Der VfB Villingen steckt im Keller fest. Dennoch verlängern Adem Sari und sein Bruder Ali ihre Verträge. Was sie zu diesem Schritt bewegt hat und wie der Klassenerhalt gelingen soll.
Bezirksliga: Nach fünf Niederlagen in Folge ist der VfB Villingen auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht und muss um den Klassenerhalt bangen. Inmitten der sportlichen Krise setzten Verein und Trainer ein Zeichen: Ex-Profi Adem Sari (40) und sein Bruder Ali Sari (34) verlängern ihren Vertrag bis 2027.
Das Spielertrainer- und Spieler-Co-Trainer-Duo geht ab Juli – Liga unabhängig – in seine fünfte Spielzeit. Beide stehen für technisch versierten Fußball und Torspektakel. In bislang 106 Punktspielen als VfB-Trainer in der Bezirks- und Kreisliga A gab es 585 Tore (322:265). Noch nie gab es ein 0:0.
Hallo, Adem Sari, erst einmal herzlichen Glückwunsch zur Vertragsverlängerung. Das ist nicht selbstverständlich zu einem Zeitpunkt, an dem es gerade nicht so läuft.
Ja, genau deshalb wollten wir ein Zeichen setzen nach den guten Gesprächen mit der Vorstandschaft. Wir sind jetzt fast vier Jahre beim VfB, haben etwas aufgebaut, sind nach zwei Vizemeisterschaften 2024 über die Relegation aufgestiegen und möchten nun das zweite Mal den Klassenerhalt schaffen. Sollten wir absteigen, wollen wir aber nicht einfach weglaufen.
Es sieht momentan nicht so rosig aus, nur 16 Punkte, schon acht Zähler Rückstand. Warum gab es 2026 bisher noch keine Punkte?
Dies hat mehrere Gründe. Zum einen fehlt uns die Breite im Kader. Dann kamen immer wieder Ausfälle durch verletzte Spieler oder die Sperren wie von Ömer Bulut und Ali Sari hinzu. Dazu ist die Trainingsbeteiligung ganz schlecht. Da rede ich nicht drumherum. Wir sind nicht fit, einige Spieler sind nicht die Trainingsfleißigsten. Das ist eine Frage der Mentalität. Denn im Tabellenkeller muss man körperlich dagegenhalten, laufen und kämpfen.
Oft sagen die gegnerischen Trainer, der VfB hat gut gespielt, spielerisch war er sogar besser. Fehlt die Einstellung?
Da kommen viele Dinge zusammen. Wir liegen fast immer schnell mit 0:1 hinten, da fehlt die Konzentration. Dann drehen wir die Spiele, schießen viele Tore, verteidigen jedoch schlecht mit Stellungsfehlern und uns geht irgendwann schlichtweg die Puste aus. Dann wird es schwer und deswegen haben wir die meisten Gegentore der Liga kassiert. Zudem können wir seit kurz vor der Winterpause nicht mehr auf dem Rasen trainieren und spielen. Nachdem rund 30 Pferde von der benachbarten Anlage ausgebrochen sind, wurde dieser zerstört. Den Hockey-Kunstrasen merken wir, gerade ich mit bald 41, dann doch in den Beinen und im Rücken.
Wie kann man dem entgegensteuern? Sie sind mit dem VfB bekannt dafür, dass es eher mal torreich 6:6, 6:5, 4:5 oder 6:3 ausgeht.
Ein 1:0 ist selten (schmunzelt). Wir müssen im Training mehr Einsatz zeigen, mehr schinden, auch wenn wir die meisten Dinge mit dem Ball machen. Spielerisch alleine lösen wir trotz unserer sehr starken individuellen Qualitäten die Aufgaben im Abstiegskampf nicht.
Was ist dann noch möglich nach fünf Niederlagen und 46:68 Gegentoren? Als nächstes kommt der FV Tennenbronn. Da gab es in Liga und Pokal zweimal ein 0:7.
Wir können acht Zähler Rückstand aufholen. Dazu brauchen wir allerdings ein Erfolgserlebnis für das Selbstvertrauen. Letzte Saison haben wir in einer ähnlichen Situation gegen Tennenbronn mit 2:1 gewonnen. Doch der Gegner hat die Mentalität auch sehr kampfstark zu sein. Dies fehlt uns oft: Nach Rückständen gehen die Köpfe runter, die Disziplin lässt nach. Am Samstag müssen wir die ersten 20 Minuten mal ohne Gegentor überstehen.