Der Werner-Guhl-Platz im Neubaugebiet Spitalhöhe wird gestaltet. Im Mehrfamilienhaus soll eine Bäckerei einziehen. Foto: Alt

Der Werner-Guhl-Platz auf der Spitalhöhe wird gestaltet. Die Stadt investiert 310 000 Euro in den Treffpunkt. Ausgerechnet die geplanten Stellplätze sorgen im Bauausschuss für Kritik.

Wo ein Neubaugebiet ist, da darf ein öffentlicher Platz als Treffpunkt nicht fehlen. Auf der Spitalhöhe – genauer gesagt an der Ecke Imster Straße/Basler Straße – wird eine kleine Fläche diese Aufgabe übernehmen.

 

Wie der Platz gestaltet werden soll und wie dies mit dem angrenzenden Mehrfamilienhaus zusammenhängt, erläuterten Harald Armin Sailer und Felicitas Bott – diesmal allerdings nicht als Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Bauen und Verkehr, sondern als Verantwortliche des beauftragten Landschaftsarchitekturbüros Sailer.

Auch, wenn es im Moment noch sehr nach Baustelle aussieht – einen Namen hat der kleine Platz bereits. Er ist benannt nach dem verstorbenen Kämmerer und Bürgermeister Werner Guhl. Für die Gestaltung der Fläche hat die Stadt 350 000 Euro eingeplant, 310 000 Euro wird das Ganze nach derzeitigem Stand kosten, wie in der Sitzungsvorlage zu lesen ist.

Parkplätze stören

Nebenan entsteht derzeit das Wohn- und Geschäftshaus eines Investors. Die Fertigstellung ist für den Sommer geplant. Im Untergeschoss soll eine Bäckerei samt Café eröffnen, deren Terrasse sich zum bis dahin auch fertiggestellten Platz öffnet. Außerdem wird der Platz zur Basler Straße durch zehn Stellplätze abgegrenzt, was Jürgen Mehl (SPD) nicht sonderlich begeisterte. Er befinde die Gestaltung des Platzes als „sehr schön“. Die zehn Stellplätze allerdings störten die Qualität „ganz erheblich“. Vor allem im Hinblick auf den gegenüberliegenden Spielplatz sei diese „Überversorgung“ schade.

Die Verwaltung und die Landschaftsarchitekten sehen dies anders – auch weil ein Behindertenstellplatz eingeplant sei. „Von unserer Seite sehen wir kein Überangebot“, entgegnete Sandra Graf, Abteilungsleiterin Stadtplanung. Und Sailer betonte: Ob acht oder zehn Stellplätze – das sei für den Platz nicht relevant.

Viel Grün und Felsenbirnen

Und so soll der Platz aussehen: Der Platz bekommt eine Begrenzung zu den Parkplätzen hin mit einen „Pflanzstreifen mit Heckenstrukturen“, so Sailer. Entlang der nördlichen Grundstücksgrenzen – dort steht eine Mauer mit Milchglaselementen – sind Hochbeete mit Sitzauflagen vorgesehen, die die Höhe der Mauer optisch ein wenig brechen sollen. Was den Ausschussmitgliedern besonders gefiel: Als tragende Bepflanzungen sind drei Felsenbirnen vorgesehen. Monika Hugger (CDU) verwies zudem auf einen Wunsch aus dem Jugendhearing. Ein Outdoor-Boxsack habe auf der Liste der Jugendlichen gestanden. Elke Reichenbach wies darauf hin, dass die Felsenbirne kein guter Schattenspender sei. Sailer hingegen bat darum, die Verhältnismäßigkeit im Blick zu behalten. Der Platz sei klein, man dürfe ihn nicht durch übergroße Bäume überlagern.

Kein Pflaster

Als Belag des Platzes kommt übrigens nicht irgendein Pflaster in Betracht, sondern eine wassergebundene Wegdecke. Diese – darüber freute sich Ralf Banholzer (CDU) – eigne sich hervorragend dazu, darauf Boule zu spielen. Und pflegeleicht sei sie noch dazu.

Mit einer Gegenstimme wurde die Gestaltung schließlich abgesegnet. Der Gemeinderat hat den Werner-Guhl-Platz am 15. Februar auf der Tagesordnung.