD), Moderatorin Mareike Heusel, Carl Christian Hirsch (CDU), Thomas Hanser (Linke), Moderator Julian Heusel, Johannes Feldmann (FDP) und Daniela Steinrode (SPD). Foto: Jansen

Mit dem Ausbau der Hesse-Bahn kam auch der Individualverkehr aufs Tableau. „Ich glaube, dass diese Gängelung des Individualverkehrs der Politik falsch ist“, meinte Miguel Klauß von der AfD. Grade im ländlichen Raum sei das Auto unabdingbar. Autofahren müsse günstiger werden. Er betrachtet deshalb auch eine CO2-Steuer als ungerecht.

Thomas Hanser von der Linken fordert eine sehr viel engere Taktung der Verbindungen – und einen kostenlosen ÖPNV. „Öffentliche Institutionen wie Krankenhäuser, Feuerwehr und Polizei müssen keine Gewinne abwerfen“, sagte er. Das gelte auch für die Bahn. Die sei jetzt aber ein Aktienunternehmen. „Wir müssen dafür wegkommen, dass öffentliche Infrastruktur einigen wenigen gehört und Geld abwerfen muss – sondern den Menschen hilft. Denn dafür arbeiten wir doch?“, stellte er in den Raum.