Belma Dzaferi im Trikot der U15-Nationalmannschaft. Foto: privat

Die 14-Jährige Albstädterin Belma Dzaferi feierte vergangenen Donnerstag ihren Einstand in der U15-Nationalmannschaft des DFB. Damit ist sie schon die dritte Spielerin der TSG Balingen, die innerhalb eines Jahres im DFB-Trikot aufläuft.

Diesen Tag wird Belma Dzaferi sicherlich nie vergessen. Beim 3:3 gegen die U15 aus Österreich durfte sie erstmals für den DFB auflaufen. Als Rechtsverteidigerin war sie in die Partie gestartet und wie sie selber sagt im Vorfeld "ziemlich nervös". "Es war ein großer Traum von mir, da war ich schon sehr aufgeregt. Aber während dem Spiel wurde es dann besser und hat mega Spaß gemacht", so Dzaferi.

 

Handbruch beim Debüt

Einen Wermutstropfen gab es jedoch, denn Dzaferi konnte die Partie verletzungsbedingt nicht beenden. Erste Diagnose: das Handgelenk ist gebrochen. Passiert ist das Ganze in einem Laufduell, bei dem die 14-Jährige auf die Hand fiel: "Ich bin unglücklich gefallen und wurde sofort ausgewechselt", erklärt Dzaferi. Daher muss sie nun erst einmal pausieren und steht auch ihrer Vereinsmannschaft – der U15 der TSG Balingen – nicht zur Verfügung. Nach Nadine Bitzer für die U16 und Katharina Schäfer ebenfalls für die U15 ist Dzaferi nun die dritte TSG-Spielerin innerhalb eines Jahres die zur Junioren-Nationalspielerin wurde.

TSG Balingen stolz

Jugendkoordinator Henry Seeger ist daher mächtig stolz: "Wir freuen uns sehr für Belma. Für uns ist es natürlich eine überragende Sache, dass wir nun schon drei Spielerinnen in unseren Reihen haben und hatten, die diesen Sprung geschafft haben. Das spricht für die Mädels und unsere erfolgreiche Jugendarbeit." Auch ihr Vereinstrainer Maurizio Mammato gratuliert Dzaferi und ist zufrieden mit ihrer Entwicklung: "Sie ist ein Top-Mädel mit wahnsinnig viel Potenzial." So sei Dzaferi sehr lernbereit, stelle immer wieder Fragen und versuche sich immer zu verbessern.

Die 14-Jährige, deren Vorbild der mehrfache Weltfußballer Cristiano Ronaldo ist, beschreibt ihre Stärken selbst wie folgt: "Ich bin zweikampfstark, schnell und habe auch einen guten Abschluss." Mammato lobt dazu ihre guten Diagonalbälle und ihren gesunden Offensivdrang, den sie als Außenverteidigerin einbringt. Dabei wird sie auf beiden Seiten eingesetzt, gegen Österreich wie erwähnt auf der rechten Seite. Einig sind sich Mammato und Dzaferi über einen wichtigen Punkt, an dem die Neu-Nationalspielerin noch arbeiten kann: Ihren linken Fuß. "Da kann ich mich auf jeden Fall noch verbessern. Ich will allgemein versuchen technisch noch besser zu werden", erklärt sie sehr selbstreflektiert.

Zwei Mädchen in der U15

Dzaferi ist nicht das einzige Mädchen in der U15, denn durch ein Sonderspielrecht läuft auch Katharina Schäfer für die Mannschaft mit. Diese hat ihr Debüt bereits hinter sich und konnte den ein oder anderen Tipp geben. Dzaferi meint: "Kathi hat mir gesagt wie das ganze so abläuft, das hat mir ein wenig den Druck genommen. Wir verstehen uns sehr gut." Gemeinsam mit ihren Teamkollegen haben sie ehrgeizige Ziele. "Wir wollen versuchen in die Oberliga aufzusteigen", so Dzaferi, die in der vierten Saison bei der TSG spielt und zuvor für Rot-Weiß Ebingen aktiv war.

Ihr Bruder Armen ist ebenfalls schon mehrere Jahre für die TSG am Ball und spielt in der U19 und damit ebenfalls in der Verbandsstaffel. Dabei kann sich Dzaferi – wie sie selbst sagt – auch immer auf die Unterstützung ihrer Eltern verlassen: "Sie sind immer für mich da."

Sprungbrett Länderpokal

In den Fokus des DFB hat sich Dzaferi im Mai beim Länderpokal in Duisburg gespielt. Für die württembergische Auswahl lieferte sie gute Partien ab und wurde entsprechend gesichtet. "Es gab dann mehrere Lehrgänge vor dem ersten Länderspiel. Mein Ziel ist natürlich zu weiteren Einsätzen zu kommen und irgendwann vielleicht auch für die Damen-Nationalmannschaft zu spielen."

Verein und DFB in Kontakt

Der Großteil des Kaders spielt wie Dzaferi noch bei reinen Jungs-Mannschaften. "Ich fühle mich sehr gut ins Team integriert. Viele meiner Kolleginnen haben noch ein Zweitspielrecht bei den Mädchen". Dzaferi benötigt dies aktuell nicht, wird sie doch bei den Jungs bestens gefordert. Ihr Coach erklärt: "Wir sind auch im Austausch mit der Nationaltrainerin und wollen Belma dabei helfen, sich weiter zu entwickeln." Dies ist sicher im Sinne der ehrgeizigen Albstädterin. Dann sind weitere Länderspiele nur eine Frage der Zeit – dann hoffentlich ohne den Wermutstropfen Verletzung.