Die Bräutelbuben sind stolz auf ihren Maibaum, auch wenn er nach einem „Attentat“ mit Hilfe einer Metallhülse zusammengeflickt werden musste. Foto: Thomas Kost

Er steht zwar nicht hundertprozentig in der Senkrechten, aber er steht. Am Vorabend des 1. Mai hievte die Bräutelgesellschaft der Narrenzunft Haigerloch auf dem Marktplatz den Maibaum in die Höhe. Bis dahin war Einiges passiert.

Maibäume wurden zum Beginn des Wonnemonates in allen Teilorten aufgestellt – zumeist von Narrenvereinen oder Jugendhäusern.

 

Der Maibaum aber, der in Haigerloch mit Hilfe eines Radbaggers der Firma Haser Bau im Boden verankert wurde, hatte eine wahrhaft abenteuerliche Geschichte hinter sich.

Maibaum aus dem Wald bei Weildorf

Vergangenen Samstag hatten ihn die Bräutelbuben aus dem Wald bei Weildorf geholt. Dann wurde der mächtige Baum zunächst einmal auf dem Firmengelände von Timo Haser – einer der drei Vorstände der Narrenzunft – im Gewerbegebiet Madertal gelagert und dessen Stamm säuberlich geschält. Doch über Nacht ist irgendwer auf das Betriebsgelände der Bauunternehmung eingestiegen und hat die Spitze des Baumes abgesägt. Was tun? Man kam zu einer trickreichen Lösung: Einer der Bräutelbuben fertigte eine Metallhülse an, mit der man die Spitze wieder mit dem mächtigen Stamm verschrauben konnte.

Das war aber nicht das einzige Attentat auf das „Projekt Maibaumstellen“. Auch das Loch am Nepomukbrunnen war zubetoniert und dreisterweise darauf noch ein „Häufchen“ gesetzt worden. Ganz schön fies, aber die Bräutelbuben stellten sich auch diesen Widrigkeiten. Ganz zuletzt tauchte noch ein weiteres Problem auf: Wie kriegt man den Baum ohne Weltreise von der Ober- in die Unterstadt? Schließlich sind solche Großtransporte derzeit weder über die Kreisstraße am Steinbruch im Butzengraben entlang (Sperrung wegen Felsberäumung) noch über die „Direttissima“ übers Städtle (Sperrung wegen Brückenbauarbeiten) möglich. Irgendwie haben es die Bräutelbuben aber doch geschafft, den Maibaum an seinen Zielort zu bringen. Nach erfolgreichem Baumstellen wurde auf dem Marktplatz entspannt und fröhlich bei einer Hockete in den Mai gefeiert.

Viele Ausflügler schnüren Wanderschuhe

Bei sommerlichen Wetter schnürten am 1. Mai viele Ausflügler die Wanderschuhe oder stiegen in den Fahrradsattel, um die Hocketen in Bad Imnau (Apollo-Gelände) und Gruol (Bruckensee), in Trillfingen (Schützenhaus) oder in Weildorf (Sportheim) anzusteuern.