Zum Jahresende ist nach 115 Jahren definitiv Schluss: Am Silvestervormittag öffnet der Spielwarenbereich von Eisen-Storz in der Schramberger Schillerstraße ein letztes Mal. Ein weiteres Produktsegment hingegen bleibt erhalten.
Zum Hintergrund der Schließung äußerte sich der 65-jährige Inhaber Michael Storz: „Die Schließung erfolgt altershalber und aufgrund einer gescheiterten Suche eines Nachfolgers“. Weder habe sich ein Käufer, noch ein Pächter für das Geschäft finden können.
Dabei betont Michael Storz, dass das Spielwarengeschäft trotz in den vergangenen Jahren zunehmender Konkurrenz im Onlinehandel, immer einträglich gewesen sei. Der stationäre Spielwarenhandel biete den Kunden als Vorteil eben den Kontakt zur Ware und auf Wunsch auch die Möglichkeit einer Beratung. Klar sei aber auch, dass das Ladengeschäft der Kundschaft Auswahl bieten müsse, denn wenn dies nicht der Fall sei, würden die Kunden immer mehr online bestellen.
Vor dem begonnenen Ausverkauf mit starker Rabattierung der Preise führte das Geschäft Eisen-Storz gemeinsam mit Spielwaren und Modellbahnsortiment etwa 30 000 Artikel. Beim Redaktionsbesuch ist der Warenbestand der Spielwaren schon gehörig gesunken – der Ausverkauf sei „gut gelaufen sei.
Generationen von Kindern kennen den Laden
Nichtsdestotrotz gebe es auch an den letzten Öffnungstagen laut Michael Storz noch manch Schnäppchen zu erstehen. So könnten Menschen, die bereits an den Sommer denken sich etwa preiswert mit einem Pool eindecken. Die Waren, die beim Ausverkauf übrig bleiben, hofft Michael Storz an andere Läden oder Aufkäufer abgeben zu können.
Für Generationen von Kindern aus Schramberg und der Region war der Eisen-Storz mit seinen Spielwaren das Lieblingeschäft, in dem Eltern, Großeltern und Verwandte immer ein schönes Geschenk fanden. „Wir werden unsere Stammkunden aus der ganzen Region vermissen“, teilte Michael Storz mit.
Die Firma Eisen-Storz begann 1909 in der Schillerstraße 55 mit dem Verkauf von Eisenwaren, Hausrat, Herde, Öfen, landwirtschaftlichem Bedarf und Spielzeug. Gründer Franz Storz führte das Geschäft bis 1937. Ehefrau Paula Storz, Tochter Klara und Sohn Franz Josef übernahmen danach die Verantwortung für das Unternehmen.
Mit dem Tod von Paula Storz im Jahre 1949 änderte sich die Firmierung zur Franz Storz OHG (Franz und Klara Storz). Die Geschwister investierten in den Folgejahren laufend in größere Firmenräume und den Ausbau des Warensortiments.
Michael Storz, der Enkel des Firmengründers, übernahm 1989 den Betrieb, unterstützt von Ehefrau Susanne, Schwester Susi Storz in der Buchhaltung sowie Bruder Martin Storz und dessen Ehefrau Doris im Verkauf, wobei sich Martin Storz speziell um die Modellbahnabteilung kümmerte und fortwährend ausbaute. Auch Mutter Annemarie Storz stand dem Familienbetrieb lange mit fachlichem Rat zur Seite.
In vielen Schubladen einst sehr viele Einzelteile
Im Jahr 2001 wurde der Bereich Eisen- und Haushaltswaren aufgegeben. Die ehemaligen Eisenwarenkunden erinnern sich noch heute, dass die Mitarbeiter genau wussten, wo jedes einzelne Metallteil aufbewahrt wurde.
Während der Spielwarenbereich von Eisen-Storz schließt, wird der Modellbahnbereich weiter geführt. Bruder Martin Storz hat hierfür bereits im März 2024 die Modellbahn Storz GmbH gegründet. Gemeinsam mit seiner Frau Doris und seinem Team plant er in der ersten Januarwoche mit den Modellbahnwaren ins Erdgeschoss zu ziehen und ab 7. Januar wieder zu öffnen.
Außerdem soll auch der DPD-Paketshop und der Schlüsselservice erhalten bleiben.
Letzteres freut Michael Storz besonders, denn damit lebe auch die anfängliche Spezialisierung auf Eisenwaren des Familienunternehmens weiter fort.