Nicco Walter begann in der Saison 2011/12 als Spielleiter bei der TSG Balingen. Foto: Kara

Denkt man an die U23 der TSG Balingen, denkt man auch an Nicco Walter. Nach insgesamt 15 Jahren im Verein wird er sein aktuelles Amt als Spielleiter am Saisonende abgeben. Wir haben mit ihm über diese Zeit sowie die Ziele für die Restsaison gesprochen, zudem verrät er warum Matthias Schmitz ein Paradebeispiel ist.

Seit 16 Spielen ist die U23 der TSG Balingen ungeschlagen – eine beeindruckende Serie. Dies sagt auch Nicco Walter und er muss es wissen. Seit der Saison 2011/12 ist er mit Ausnahme einer kleinen Pause Spielleiter der U23, war zudem unter anderem im Ausschuss des Vereins.

 

Parallelen zur Aufstiegssaison

„Im Aufstiegsjahr in die Verbandsliga hatten wir mal eine ähnliche Serie. Da hat sich die Mannschaft in einen richtigen Flow gespielt und wir waren auch recht früh Meister“, so Walter. Trotz der aktuell bestechenden Form der Balinger Zweitvertretung ist für ihn am Saisonende Schluss.

Mehr Zeit für sich

Diese Entscheidung hat er bereits im April 2022 kommuniziert. „Ich war 15 Jahre im Verein und fast jedes Wochenende auf dem Platz – teilweise sogar mehrmals. Irgendwann ist es einfach genug. Man wird ja auch nicht jünger, ich möchte einfach ein bisschen mehr Privatleben, auch beruflich gibt es etwas mehr Arbeit“, nennt Walter Beweggründe für diesen Schritt.

So habe er in den zwölf Jahren als Spielleiter vielleicht „sieben oder acht Spiele verpasst“ – das Privatleben wurde anhand des TSG-Kalenders koordiniert. „Ich freue mich auch dieses Jahr seit ewiger Zeit mal wieder drei Wochen in den Urlaub fahren zu können“, so Walter.

Viele Aufgaben

In seiner Funktion kümmert er sich um alles organisatorische rund um den Spielbetrieb der U23. Die Freigabe des Spielberichts, das Organisieren von Auswärtsfahrten, Passwesen, Staffeltage sowie die Ausrüstung – all das hat Walter im Blick. Er ergänzt: „Zudem bin ich gewissermaßen unser Physio, habe extra mal einen Tape-Kurs gemacht.“

Nicco Walter auf dem Spielfeld: Er kümmert sich auch um die verletzten und angeschlagenen Spieler. Foto: Kara

Cheftrainer Denis Epstein erklärt auf Nachfrage: „Nicco ist ein TSG-Urgestein. Ich finde es sehr bedauerlich, dass er aufhört.“ Ein Nachfolger ist bisher noch nicht gefunden. Doch wie geht es für Walter weiter?

Als Fan noch dabei

„Ich werde der glühendste Fan der U23 bleiben und sicherlich auch Spiele anschauen. Aber ich werde nicht mehr ins Allgäu fahren und einfach wie ein normaler Zuschauer zehn Minuten vor Anpfiff kommen und zehn Minuten nach Abpfiff gehen. Auch Jugendspiele werde ich nach Lust und Laune weiterhin anschauen.“

Eine Aufgabe bei einem anderen Verein schließt er aus. „Es gab schon Anfragen, aber ich bin bei der TSG seit ich sechs Jahre alt bin, da kommt es für mich emotional nicht in Frage, plötzlich eine andere Farbe zu tragen“, so Walter.

Matthias Schmitz als bestes Beispiel

Die Bedeutung der U23 schätzt er sehr hoch ein. „Egal wie gut ein Spieler in der Jugend ist, es ist ein riesiger Schritt in den Aktivenbereich zu kommen. Mancher braucht hierfür länger, bei anderen geht es schneller.“ Als Paradebeispiel sieht Walter hier Matthias Schmitz. „Er hat sich bei uns in der U23 von Jahr zu Jahr gesteigert, ist dann mit Ralf Volkwein zur 1. Mannschaft und mittlerweile einer der besten Innenverteidiger der Regionalliga.“

Wäre unter diesen Gesichtspunkten ein Aufstieg in die Verbandsliga nicht optimal? Walter meint: „Die Strahlkraft für junge Spieler wäre überragend. Das kann man eigentlich nicht für schlecht halten.“Doch wie schätzt er die Chancen ein? „Denis und Ralf haben eine verschworene Einheit geformt. Möglich ist alles, wir schauen von Spiel zu Spiel.“

Viele schöne Momente

Ein weiterer Aufstieg wäre sicherlich ein krönender Abschluss seiner Zeit. Doch was waren sonstige Highlights? „Jeder Derbysieg gegen Albstadt, allgemein lange Auswärtsfahrten mit drei Punkten, es gab regelmäßig schöne Feste und legendäre Weihnachtsfeiern. Zudem freut es mich, dass über die Jahre viele Freundschaften entstanden sind“, bilanziert Walter.